«Erfolgsmodell für die Schweiz»
21.04.2026 RünenbergGeneralversammlung von Wald beider Basel
Am Verbandsanlass der Waldeigentümer im neuen Sportund Kulturzentrum Rünenberg nahmen am vergangenen Donnerstag rund 120 Mitglieder und Gäste teil.
Elmar Gächter
Ein Jahr nach der ...
Generalversammlung von Wald beider Basel
Am Verbandsanlass der Waldeigentümer im neuen Sportund Kulturzentrum Rünenberg nahmen am vergangenen Donnerstag rund 120 Mitglieder und Gäste teil.
Elmar Gächter
Ein Jahr nach der Jahrhundertfeier bewegte sich die 100. Generalversammlung von Wald beider Basel vom vergangenen Donnerstagabend weitgehend wieder im gewohnten Rahmen. Das Vorprogramm des Verbands der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer stach den statutarischen Teil zeitlich allerdings deutlich aus, galt es doch, eine Grosssägerei in Zeglingen sowie die neue Mehrzweckhalle in Rünenberg zu besichtigen.
Die Meier Holz AG mit rund einem Dutzend Mitarbeitenden ist eines der letzten grösseren Sägewerke in der Nordwestschweiz. Das Unternehmen brannte 1966 bis auf die Grundmauern ab und wurde 1972 an einem neuen Standort in Zeglingen wieder aufgebaut. Seit 1981 führten es Andreas und Kurt Meier, inzwischen hat Patrick Meier, der Sohn von Andreas Meier, die Geschäftsführung des Familienunternehmens in fünfter Generation übernommen.
Thomas Zumbrunn, Gemeindepräsident von Rünenberg, führte die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das Sport- und Kulturzentrum, wie die im November vergangenen Jahres eröffnete Mehrzweckhalle genannt wird. Das rund 8 Millionen Franken teure neue Wahrzeichen des 800-Seelen-Dorfs präsentiert sich überwiegend als Holzbau aus rund 800 Kubikmetern Fichten, Tannen und Eschen, die aus dem heimischen Wald stammen und von der Bürgergemeinde Rünenberg gesponsert wurden. Als Biologe und Co-Geschäftsführer von Pro Natura Baselland lobte Zumbrunn die Waldeigentümerinnen und -eigentümer für deren guten Job in den vergangenen Jahrzehnten. An die Bewirtschaftenden richtete er die Bitte, bei grösseren Eingriffen in den Wald nicht in unnötigen Aktivismus zu verfallen und Begriffe wie Umwelt und Sicherheit nicht zu sehr zu strapazieren. «Denn wir alle haben einen guten Ruf zu verlieren.»
Abschied vom Kantonsoberförster
Unter der Leitung des Verbandspräsidenten Philipp Schoch wurden die statutarischen Geschäfte speditiv abgewickelt. Emotionaler Höhepunkt war die Verabschiedung von Ueli Meier aus dem Vorstand. Der inzwischen pensionierte Kantonsoberförster und Leiter des Amts für Wald und Wild gehörte 31 Jahre dem Vorstand an. Wenn er auf etwas besonders stolz sei in seiner Tätigkeit für Wald beider Basel, so Meier, dann auf die Entwicklung, die der Verband in diesen Jahren durchgemacht hat. «Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer haben sich laufend stärker vom Kantonsforstamt emanzipiert. Für mich ist unser Verband ein Erfolgsmodell für die ganze Schweiz», sagte Ueli Meier, der für seinen langjährigen Einsatz zum Ehrenmitglied ernannte wurde.
Daniel Fässler überbrachte als Präsident die Grüsse von «Wald Schweiz», dem Verband der rund 250 000 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer. Der Wald mache zwar enorm viel Freude, die vielfältigen Leistungen würden jedoch zu wenig entschädigt, stellte er fest. Er bedauerte, dass die jahrelangen Bemühungen für die Klimaleistung des Waldes nicht honoriert, sondern vonseiten des Bundes sogar zurückgestuft werden.
Fässler hob die Unterstützung von Ständerätin Maya Graf (Grüne) hervor, die tatkräftig mitgeholfen habe, mehr Bundes- und Kantonsgelder für die Pflege der Wälder zu erhalten. «Wir zwei haben politisch das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne – ihres ist grüner, meines schon dürr. Aber wenn es um den Wald geht, spielt links und rechts keine Rolle», so der Ständerat («Mitte») aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden.
Maya Graf als Waldeigentümerin und Verbandsmitglied betonte ebenfalls die gemeinsamen Anstrengungen. «Wir konnten Ständerat und Nationalrat davon überzeugen, die vom Bundesrat vorgesehenen Kürzungen, unter anderem bei der Ausbildung des Forstpersonals, von 10 auf 2 Prozent zu reduzieren.» Zudem sei verhindert worden, dass die Deklarationspflicht für Holz nicht wie beantragt abgeschafft werde, sondern zum Schutz des Schweizer Holzes gewährleistet bleibe.

