Drei junge Berufsleute ausgezeichnet
Mit einem neu geschaffenen Preis wurden in Diegten junge Berufsleute ausgezeichnet, die in ihrer Ausbildung in besonderem Mass Hürden meistern oder Efforts leisten. Die ersten Preisträger heissen Mirjam Häfelfinger, Aaron Bucher und ...
Drei junge Berufsleute ausgezeichnet
Mit einem neu geschaffenen Preis wurden in Diegten junge Berufsleute ausgezeichnet, die in ihrer Ausbildung in besonderem Mass Hürden meistern oder Efforts leisten. Die ersten Preisträger heissen Mirjam Häfelfinger, Aaron Bucher und Joël Zimmermann.
Jürg Gohl
Auf junge Leute, die in ihrer Berufsausbildung stecken, wartet im Oberbaselbiet ein neuer Preis. «Auszeichnung für aussergewöhnliche Ausbildung» heisst er und richtet sich an junge Berufsleute, die in ihrer Lehre bereit sind, «eine Extrameile zu gehen oder eine besondere Hürde zu bewältigen». So umriss es Stephan Schneider. Als dessen Präsident motivierte er den Rotary Club Sissach-Oberbaselbiet, den Preis zu stiften. Die Auszeichnungen wurden am vergangenen Donnerstag in Diegten erstmals verliehen. Fest steht bereits, dass es 2027 zu einer zweiten Auflage kommen wird.
Gestiftet wurden die Preise, eine Urkunde sowie 500 Franken Preisgeld, von den beiden Club-Mitgliedern Andreas Lendi und Leo Jenni sowie von der Postfinance. Sie gingen an zwei junge Männer und eine junge Frau, alle aus dem Oberbaselbiet. Da ist einmal die Landschaftsgärtnerin Mirjam Häfelfinger, die an den letztjährigen Swiss Skills, den Schweizer Lehrlings-Meisterschaften, mit hohem Engagement teilgenommen hat und von ihrem Lehrlingsbetrieb wegen ihrer Leistungen und als «Frohnatur» sehr geschätzt wird. Der jüngste unter den Ausgezeichneten ist Polymechaniker Joël Zimmermann aus Seltisberg. Er bereitet sich in der Lehrwerkstätte Basel zielgerichtet auf den Beruf des Flugzeug-Mechanikers vor.
«Motivation und Bestätigung»
Der 19-jährige Aaron Bucher aus Känerkinden, der Älteste, lässt sich ebenfalls zum Polymechaniker ausbilden. Er wird von seinem Arbeitgeber, der Rego-Fix in Tenniken, als «Tüftler und Schaffer mit Ausdauer und hohen Zielen» beschrieben. Auch er nahm an den «Swiss Skills» in Bern teil und kehrte von dort mit einer Bronzemedaille heim. Er genoss den Abend, auch wenn am Folgetag seine praktischen Lehrabschlussprüfungen anstanden.
«Der Preis ist für mich Motivation und Bestätigung zugleich», sagte er hinterher. Seine Vorstellungen, wie es nach seiner Lehre mit ihm weitergehen soll, sind klar: Er möchte bei seinem Arbeitgeber bleiben und sich dort zum Berufsbildner entwickeln. «Danach wartet das Militär. Weiter will ich nicht planen», so Aaron Bucher, der wie Mirjam Häfelfinger bei Zunzgen-Sissach Eishockey spielt.
Das Engagement der Oberbaselbieter Rotarier in der Berufsbildung liegt grundsätzlich in der DNA der weltweiten Bewegung. Sie entstand ursprünglich aus der Zusammenkunft verschiedener gutherziger Berufsleute in den USA und engagiert sich heute regional und über den ganzen Globus mit Hand und Geld. Oft wird konkret Jugendlichen und Kindern geholfen.
Das gilt auch für die Berufsbildung. Belegt wird das damit, dass ausgerechnet am Tag der Preisverleihung zwei Club-Mitglieder mit zehn Jugendlichen im Zug unterwegs von Sissach nach Nürnberg waren. Bereits seit 1982 trifft sich alljährlich eine zehnköpfige Gruppe junger Leute aus dem Oberbaselbiet mit Gleichaltrigen aus Paris und Nürnberg, um Lehrbetriebe und -systeme sowie den jeweiligen Ort kennenzulernen. Bei alternierendem Gastgeber stehen die vier Tage im Zeichen der Berufsbildung, aber auch des Tourismus und des Kennenlernens.
Zum Anlass in Diegten zählte auch noch ein kurzes Interview mit Beat Röthlisberger, der vom Banklehrling zum heutigen CEO von Postfinance mit 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mehr als 2 Millionen Privatkunden aufgestiegen ist. Nach verschiedenen Fragen zum Finanzplatz Schweiz und seinem Werdegang wurde der frühere BLKB-Mann zum Abschluss gebeten, den drei Ausgezeichneten einen Rat auf ihren Berufsweg mitzugeben. Das tat er gleich doppelt: «Schaut, dass euch an eurem Arbeitsort Wertschätzung widerfährt», und ergänzt, «und füllt jetzt im Beruf euren Rucksack, so gut es geht. Bald ist es zu spät.»