«Höi Heu» verbindet Kunst, Theater, Musik und Naturkunde
vs. Das «Heu-Schüürli» Raine ist kein Theater, kein Museum und keine Galerie. Es ist eine Feldscheune – und genau deshalb der passende Schauplatz für «Höi ...
«Höi Heu» verbindet Kunst, Theater, Musik und Naturkunde
vs. Das «Heu-Schüürli» Raine ist kein Theater, kein Museum und keine Galerie. Es ist eine Feldscheune – und genau deshalb der passende Schauplatz für «Höi Heu». Kunst, Theater, Musik und Naturkunde richten den Blick auf etwas, das in der Landschaft des Oberbaselbiets selbstverständlich erscheint und doch kaum mehr bewusst wahrgenommen wird: das Heu und die bäuerlich geprägte Lebenswelt dahinter.
Einen Teil des Projekts bildet die Ausstellung von Ursula Pfister. Über ein Jahr lang beschäftigte sie sich mit Pflanzen aus Heumatten, ihren Formen, Farben und Gerüchen. Mit Unterstützung von mehr als 15 Bäuerinnen und Bauern sammelte sie Heu. Getrocknete Pflanzen, Zeichnungen, Installationen und Duftstationen machen diese Pflanzenwelt während der drei Wochen erfahrbar. Auf Stellwände und ortsfremde Materialien verzichtet Pfister bewusst: Die Ausstellung fügt sich in die Architektur der Scheune ein.
Rundherum spannt «Höi Heu» den Bogen zu Theater, Musik und Naturkunde. Am 29. und 30. August bringen Schauspielerin Marlise Fischer und Musiker Martin Abbühl mit «Es Läbe lang» von Heinz Stalder ein Mundart-Epos über Knechte und Mägde und deren Leben mit dem Heu in die Scheune.
Beim «Heugespräch» am 3. September treffen zwei andere Perspektiven aufeinander: Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain in Sissach, und der pensionierte Botaniker Andres Klein sprechen über die Bedeutung des Heus für Landwirtschaft und Pflanzenwelt sowie über die Entwicklung der Heuernte. Am 6. September folgt mit «Bluescht» alpinurbane Musik zwischen Folk, Naturjodel und Improvisation.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die von Kaspar Geiger inszenierte szenische Lesung von C. F. Ramuz’ Roman «Aline». Die Geschichte einer jungen Frau, deren Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft an den gesellschaftlichen Verhältnissen und der dörflichen Enge zerbricht, findet in der schlichten Feldscheune einen passenden Aufführungsort. Margrit Gysin und Dominique Lüdin spielen, Deborah Regez begleitet musikalisch. Die Szenografie stammt von Thomas Giger und Jan Studer. Premiere ist am 10. September, weitere Vorstellungen folgen am 11. und 12. September.
So wird die Scheune während dreier Wochen zum Ort unterschiedlicher Begegnungen mit einem gemeinsamen Ausgangspunkt: dem Heu und der Kulturlandschaft, zu der es gehört. Eröffnet wird «Höi Heu» am Freitag, 28. August, mit der Vernissage. Die Finissage findet am Sonntag, 13. September, statt.
«Höi Heu»:
28. August bis 13. September,
«Heu-Schüürli» Raine, Gelterkinden.
«Es Läbe lang»: 29. und 30. August,
19 Uhr; «Heugespräch»: 3. September,
19 Uhr; «Bluescht»: 6. September,
19 Uhr; «Aline»: 10. bis 12. September.