«Es ist kein Totalumbruch geplant»
13.03.2026 Sport, EishockeySWHL B: Bei den ZS-Ladies soll weiterhin das Leistungsprinzip gelten
Die ZS-Ladies planen ihre Zukunft: Allen voran geht Flavio Costeggioli. Der Teamleiter sagt: «Das Leistungsprinzip steht auch in Zukunft im Vordergrund. Wir planen keinen Totalumbruch.» Die Interims-Trainer und ...
SWHL B: Bei den ZS-Ladies soll weiterhin das Leistungsprinzip gelten
Die ZS-Ladies planen ihre Zukunft: Allen voran geht Flavio Costeggioli. Der Teamleiter sagt: «Das Leistungsprinzip steht auch in Zukunft im Vordergrund. Wir planen keinen Totalumbruch.» Die Interims-Trainer und die meisten Spielerinnen sollen an Bord bleiben.
Daniel Monnin
Seit dem Ausscheiden der ZS-Ladies in den Playoff-Viertelfinals ist nun mehr als eine Woche vergangen. Während sich die Spielerinnen in die Pause begeben haben, tut sich vor und hinter den Kulissen des Teams einiges. Flavio Costeggioli hat die Vergangenheit abgehakt und blickt zuversichtlich nach vorn: «Es ist schon so: Wir haben keine besonders gute Saison hinter uns und es wird allen Beteiligten gut tun, selbstkritisch zu sein und sich den Spiegel vors Gesicht zu halten.» Für den Frauen-Verantwortlichen ist klar, dass «nicht einfach der Trainer schuld ist, er war einfach das schwächste Glied, das man zudem noch alleine gelassen hat. Er hat weder vom Team noch vom Umfeld oder dem Vorstand die nötige Unterstützung erhalten. Ihm mache ich zuletzt einen Vorwurf,» hält Costeggioli fest.
Doch allzu lange in der Vergangenheit wühlen, mag Costeggioli nicht: «Gewisse Analysen sind wichtig, aber hier geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um das Herauskristallisieren von Verbesserungsmöglichkeiten.» Und davon hat es einige. «Wir wollen am Leistungsprinzip festhalten, die Trainingsbesuche aller Spielerinnen wieder ins Lot bringen und wir wollen den Willen und die Begeisterung für unseren Sport zurück ins Team bringen.» Da werde noch das eine oder andere Gespräch nötig werden.
Auch sei es gemäss Costeggioli wichtig zu wissen, «dass das Team grossmehrheitlich zusammenbleibt. Die Leistungsträgerinnen müssen funktionieren, vorangehen und sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein. Auch in diesem Punkt müssen wir uns verbessern.» Geführt werden soll das Team weiterhin vom Interims-Trainergespann mit Michael Buser (Vater von Spielerin Nina Buser) und Stefan Schwander. «Noch liegt jedoch keine Zusage der beiden vor», hält Flavio Costeggioli fest.
Viele offene Fragen
Bis anhin sind nur wenige Abgänge bekannt: Xenia Kreutzer (18) hat noch vor dem letzten Playoff-Spiel ihren Rücktritt erklärt, und mit Julia Schafer (23, «gehört» Fribourg-Gottéron) verlässt eine zweite Verteidigerin ZS und wechselt zur Neuchâtel Hockey Academy. Schafer bestritt bereits ein Testspiel mit den Neuenburgerinnen.
«Die erfahrenen Spielerinnen wie Sabrina Müller (28), Selina Hehlen (24), Captain Janina Habegger (29) oder Nathalie Buser (36) haben bereits zugesagt für die kommende Saison, weitere Spielerinnen werden folgen», sagt Costeggioli. Zu den Unbekannten in der laufenden Kaderbildung gehören zurzeit alle Gottéron-Leihgaben wie Torhüterin Selina Steiner (18, «Wir rechnen umgehend mit einem Entscheid»), Center Vanessa Bärtschi (26) und die beiden Flügel Jana Poirrier (20) und Manon Jossevel (17). «Wir sind an einer weiteren Zusammenarbeit mit Fribourg-Gottéron interessiert. Erste Gespräche sind positiv verlaufen, unterschrieben ist allerdings noch nichts», sagt Costeggioli und fügt an: «Unsere Idee ist es, zwei bis drei Spielerinnen fix bei uns zu haben, um nicht ständig die Formation wechseln zu müssen».
Ob sich dieser Plan umsetzen lässt, hängt wohl in erster Linie von Gottéron-Headcoach Thomas Zwahlen ab, der nicht gerade dafür bekannt ist, auf Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Offen sind auch die Ausländerpositionen von Topskorerin Bailey Kehl («sie liebäugelt mit einem Platz in einem Women’s League Team») und Maria Heinonen, die sich eher als Stürmerin denn als Verteidigerin sieht.
«Wir wollen uns aber auch gezielt verstärken und damit die Qualität des Kaders anheben», sagt Flavio Costeggioli. Bekannt sind einige Namen, die sich ihre Zukunft bei den ZS-Ladies vorstellen könnten und mit denen bereits erste Gespräche geführt wurden respektive zeitnah stattfinden sollen. Dazu gehören etwa die 26-jährige Slowakin mit Schweizer Lizenz Viktoria Maskalova. Sie spielt seit sieben Jahren in der höchsten Schweizer Liga, der Women’s League, zuletzt beim aufgelösten Langenthaler Frauen-Team und zuvor bei SC Bern, Bomo Thun und Reinach. Sie kam 184 Mal zum Einsatz und erzielte über 100 Skorerpunkte. Wie bei Bailey Kehl dürfte auch Maskalovas erster Wunsch ein Platz in der Women’s League sein.
Auch im Gespräch ist Italiens Ex-Nationaltorhüterin Elisa Biondi (ebenfalls von Langenthal). Die 26-Jährige spielt ebenfalls seit sieben Jahren in der Schweiz. Ihre Verpflichtung dürfte in erster Linie davon abhängen, ob Selina Steiner bei den ZS-Ladies bleiben wird. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die 22-jährige Baselbieter Torhüterin Fiona Stehrenberger zu den ZS-Ladies zurückkehren. Sie hat sich allerdings von einer Gehirnerschütterung noch nicht vollumfänglich erholt und ist demnach «als Notnagel, Trainings- oder dritte Torhüterin vorgesehen,» so Costeggioli, auf dessen «Transferliste» noch weitere Namen – vor allem auch aus Langenthal – stehen. Zu den Wunschkandidatinnen gehört auch die 33-jährige Finnin mit Schweizer Lizenz Leine Nummi, aktuell bei Liga-Konkurrent Worb unter Vertrag. Sie spielte in der Saison 2020/21 bereits einmal vier Partien für die ZS-Ladies.
Der Weg ist vorgezeichnet: Die Zunzgen-Sissach-Ladies wollen ein SWHL-B-Klub bleiben, der sich an den vier bis sechs besten Teams der zweithöchsten Frauenliga orientieren will. Ob alle Transferwünsche in Erfüllung gehen, wird sich zeigen müssen. Der Wille zur Verstärkung ist auf jeden Fall vorhanden.

