Favorit siegt im Penaltyschiessen
11.08.2026 Sport, FussballBasler Cup: Galaxy 1998 – FC Oberdorf 3:4 n. P.
Der FC Oberdorf steht in der zweiten Runde des Basler Cups. Der Drittligist setzte sich am Freitag auf dem gut besuchten Sportplatz bei der Gelterkinder Mehrzweckhalle im Penaltyschiessen gegen das unterklassige Galaxy durch.
...Basler Cup: Galaxy 1998 – FC Oberdorf 3:4 n. P.
Der FC Oberdorf steht in der zweiten Runde des Basler Cups. Der Drittligist setzte sich am Freitag auf dem gut besuchten Sportplatz bei der Gelterkinder Mehrzweckhalle im Penaltyschiessen gegen das unterklassige Galaxy durch.
Sebastian Wirz
Am Ende klatschen mit Cedric Krähenbühl und Marc Dinkel die beiden entscheidenden Figuren am späten Freitagabend auf dem Sportplatz hinter der Gelterkinder Mehrzweckhalle gelöst ab. Goalie Krähenbühl hat im Penaltyschiessen zwei Versuche des heimischen Galaxy 1998 abgewehrt, Stürmer Dinkel hat den letzten Elfmeter der Gäste verwandelt – der FC Oberdorf siegt gegen das unterklassige Galaxy und steht in der zweiten Runde des Basler Cups.
Wobei das Attribut «unterklassig» nur auf dem Papier zutraf. Aufgetreten sind die Gastgeber nicht wie ein 4.-Liga-Aufsteiger, der gegen einen gefestigten Drittligisten mauern und einen Glückstreffer landen will. Das Team von Mauro Tomeo versuchte den Aufbau stets spielerisch zu lösen, «Fussball zu spielen», wie der Trainer immer wieder lautstark forderte. Und seine Spieler nahmen sich die Vorgabe zu Herzen. Eine Qualität, die der Routinier an der Seitenlinie bei Galaxy sehr schätzt: «Ich bin verliebt in dieses Team. Die Spieler hören zu und setzen um», lobte Tomeo nach dem Abpfiff trotz Penalty-Niederlage nach einem torlosen Unentschieden.
«Seit dem 11. Juli habe ich immer mindestens 22 Spieler im Training – davon träumen andere», sagte der Galaxy-Trainer, der die Ambitionen des Aufsteigers in der 4. Liga nicht verschweigt. «Wir sind bereit für diese Liga. Das hat heute auch der Gegner gesagt.» Bei diesem war die Stimmung nach dem Penaltyschiessen ebenfalls gut. Nicht nur wegen des Siegs, sondern wegen des Auftritts der ersatzgeschwächten Mannschaft: «Ich wäre mit dem Team auch zufrieden gewesen, wenn wir am Ende verloren hätten», sagte Trainer Orazio Ferranti.
«Tiefrisikostrategie»
Der FCO habe sich intensiv auf das Spiel vorbereitet – und das habe es auch gebraucht, so Ferranti. Aufgrund der Platzverhältnisse und des Gegners hätten die Oberdörfer bewusst auf ihr Kombinationsspiel verzichtet und mit langen Bällen agiert. «Wir wollten kein Risiko eingehen, Galaxy keine billigen Chancen zugestehen und selber unser Selbstvertrauen nicht durch Fehler schwächen lassen», sagte der Trainer. Und das wirkte doppelt. Oberdorf agierte einerseits unaufgeregt, sicherte sich viele zweite Bälle, und nicht zuletzt bewies das Zentrumsduo Noé Wahl/Atushan Thavaratnam seine Ballsicherheit. Andererseits konnten die Hausherren keine Euphorie entwickeln, begannen, sich zusehends über verpasste Chancen oder Schiedsrichterentscheide aufzuregen, und kamen zeitweise von ihrem spielerischen Plan ab. Da die Oberdörfer Offensivbemühungen mit langen Bällen ihrerseits nicht zuverlässig für Gefahr sorgten, entwickelte sich ein Spiel mit nur wenigen echten Torszenen.
Erst nach der zweiten Gelben Karte gegen Ramon Hostettler und dem damit verbundenen Platzverweis in der 79. Minute übernahm Galaxy wieder das Diktat. Der Druck auf das Tor von Cedric Krähenbühl stieg zusehends, ehe nach einer Kopfballchance in der 95. Minute – der vielleicht besten Möglichkeit des Spiels überhaupt – der Schlusspfiff folgte.
Ohne Verlängerung folgte danach das Elfmeterschiessen. Und während Galaxy-Goalie Noel Gysin trotz eines starken Spiels und eines abgewehrten Penaltys als Verlierer vom Platz musste, konnte Konterpart Krähenbühl mit Siegtorschütze Dinkel abklatschen und mit dem Team den Einzug in die zweite Cuprunde bejubeln.
TELEGRAMM
Galaxy 1998 – FC Oberdorf 3:4 n. P. (0:0).
Sportplatz: Mehrzweckhalle. Zuschauer: 150. Penaltytreffer: Kostic 1:0; Milojevic 1:1; Balidemaj 2:1; Wahl 2:2; Rosset 3:2; Bogdanovski 3:3; Dinkel 3:4.
Galaxy: Gysin; Rodriguez, Schällibaum, Kostic, Iteriteka; Balidemaj, Rosset; Alispach, Bürgin, Q. Ahmeti; G. Ackermann. Weiter eingesetzt: A. Ackermann, Emmel, Vokrraj.
Oberdorf: Krähenbühl; Wenger, Marinho, Hostettler, Burri; Wahl, Thavaratnam; Bogdanovski, Müller, Kanagaratnam; Dinkel. Weiter eingesetzt: Thommen, Milojevic.
Verwarnungen: 38. Hostettler, 49. Balidemaj, 53. G. Ackermann, 64. Wenger, 72. A. Ackermann, 85. Wahl. Platzverweis: 79. Hostettler (Gelb-Rot).


