An der kommenden Gemeindeversammlung vom 15. Oktober steht die Wasserversorgung im Zentrum der Aufmerksamkeit. Bisher befindet sich ein Teil der wassertechnischen Anlagen der Gemeinde Sissach (Hochzone und Höfe) im Besitz der Wasserversorgungsgenossenschaft Sissach und Umgebung (kurz WSU). ...
An der kommenden Gemeindeversammlung vom 15. Oktober steht die Wasserversorgung im Zentrum der Aufmerksamkeit. Bisher befindet sich ein Teil der wassertechnischen Anlagen der Gemeinde Sissach (Hochzone und Höfe) im Besitz der Wasserversorgungsgenossenschaft Sissach und Umgebung (kurz WSU). Diese liefert hauptsächlich Wasser an die Gemeinden Nusshof und Hersberg sowie an Teile von Wintersingen. In Sissach hat die Aufteilung der Anlagen zur Folge, dass im Versorgungsgebiet der WSU ein höherer Wasserpreis bezahlt werden muss als im Versorgungsgebiet der Regionalen Wasserversorgung Wühre (kurz RWV).
Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung nun die Übernahme der Anlagen der WSU auf dem Gemeindegebiet von Sissach zum Kaufpreis von 3,18 Millionen Franken. Dieser Übernahmepreis wurde auf Grundlage des errechneten Wiederbeschaffungswerts der Anlagen ermittelt, sodann abschreibungsbereinigt und um gewisse Faktoren korrigiert. Mit der Übernahme treten Sissach sowie auch die betroffenen Höfe als Einzelgenossenschafter aus der WSU aus. Da die WSU unmittelbar keinen grösseren Kapitalbedarf hat und der Gemeinderat diese Transaktion möglichst liquiditätsschonend abwickeln möchte, wurde eine Finanzierung des Kaufpreises über 15 Jahre vereinbart. Die WSU gewährt Sissach zu diesem Zweck ein Darlehen von 3,18 Millionen Franken, das ab Ende 2026 jährlich mit 212 000 Franken amortisiert wird. Der Zinssatz wird alle 3 Jahre auf Basis des Leitsatzes der Schweizerischen Nationalbank zuzüglich einer Marge von 1 Prozent festgelegt, beträgt aber mind. 1 Prozent p.a. Aktuell liegt dieser Zins bei 1 Prozent.
Mit dieser Übernahme gewinnt die Gemeinde Sissach die vollständige Hoheit über alle wassertechnischen Anlagen auf ihrem Gemeindegebiet und bezieht ihren gesamten Wasserbedarf direkt von der RWV zum Einheitspreis. Mit dem Austritt von Sissach aus der WSU ändert diese ihren Namen in Wasserversorgungsgenossenschaft Hersberg, Nusshof, Wintersingen (kurz WHNW).