Es ist wieder Ruhe eingekehrt
12.06.2026 GelterkindenPulverdampf nach emotionaler Abstimmung hat sich verzogen
Nach dem Nein zum «Campus Loggia» ist man in Gelterkinden zur Tagesordnung übergegangen. Der hart geführte Abstimmungskampf dürfte aber Spuren hinterlassen. Jetzt richtet sich der Blick auf die ...
Pulverdampf nach emotionaler Abstimmung hat sich verzogen
Nach dem Nein zum «Campus Loggia» ist man in Gelterkinden zur Tagesordnung übergegangen. Der hart geführte Abstimmungskampf dürfte aber Spuren hinterlassen. Jetzt richtet sich der Blick auf die nächsten Schritte bei der Schulplanung.
Thomas Gubler
Der Abstimmungskampf um den Projektierungskredit von gut 1 Million Franken für das Schulhaus-Projekt «Campus Loggia» wurde wahrhaftig mit Haken und Ösen geführt. Befürworter und Gegner hatten sich diesmal in Gelterkinden nichts geschenkt. Entsprechend fand die Auseinandersetzung im Vorfeld der Abstimmung vom 26. April fast schon nationale Beachtung. Bekanntlich obsiegten die Gegner des Kredits mit 1188 zu 945 Stimmen.
Damit war die Sache – zumindest vorerst – erledigt. In der Öffentlichkeit war die Abstimmung seither kein Thema mehr. Man schien im Dorf schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen zu sein. Und was der Beobachter wahrgenommen hat, wird von einem Gelterkinder Stimmbürger – einem dezidierten Befürworter des Projektierungskredits – auch bestätigt. «Die Sache ist gelaufen», erklärt er gegenüber der «Volksstimme». Es sei nicht so, dass sich die gegnerischen Exponenten nicht mehr grüssen würden. Und es seien auch keine neuen Gräben entstanden, so der Stimmbürger.
Bei den Siegern tönt es ähnlich. Alt Gemeinderat Pascal Catin, der Kopf des bürgerlichen Referendumskomitees gegen den Kreditbeschluss, beurteilt die Situation in der Gemeinde als erstaunlich ruhig. «Man wollte den Abstimmungskampf offensichtlich hinter sich lassen und nicht mehr darauf herumreiten. Und dafür bin ich dankbar», so Catin. Jetzt müsse man gemeinsam nach vorne schauen.
Verzögerung möglich
Dass sich die Anspannung wieder gelöst hat, nimmt auch der Präsident des Bürgerlichen Zusammenschlusses Gelterkinden (BZG), Jakob Baader, wahr. Es sei in Gelterkinden noch möglich, auch nach einem harten Ringen wieder zur Tagesordnung überzugehen. «Es hätte auch anders herauskommen können. Dann hätten wir selbstverständlich ein für uns negatives Resultat auch akzeptiert», so Baader. Der BZG-Präsident geht davon aus, dass sich beim Projekt Schulhausneubau eine gewisse Verzögerung ergeben wird. Zum einen, weil der Bedarf neu abgeklärt werden müsse, und zum anderen, weil das entsprechende Ressort «Bildung, Kultur, Sport» im Gemeinderat per 1. Juli von Martin Rüegg (SP) auf den neu gewählten Hans Wieser (BZG) übergeht.
Martin Rüegg ist nach der verlorenen Referendumsabstimmung per sofort aus dem Gemeinderat zurückgetreten. Er möchte daher die gegenwärtige Situation in Gelterkinden lieber nicht beurteilen. Alles in allem sei zwar wieder Ruhe eingekehrt. «Aber das Klima ist meines Erachtens nicht mehr dasselbe. Einiges ist in die Brüche gegangen», sagt er.
Grundsätzlich sind jetzt alle gespannt, wie es in der Causa Schulhausneubau weitergehen wird. Baader könnte sich – unter Beachtung aller Regeln des öffentlichen Beschaffungswesens – durchaus eine Verwirklichung des Projekts «Ratio» vorstellen, das von den Gegnern des Kredits quasi mitten im Wahlkampf präsentiert wurde und für einigen Wirbel gesorgt hatte.
Am kommenden Mittwoch findet in Gelterkinden die nächste Gemeindeversammlung statt. Traktandiert ist das Geschäft nicht. Dass seitens der Stimmbürgerschaft unter «Verschiedenes» dem Gemeinderat die eine oder andere Frage gestellt wird, ist indessen nicht auszuschliessen.

