«Es ist für alle gesorgt»
18.08.2026 LäufelfingenVorbereitungen für das Dorffest laufen auf Hochtouren
Demnächst lädt Läufelfingen zum Dorffest. Der Festperimeter verbindet das Unterdorf mit dem Bahnhofsareal. Die Gemeinde putzt sich heraus und präsentiert neben einem vielfältigen Festprogramm auch ihre ...
Vorbereitungen für das Dorffest laufen auf Hochtouren
Demnächst lädt Läufelfingen zum Dorffest. Der Festperimeter verbindet das Unterdorf mit dem Bahnhofsareal. Die Gemeinde putzt sich heraus und präsentiert neben einem vielfältigen Festprogramm auch ihre Geschichte.
Janis Erne
«Nach Crans-Montana gab es kurze Diskussionen», sagt Sandro Ryf, OK-Chef des Dorffestes in Läufelfingen. Trotz der Brandkatastrophe im Walliser Ferienort habe sich das zwölfköpfige Organisationskomitee schliesslich entschlossen, am Motto festzuhalten. Dieses lautet «Läufelfingen brennt duure» und steht für die Geschichte des Dorfs am Fusse des Unteren Hauensteins. Feuer prägte die heute rund 1400 Einwohner zählende Gemeinde wiederholt während ihrer 800-jährigen Geschichte: So brannte einst nicht nur die Homburg (1798), sondern später auch der Eisenbahntunnel (1857). In jüngerer Zeit wurden etwa das Kurhaus Bad Ramsach (1966) und die Schreinerei Hans Rickenbacher AG (1972) Opfer von Bränden.
Knapp zwei Wochen vor dem Fest laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Hauptbühne im Unterdorf – neben dem Bahnhofsareal einer der beiden Schauplätze – steht bereits seit Längerem. Dort finden Ansprachen, Konzerte und ein Gottesdienst statt. Daneben dient eine Holzhütte als Bar, und mehrere alte Scheunen werden zu temporären «Bäizli» umgebaut. OK-Chef Ryf sagt: «Das Unterdorf wird das Zentrum des Festes sein, weil hier die bäuerliche Geschichte des Dorfs noch erlebbar ist.» Der Festperimeter reicht von der Arztpraxis von Pascal Suda bis zur Bahnunterführung Richtung Hauptstrasse.
Verbunden ist dieser Bereich über das «Linienwegli» und die Bahnhofstrasse mit dem Bahnhofsareal. Dort werden verschiedene Gebäude genutzt: Im Werkhof stellen Forstbetrieb, Jagdgesellschaft, Schützenbund und der «44er Verein» ihre Tätigkeiten vor und bieten Erlebnisangebote an. Im Gewerbegebiet neben dem Bahnhof gibt es eine Partyhalle, abends sorgt dort ein DJ für Unterhaltung. «Es ist für alle gesorgt: Kinder, Familien, Senioren und Partygänger», sagt Ryf. Geplant ist, dass der Festbetrieb im Unterdorf um 1 Uhr endet und sich danach in die Partyhalle beim Bahnhof verlagert, wo bis 4 Uhr morgens gefeiert werden kann.
Eine besondere Attraktion sind die Theateraufführungen des Vereins «Bühne 12», der sonst im ehemaligen Steinbruch in Läufelfingen auftritt. Die rund zwölfminütigen Stücke sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander angeschaut werden. Sie werden verteilt über den Festperimeter hinweg aufgeführt.
5000 Gäste werden erwartet
Passend zum Jubiläum kostet der Eintritt 800 Rappen. Er gilt für alle drei Festtage und umfasst sowohl den Festperimeter als auch die Partyhalle. OK-Chef Sandro Ryf rechnet mit rund 5000 Besucherinnen und Besuchern – fast viermal so viele Menschen, wie Läufelfingen Einwohner zählt. Er ist überzeugt, dass das Dorf den erwarteten Ansturm bewältigen kann. Neben dem «Läufelfingerli», das voraussichtlich mit einem zusätzlichen Wagen verkehren wird, setzt die BLT Extrabusse ein. Zudem stehen genügend Parkplätze für Gäste zur Verfügung, die mit dem Auto anreisen.
Sandro Ryf lebt seit vier Jahren in Läufelfingen und organisierte an seinem früheren Wohnort Diepflingen bereits den Jubiläumsmarkt, ebenfalls eine Art Dorffest. In Läufelfingen ist die Gemeinde Hauptsponsorin und unterstützt das Vorhaben massgeblich. Ausserdem zählen zahlreiche Firmen aus dem Dorf und der Region zu den Unterstützern. Ein allfälliger Gewinn wird an die beteiligten Vereine ausgeschüttet. Externe Anbieter wie Foodtrucks gibt es nicht. Über das grosse Engagement der Vereine und Einwohner freut sich OK-Chef Sandro Ryf: «Der Rückhalt ist enorm gross. Praktisch alle Mitwirkenden kommen aus dem Dorf.»
Dorffest Läufelfingen, 28. bis 30. August, www.800joorlaeufelfingen.ch
Auch das Nachbardorf feiert
je. Den Banntag haben Läufelfingen und Wisen in diesem Jahr noch gemeinsam begangen. Ihre Jubiläumsfeste feiern die beiden Nachbargemeinden jedoch getrennt – auch wenn wohl der eine oder andere Läufelfinger den Weg nach Wisen unter die Füsse nehmen wird. Die solothurnische Gemeinde steht drei Wochen nach Läufelfingen im Mittelpunkt: Vom 18. bis 20. September feiert sie ihr Dorffest zum 800-Jahre-Jubiläum. Wie jenes von Läufelfingen geht auch das Wiser Jubiläum auf eine Urkunde aus dem Jahr 1226 zurück, die Bischof Heinrich von Basel erstellt hat.
Für das Festwochenende haben die Organisatoren des «Wisenfest» auf der «Munimatt» ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Neben Barbetrieb, Foodtrucks, Live-Musik und DJ sorgen unter anderem ein Holzerwettkampf, ein Markt sowie Helikopter-Rundflüge für Unterhaltung. Daneben sind weitere Attraktionen geplant.
Weitere Informationen auf www.wisenfest.ch

