Ein gutes Leben für alle
28.10.2025 Sissach«Cheesmeyer»-Gespräch zum Abschluss der Flüchtlingstage
vs. Was hilft, damit alle ein gutes Leben führen können? Darüber diskutiert Ueli Mäder am Donnerstag, 30. Oktober, im Sissacher «Cheesmeyer» mit der Gewerkschafterin ...
«Cheesmeyer»-Gespräch zum Abschluss der Flüchtlingstage
vs. Was hilft, damit alle ein gutes Leben führen können? Darüber diskutiert Ueli Mäder am Donnerstag, 30. Oktober, im Sissacher «Cheesmeyer» mit der Gewerkschafterin Vania Alleva, der Bergsteigerin Helga Hengge und Ishtayah Ayman, der sich freiwillig beim Basler Jugendrotkreuz engagiert.
Wie stellen wir uns eine soziale und ökologische Wende vor – global und regional? Und was tun wir dafür, gesellschaftlich und persönlich? Und wie können wir wirtschaften und die Umwelt erhalten, damit alle genug haben? Darum geht es im Oktober-Talk zum Abschluss der Flüchtlingstage Region Basel 2025. Der Fokus richtet sich auch auf jene 122 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind und Schutz sowie eine neue Heimat suchen.
Vania Alleva ist schweizerischitalienische Doppelbürgerin. Die Tochter eines Lastwagenfahrers und einer Schneiderin präsidiert seit zehn Jahren die grösste Schweizer Gewerkschaft Unia mit mehr als 170 000 Mitgliedern aus Bau, Gewerbe, Dienstleistungen und Industrie. Sie ist zudem Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Vor gut einem halben Jahrhundert befürwortete der SGB noch eine sehr restriktive Einwanderungspolitik. Das ist heute anders. «Die Gewerkschaften stehen ein für ein Recht auf Arbeit und ein Leben in Würde für alle, unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsbewilligung», führt Alleva aus.
Auch ökologische Anliegen gewinnen an Bedeutung: «Im Gegensatz zu den aktuellen Verwerfungen rund um die US-Zölle ist die Klimakrise eine Herausforderung für die gesamte Schweizer Wirtschaft. Die Ausrichtung der Industrie auf eine CO2-arme, ökologisch und sozial sinnvolle Produktion ist dringend nötig», sagt Vania Alleva. Und zu einem guten Leben gehöre auch mehr Zeit zum Leben: «Mit unseren Forderungen zur Arbeitszeitverkürzung engagieren wir uns für mehr frei verfügbare Zeit neben der Erwerbsarbeit. Das ist gut für die Gesundheit, die Gleichstellung und das Klima.»
Die Journalistin Helga Hengge lebt heute in der Nähe von München. Sie kam in Chicago zur Welt, studierte in New York Film, Marketing und Philosophie, arbeitete in den USA als Mode-Redaktorin, begann frei zu klettern, bestieg mehrere Sechstausender in Lateinamerika und Nepal, erklomm auf allen sieben Kontinenten die höchsten Gipfel und 1999 auch als erste deutsche Frau den Mount Everest. Dazu verfasste sie das Buch «Nur der Himmel ist höher», das 2007 erschien. Die Autorin beschreibt darin ihren persönlichen Weg. Er führte aus einer gewissen Leere in die Höhe und über die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ego zur Spiritualität. Zudem zur Erkenntnis, wie wichtig es ist, die Umwelt zu beseelen, um sie mehr zu schützen.
Helga Hengge sagt: «Berge werden seit Urzeiten als Wohnstätten der Götter verehrt, verbinden die Erde mit dem Himmel, sind Quelle des Lebens und der Kraft. Am Berg lernen wir Demut und Dankbarkeit und erfahren zugleich eine tiefe Geborgenheit, in der Göttlichkeit der Natur.» In Tzombuk unterstützt die passionierte Bergsteigerin auch eine Schule für tibetische Kinder.
Ishtayah Ayman ist mit Migrationsfragen besonders vertraut. Wichtig ist ihm, «dass die Flüchtlingstage das Bewusstsein für die Integrationswege geflüchteter Menschen stärken und einen Raum für Austausch und Begegnungen schaffen». Dieses Anliegen teilen auch die Regierungen der Kantone Baselland und Basel-Stadt. Sie eröffnen die Veranstaltung mit Grussbotschaften, begleitet von Klängen der Regionalen Musikschule Sissach.
«Cheesmeyer»-Talk zum Abschluss der Flüchtlingstage,
Donnerstag, 30. Oktober, 19 Uhr,
Cheesmeyer, Sissach.

