Dorf schreibt schwarze Zahlen, Gemeindeordnung muss revidiert werden
hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von knapp 881 000 Franken abgeschlossen. Budgetiert waren 45 000 Franken. Weniger erfreulich sind gleich fünf Vakanzen in Kommissionen, die mangels ...
Dorf schreibt schwarze Zahlen, Gemeindeordnung muss revidiert werden
hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von knapp 881 000 Franken abgeschlossen. Budgetiert waren 45 000 Franken. Weniger erfreulich sind gleich fünf Vakanzen in Kommissionen, die mangels Kandidaturen offen bleiben.
Silvan Thommen
An der Einwohnergemeindeversammlung vom Mittwochabend standen eine deutlich bessere Jahresrechnung als erwartet, die Revision der Gemeindeordnung und die Suche nach Freiwilligen für fünf vakante Kommissionssitze im Zentrum.
Die Jahresrechnung 2025 überraschte positiv: Die Gemeinde schloss das Jahr mit einem Ertragsüberschuss von knapp 881 000 Franken ab – eingeplant war ursprünglich ein Plus von rund 45 000 Franken. Das deutlich bessere Ergebnis hat mehrere Ursachen: Eine Parzelle im Finanzvermögen wurde aufgewertet, der horizontale Finanzausgleich brachte mehr als erwartet und die Steuereinnahmen lagen klar über dem Budget.
Die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) beurteilte die Rechnung zwar positiv, mahnte aber: Die flüssigen Mittel der Gemeinde seien weiterhin tief, die Verschuldung liege bei rund 6,7 Millionen Franken. Nur ein anhaltend sparsamer Umgang mit den Finanzen könne die Risiken mittelfristig mindern. Die 35 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung einstimmig.
Bettina Jost-Rossi geht
Gemeinderätin Bettina Jost-Rossi tritt per Ende September zurück. In ihrem Abschiedsbrief schrieb sie, sie könne «in den strategischen Punkten kaum zur finanziellen Verbesserung für die Gemeinde beitragen», eine «gewissenhafte Amtsführung» sei ihr derzeit nicht möglich. In einer Rede blickte sie auf ihre Amtszeit zurück und schilderte die Herausforderungen in ihrem Ressort Soziales/Gesundheit. Die Ersatzwahl findet am 27. September statt.
Ernüchternd fiel die Bilanz bei den übrigen Wahlen aus: Für fünf vakante Sitze in vier Gremien war bis zum Beginn der Versammlung keine einzige Kandidatur eingegangen. Immerhin erklärte sich ein Anwesender spontan bereit, für die RGPK zu kandidieren, und wurde einstimmig gewählt. Alle anderen Sitze in der Bau- und Planungskommission, der Sozialhilfebehörde und dem Sekundarschulrat Liestal bleiben jedoch unbesetzt. In Gemeindekreisen gilt dies als Zeichen von Milizermüdung: Die Bereitschaft, neben Beruf und Alltag ein Ehrenamt zu übernehmen, nimmt spürbar ab.
Die Gemeinde reagiert mit einer Totalrevision der Gemeindeordnung auf diese Entwicklung. Das bisherige Regelwerk aus dem Jahr 2018 soll abgelöst werden; die neue Ordnung gestaltet die Sitzzahl in einzelnen Kommissionen flexibler – von einer fixen Fünferzahl zu einer Bandbreite von drei bis fünf. «Gewisse Kommissionen funktionieren auch mit drei Mitgliedern», begründete Gemeindepräsident Tobias Grieder den Schritt. Die Versammlung hiess die Vorlage einstimmig gut.
Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten an der Urne: Am 27. September kommt die neue Ordnung zur Volksabstimmung. Bei einem Ja tritt sie am 1. Januar 2027 in Kraft.