Seniorentreff unternahm Fahrt ins Blaue
Das Ziel der diesjährigen Fahrt ins Blaue war mit dem üblichen Ratespiel des Wanderleiters schwierig zu erraten. Vorerst ging es Richtung Innerschweiz. Bereits kamen erste Vermutungen auf. Aber erst, als der Bus gegen den Brünig fuhr, ...
Seniorentreff unternahm Fahrt ins Blaue
Das Ziel der diesjährigen Fahrt ins Blaue war mit dem üblichen Ratespiel des Wanderleiters schwierig zu erraten. Vorerst ging es Richtung Innerschweiz. Bereits kamen erste Vermutungen auf. Aber erst, als der Bus gegen den Brünig fuhr, wurde das Berner Oberland als Ort in Betracht gezogen. Vor dem Flugplatz Meiringen war dieses Ziel schliesslich erraten worden.
Eine Einführung mit einem Film auf dem Gelände und eine Besichtigung der ausgestellten Flugzeuge vermittelten einen Überblick über diesen einzigartigen Flugplatz: Nur noch an drei Orten in der Schweiz können Kampfflugzeuge gestartet werden. Meiringen besitzt seit dem Zweiten Weltkrieg als einziger Ort einen Hangar, in welchem die Maschinen geschützt untergebracht werden können. Angesichts der teuren «F35» ist dies in Zukunft ein Vorteil, der kaum aufgegeben wird.
Die Bevölkerung und der Tourismus leiden seit Jahrzehnten unter dem Lärm der startenden und landenden Maschinen. Ein besonderes Problem muss in Zukunft zusätzlich gelöst werden, denn die Triebwerke der «F35» müssen vor dem Einbau auf dem Flugplatz getestet werden. Man wird kaum um wirksame Lärmschutzbauten herumkommen.
Im direkten Kontakt mit dem Vortragenden konnte man Fragen stellen: Er erklärte, dass der Flugplatz zu den grössten Arbeitgebern des Oberhasli gehört, verschwieg aber auch nicht, wie schwierig es sei zu begreifen, dass im nahen Dorf Brienzwiler der Hälfte des Dorfes Lärmschutzfenster zugestanden worden seien, der anderen Hälfte nicht. Lärmvorschriften werden verantwortlich gemacht. Man fragte, ob mit den teuren «F35»-Kampfflugzeugen eine Gesamtabwehr gelinge angesichts der heutigen Kriegsstrategie, in welcher Drohnen und ballistische Raketen zunehmend dominieren. Er musste zugeben, dass dies kaum der Fall sein werde, aber die Politik und das Geld bestimmten dies mehr als strategische Überlegungen.
Eine Alouette III, einen alten Helikopter, und den Tiger II als Nostalgiekampfflieger konnte man im Hangar besichtigen und man durfte sich auch hineinsetzen. Da lebten bei den grossen Jungs Jugendträume auf und viele Erinnerungsfotos als «Stunt-Pilot» wurden aufgenommen. Das Mittagessen auf dem Hasliberg war hervorragend, die Diskussionen unterwegs über das Erlebte angeregt und der Kaffeehalt in Dagmersellen rundete den Tag ab. Die Gruppe traf beeindruckt vom Erlebten zu Hause ein. Im Oberhasli hatte es offenbar im Sommer zwischendurch geregnet, es war dort grüner als in der Heimat, wie man nach der Rückkehr neidvoll feststellen konnte.
Max Handschin, Gelterkinden