Pilot testete Experimentalflugzeug
vs. Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Ochlenberg im Kanton Bern ist am 20. April der Pilot ums Leben gekommen. Beim Verunglückten handelt es sich um den Architekten und Fluglehrer Matthias Glutz aus Wisen. ...
Pilot testete Experimentalflugzeug
vs. Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Ochlenberg im Kanton Bern ist am 20. April der Pilot ums Leben gekommen. Beim Verunglückten handelt es sich um den Architekten und Fluglehrer Matthias Glutz aus Wisen. Vergangene Woche hat die Gemeinde Wisen, für die der 64-Jährige in der Bau- und Umweltkommission tätig war, in der «Volksstimme» eine Todesanzeige veröffentlicht.
Die «Volksstimme» hatte 2022 über den Kunstflug-Piloten vor einem Auftritt an den Wittinsburger Flugtagen ein Porträt veröffentlicht. Darin kam nicht nur seine Leidenschaft für die Fliegerei zum Ausdruck, sondern auch, wie er Flugschülerinnen und -schülern Loopings und Rollen beibringt oder wie er sich minutiös auf seine Flugdarbietungen vorbereitet.
Das Mitglied der Motorfluggruppe Langenthal galt mit seinen mehr als 30 Jahren Flugerfahrung und jährlich rund 100 Flugstunden nicht nur als Pilot und Fluglehrer als Kapazität, sondern auch in der Flugzeugtechnik. So machte er beispielsweise in 3000 Arbeitsstunden einen demolierten Doppeldecker wieder flott, den er fortan für seine Akrobatikflüge nutzte.
Verunglückt ist Matthias Glutz mit einem seltenen Kleinstflugzeug des Typs «CriCri». Bei diesem Modell handelt es sich um das kleinste zweimotorige bemannte Flugzeug der Welt. Es hat eine Flügelspannweite von knapp fünf Metern und ein Leergewicht von nur rund 80 Kilogramm. Glutz hatte die rund 40-jährige Maschine gebraucht erworben und die Kolbenmotoren durch Minidüsentriebwerke ersetzt. Diese Modifikation erforderte eine neue Zulassung sowie ein umfangreiches Flugerprobungsprogramm. Dieses sei weit fortgeschritten gewesen und absolut professionell verlaufen, wie Jonathan Höhn, Präsident bei der Experimental Aviation of Switzerland (EAS) im Lokalsender «Tele M1» sagte. Der Erstflug nach dem Umbau fand Anfang März dieses Jahres statt. Seither absolvierte der Pilot rund 30 Flüge – stets ohne Beanstandungen.
Der Unfall ereignete sich rund 4 Kilometer von der Heimbasis des Piloten, dem Flugplatz Langenthal in Bleienbach (BE), entfernt. Augenzeugen beobachteten, wie die Maschine vor dem Absturz Pirouetten machte und rasch sank. Aufgeschlagen ist das Flugzeug auf einer Wiese und blieb auf dem Rücken liegen. Für den Piloten sei jede Hilfe zu spät gekommen. Was zum Unfall geführt hat, ist nicht bekannt. Die Sicherheitsuntersuchungsstelle hat eine Untersuchung eingeleitet.