Finanzieller Spielraum bleibt klein
22.05.2026 SissachSchwarze Null in der Jahresrechnung – Gemeinderat bleibt vorsichtig
schliesst das Jahr 2025 mit einem kleinen Gewinn ab. Doch die Pflegekosten steigen stark an. Der Gemeinderat warnt zudem vor höheren Asylund Finanzausgleichskosten.
Janis Erne
...Schwarze Null in der Jahresrechnung – Gemeinderat bleibt vorsichtig
schliesst das Jahr 2025 mit einem kleinen Gewinn ab. Doch die Pflegekosten steigen stark an. Der Gemeinderat warnt zudem vor höheren Asylund Finanzausgleichskosten.
Janis Erne
Wenn Menschen ins Altersheim müssen, beteiligt sich die Gemeinde an den Kosten. Das macht sich auch in den Finanzen von Sissach bemerkbar. Zwar schliesst das Dorf das Jahr 2025 mit einer schwarzen Null ab, doch aus Sicht des Gemeinderats bleibt die Entwicklung bei der Alterspflege eine grosse Herausforderung. Die Pflegekosten lagen laut der vorgestern veröffentlichten Rechnung um 1,14 Millionen Franken über Budget.
Die Gemeinde nennt dafür drei Gründe: höhere Pflegekosten, steigende Pflegestufen und mehr pflegebedürftige Menschen. 2025 waren in Sissach 484 der 6991 Einwohnerinnen und Einwohner älter als 80 Jahre. Das sind etwa 7 Prozent der Bevölkerung. Der Kanton prognostiziert, dass die Quote weiter steigen wird. Das bedeutet, dass auch die Pflegekosten weiter steigen werden. Diese Entwicklung beschäftigt alle Gemeinden und auch die Kantonspolitik (siehe Artikel unten).
In Sissach frisst der Anstieg der Alterskosten Einsparungen in anderen Bereichen wieder auf. Der Gemeinderat verweist ausdrücklich darauf, dass sich die Kostenentwicklung im Pflegebereich «auch in Zukunft belastend auf die Rechnung auswirken» werde.
Trotz des Drucks durch die Pflegekosten schliesst die Rechnung 2025 besser ab als erwartet. Statt des budgetierten Verlusts von über einer Million Franken resultiert in Sissach ein kleiner Gewinn von knapp 60 000 Franken.
Möglich wurde dies dank zusätzlicher Steuererträge aus früheren Jahren sowie Einsparungen im Sachund Betriebsaufwand. Gleichzeitig nahm der Gemeinderat verschiedene bilanztechnische Korrekturen vor und überwies 1 Million Franken in die finanzpolitische Reserve. Ohne diese Effekte wäre die Rechnung leicht negativ ausgefallen (-108 000 Franken).
Der finanzielle Spielraum der Gemeinde bleibt klein. Die langfristige Verschuldung stieg innert Jahresfrist von 8 auf 13 Millionen Franken an. Gleichzeitig lagen die Investitionen rund 2,4 Millionen Franken unter Budget, weil sich Projekte verzögerten. Der Gemeinderat schlägt insgesamt zurückhaltende Töne an. «Luxus können wir uns nicht leisten», heisst es in seiner Mitteilung. Künftige Investitionen müssten «bedarfsgerecht» geplant und umgesetzt werden.
Zusätzliche Sorgen bereiten Sissach Entwicklungen, die ausserhalb des eigenen Einflusses liegen. So verweist der Gemeinderat auf das Sparpaket des Bundes, das im Asylbereich Mehrkosten für die Gemeinden verursachen könnte. Hinzu kommt der Baselbieter Finanzausgleich: Noch profitiert Sissach. Bereits ab 2027 könnte Sissach aber wieder zur Gebergemeinde werden. Dies würde die Gemeindekasse um rund 1 Million Franken zusätzlich belasten.
