Natur- und Vogelschutzverein realisiert Projekt im Gebiet Sülzmatt
Vor vier Jahren angedacht, wurde Anfang Mai im Gebiet Sülzmatt in Titterten ein neues Biotop mit Weiher, Steinlinsen, Unterschlupf- und Brutmöglichkeiten für Kleintiere und Vögel sowie einer instandgesetzten ...
Natur- und Vogelschutzverein realisiert Projekt im Gebiet Sülzmatt
Vor vier Jahren angedacht, wurde Anfang Mai im Gebiet Sülzmatt in Titterten ein neues Biotop mit Weiher, Steinlinsen, Unterschlupf- und Brutmöglichkeiten für Kleintiere und Vögel sowie einer instandgesetzten Feldscheune eingeweiht.
Brigitt Buser
Wie der Name des Gebiets Sülzmatt sagt – Sulz bedeutet Salzquelle oder sumpfiger Boden –, trat im Gebiet Sülzmatt an verschiedenen Stellen Wasser aus dem Boden. Da die Bauern Anfang des 20. Jahrhunderts auf Kulturland angewiesen waren, wurden im Offenland Drainagen eingebracht, die das Wasser ins nahe gelegene Sülzmattbächli führten. Im Laufe der Zeit trat entlang des Bächleins aufgrund schadhafter Drainagen an zwei Stellen Wasser aus dem Boden. Die dadurch entstandenen nassen Stellen waren für die Landwirtschaft kaum nutzbar.
Max Müller, Vorstandsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Titterten (NVVT), kam auf die Idee, dieses Gebiet zu einem Biotop aufzuwerten. «Profitieren werden vor allem Amphibien, darunter häufigere Arten wie Bergmolch, Grasfrosch, Fadenmolch oder Erdkröten. Aber auch gefährdete Arten wie die Geburtshelferkröte («Glögglifrosch») und der Feuersalamander, von denen in der näheren Umgebung schon Populationen nachgewiesen wurden», so Müller.
Beste Voraussetzungen
Da der Unterboden vorwiegend aus einer Lehmschicht besteht, war eine Abdichtung mittels Kautschukfolie nicht nötig. Schon während der Bauarbeiten Anfang dieses Jahres sammelte sich Wasser in den beiden ausgebaggerten Mulden. So entstanden flächige temporäre Laichgewässer für die genannten Amphibienarten. Neu errichtete Kleinstrukturen aus Kalksteinbrocken schaffen zusätzliche Lebensräume, etwa für Wiesel. Steinlinsen mit feinem Kiesmaterial bieten zudem Lebensraum für verschiedenste Kleinlebewesen.
In dem ans Biotop grenzenden Bereich wurden bei der Feldscheune bereits im Januar eingewachsene Gehölze entfernt und das defekte Dach instandgesetzt. Die Kosten für die Dachreparatur übernahm der Eigentümer. Anschliessend brachte der NVVT Nisthilfen sowie Brutplätze für Vögel und Fledermäuse an. So bleibt die Feldscheune als wichtiges ökologisches Vernetzungselement in der Landschaft erhalten.
Planung und Finanzierung
Lanciert durch den NVVT, wurde das Projekt von Pro Natura Baselland als Projektträgerin unterstützt. Projektleiterin war Priscilla Hirsbrunner, die Planung und Begleitung der Bauarbeiten übernahm Biologe Christophe Berney.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt von den Gemeinden Titterten und Arboldswil, der kantonalen Natur- und Landschaftsschutzkommission sowie den Stiftungen Sophie und Karl Binding, Dr. Berthold Suhner und Fonds Landschaft Schweiz. Auch Pro Natura Baselland und der NVVT beteiligten sich an den Kosten, Letzterer erbrachte zudem Eigenleistungen vor Ort. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 25 000 Franken.
Zwischen den Eigentümern, dem Bewirtschafter, dem NVVT und Pro Natura Baselland wurden Pflegevereinbarungen unterzeichnet. Pro Natura Baselland sichert und finanziert die Nachpflege für 24 Jahre, die Reinigung und Instandhaltung der Nistkästen übernimmt der lokale Naturschutzverein.