Sitz der Frohburger und der Vögte der Stadt Basel
Die auf einem steilen Felsgrat thronende Burgruine ist das Wahrzeichen von Waldenburg. Um 1200 gegründet, bildete sie zusammen mit der Stadt und der unteren Burg einen Sperrriegel am Hauensteinpass. Nach Jahrhunderten als Sitz ...
Sitz der Frohburger und der Vögte der Stadt Basel
Die auf einem steilen Felsgrat thronende Burgruine ist das Wahrzeichen von Waldenburg. Um 1200 gegründet, bildete sie zusammen mit der Stadt und der unteren Burg einen Sperrriegel am Hauensteinpass. Nach Jahrhunderten als Sitz der Frohburger sowie der Vögte der Stadt Basel und deren Bischöfe wurde sie 1798 zerstört.
Schon früh bildeten die Kirche Sankt Peter und der Fronhof zu Onoldswil (heute Ober- und Niederdorf) das Eigengut der Grafen von Frohburg. Der ausgedehnte Onoldswiler Bann erstreckte sich über das obere Waldenburgertal und zahlreiche angrenzende Orte. Die von Zofingen bis Liestal begüterten Frohburger kontrollierten die Hauensteinpässe und den Abbau der dortigen Eisenerzlagerstätten. In diesem Zusammenhang stifteten sie 1145 das Kloster Schönthal bei Langenbruck. Vermutlich um 1200 liess Graf Herrmann von Frohburg die Waldenburg errichten. Im 13. Jahrhundert stand beim Städtchen unten noch eine zweite Burg, die den frohburgischen Dienstmannen der Herren von Waldenburg gehörte. Das gleichnamige Städtchen gründeten die Frohburger in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie verbanden es mittels einer Sperrmauer mit dem Felsen der Waldenburg.
Nach einer Aufteilung der Frohburger in eine ältere (Neu Homberg) und eine jüngere Linie (Waldenburg) begann ihre Macht zu bröckeln. 1265 übertrug Graf Ludwig von Frohburg den gesamten Waldenburger Besitz dem Bischof von Basel, der ihm diesen als Lehen wieder übertrug und ihn somit unter seine Dienste stellte. Nach dem Tod des letzten Frohburgers im Jahr 1366 setzte der Bischof einen Vogt auf die Waldenburg.
Basel und die Landvögte
Nach jahrelanger Geldnot verpfändete der Bischof 1400 die Herrschaft Waldenburg an die Stadt Basel, die ihren eigenen Vogt auf der Burg installierte. Die Leute des Amtes Waldenburg mussten fortan für Basel Kriegsdienst leisten, ohne aber Anspruch auf Bürgerrechte zu haben. Die Stadt rüstete Burg und Städtchen neu auf, auch weil die Solothurner 1416 in den Besitz der südlich des Hauensteinpasses gelegenen Herrschaft Alt Bechburg gelangt sind. Mit dem Kauf der Herrschaft Farnsburg 1461 übernahm Basel auch die landgräflichen Rechte über Waldenburg. Insgesamt residierten 51 Landvögte auf der Burg, der längste mit einer Amtsdauer von 21 Jahren. Die Besatzung bestand aus dem Vogt mit Familie, fünf Dienstboten, einem Schreiber sowie Lohnwächtern aus der Umgebung.
Infolge der Französischen Revolution begehrte die Bevölkerung gegen die Basler Obrigkeit auf. Am 15. Januar 1798 setzte sich der Landvogt nach Aarau ab – gleich danach stand die Burg in Flammen.
Ruine und Pulvermagazin
Die nutzlose Burg zerfiel rasch zur Ruine. 1834 liess der neu gegründete Kanton Basel-Landschaft wegen der Lage abseits auf dem Berg im Turm ein Pulvermagazin und im Hinteren Schloss eine Wächterwohnung einrichten. 1857 erwarb die Bürgergemeinde Waldenburg die Ruine vom Kanton mit der Auflage, sie nicht zu verändern. Nach Teileinstürzen erfolgte 1925 die Gründung einer Kommission zur Rettung der Waldenburg. Von 1929 bis 1931 wurde die Ruine freigelegt und konserviert. Weitere Reparaturen erfolgten zwischen 1949 und 2012.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus der Schlossgeschichte, welche die Archäologie Baselland auf ihrer Website publiziert hat. www.archaeologie.bl.ch/