Ein Wüstenabenteuer für Lesemuffel
27.10.2026 SissachSekundarlehrerin Romina Troxler veröffentlicht ihren ersten Roman
Eine Liebesgeschichte in der algerischen Wüste, erzählt auf nur 136 Seiten: Mit ihrem Jugendroman «Julia und Ramir: im Zauber der Sahara» möchte Romina Troxler auch Jugendliche erreichen, die ...
Sekundarlehrerin Romina Troxler veröffentlicht ihren ersten Roman
Eine Liebesgeschichte in der algerischen Wüste, erzählt auf nur 136 Seiten: Mit ihrem Jugendroman «Julia und Ramir: im Zauber der Sahara» möchte Romina Troxler auch Jugendliche erreichen, die sonst kaum ein Buch zur Hand nehmen.
Fiona Findlay
Mehr als drei Jahrzehnte lang lag die erste Abenteuergeschichte von Romina Troxler auf dem Estrich. Bis die Sissacherin beim Aufräumen auf das alte Manuskript stiess: Als 14-Jährige hatte sie begonnen, in einem Notizbuch ein Abenteuer durch die algerische Sahara zu verfassen. Die heute 47-jährige Sekundarlehrerin beschloss, die Geschichte zu Ende zu schreiben. Aus der wiederentdeckten Idee ist inzwischen ihr erster Roman entstanden, den sie diesen Monat veröffentlicht hat.
Mit ihrem Debütroman möchte Troxler eine Alternative zu den aus ihrer Sicht derzeit vorherrschenden Jugendbüchern bieten. In Buchhandlungen und Bibliotheken seien die Genres Fantasy, Romantasy und Dark Romance stark vertreten. Troxler möchte zeigen, dass auch die reale Welt Stoff für spannende Jugendromane bietet. «Kulturelle und philosophische Aspekte sind in dieser Geschichte eingebettet und sollen die Leserschaft zum Nachdenken anregen», erklärt sie. Im Mittelpunkt ihres Romans steht jedoch eine Liebesgeschichte. «Ich gehe mit all meinen Klassen regelmässig in die Bibliothek», erzählt Troxler. Dabei beobachte sie immer wieder, dass für leseschwache Jugendliche und solche, die Bücher ungern zur Hand nehmen, vor allem eines zähle: die Seitenzahl. Ein dickes Buch schrecke viele bereits ab, bevor sie sich überhaupt mit der Geschichte beschäftigten. «Kurze, spannende Jugendromane mit Tiefgang gibt es leider zu wenige», findet Troxler.
Die Sissacherin unterrichtet seit mehr als 15 Jahren Bildnerisches Gestalten, Französisch und Deutsch auf der Sekundarstufe I. Bei der Lesefreude stellt sie grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Leistungszügen fest. Während ihr im P-Zug häufiger Jugendliche begegneten, die gerne lesen, seien diese in ihren E-Klassen eher selten. Im Leistungszug A habe ihr bisher noch keine Schülerin oder kein Schüler erzählt, dass sie zu Hause freiwillig Bücher lesen würden.
«Viele Jugendromane umfassen mehrere Hundert Seiten.» Wer gerne lese, lasse sich davon kaum abschrecken. Für Jugendliche, die wenig Freude am Lesen hätten, könne der Umfang hingegen eine grosse Hürde darstellen. Mit ihrem lediglich 136 Seiten langen Roman möchte Troxler gerade diesen jungen Menschen den Zugang zum Lesen erleichtern.
Dass eine Geschichte auf wenigen Seiten grosse Gefühle vermitteln kann, erlebt Troxler mit ihren Klassen regelmässig beim Lesen von William Shakespeares «Romeo und Julia». Mit allen Leistungszügen behandle sie eine für den Unterricht bearbeitete Fassung des Theaterstücks.
Trotz der teilweise ungewohnten Sprache seien ihre Schülerinnen und Schüler jedes Mal davon begeistert. Troxler erklärt sich dies dadurch, dass das Stück tiefe zeitlose Gefühle wie Liebe und Hass anspricht. Ausserdem schreite die Handlung rasch voran. Diese Erfahrung habe Troxler darin bestärkt, selbst einen kurzen Roman zu schreiben.
Fasziniert von der Wüste
Als Jugendliche verschlang Troxler selbst Abenteuergeschichten. Besonders die Sahara und die Lebenswelt der Tuareg faszinierten sie. Diese Begeisterung möchte die Sissacherin nun mit ihrem ersten Jugendroman «Julia und Ramir: im Zauber der Sahara» weitergeben. Darin erzählt sie die Geschichte der 19-jährigen Julia, die auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens ist. Sie bricht ihr Studium ab und reist nach Algerien, um bei einer Hilfsorganisation den Tuareg-Nomaden zu helfen. In der Wüste begegnet sie dem Tuareg-Rebellen Ramir, in den sie sich verliebt. Die Liebesgeschichte bildet den Kern des Abenteuers, das gleichzeitig Einblicke in die Lebenswelt des Nomaden-Volks Tuareg vermitteln soll.
Troxler verzichtet bewusst auf lange Beschreibungen und Rückblenden. Stattdessen wechseln sich in ihrem Roman kurze Schilderungen, Dialoge und handlungsreiche Passagen ab. Das Buch lässt die Autorin mit einem Cliffhanger enden. Ein zweiter Band ist bereits angedacht. Sowohl Bücherwürmer als auch Lesemuffel sollen in den Zauber der Sahara eintauchen. «Ich möchte Jugendliche dabei unterstützen, ein Kopfkino für sich zu entdecken und zu erleben, wie bereichernd das sein kann», sagt Troxler.
Am Donnerstag, 12. November, liest Romina Troxler ab 19.30 Uhr im «Cheesmeyer» aus ihrem neuen Roman.

