Ein Déjà-vu zum Auftakt
13.02.2025 Sissach2. Liga: EHC Zunzgen-Sissach – EHC Zuchwil Regio 5:7 (2:3; 2:2; 1:2)
Zunzgen-Sissach verliert das erste Spiel im Play-off-Halbfinal gegen Zuchwil – trotz vieler Chancen. Diese erste Niederlage gegen Zuchwil erinnert an den Play-off-Final im vergangenen Jahr, als ZS gegen die ...
2. Liga: EHC Zunzgen-Sissach – EHC Zuchwil Regio 5:7 (2:3; 2:2; 1:2)
Zunzgen-Sissach verliert das erste Spiel im Play-off-Halbfinal gegen Zuchwil – trotz vieler Chancen. Diese erste Niederlage gegen Zuchwil erinnert an den Play-off-Final im vergangenen Jahr, als ZS gegen die Solothurner zu Beginn der Serie zwei Niederlagen einstecken musste.
Luana Güntert
«Wenn man zu Hause beim Playoff-Start sieben Tore bekommt, hat das nichts mit Pech zu tun», fasste Dominik Müller die Niederlage des EHC Zunzgen-Sissach im ersten Halbfinal am Dienstag gegen Zuchwil zusammen. Einen Schlüsselmoment, der für die 5:7-Niederlage sorgte, habe es gemäss dem Stürmer nicht gegeben. «Wir haben einfach zum falschen Zeitpunkt Tore kassiert und sind fast das ganze Spiel den Toren hinterhergerannt.»
«Fast das ganze Spiel» deshalb, weil ZS gut in die von Körpereinsatz geprägte Partie startete. Obwohl Zuchwil von Beginn weg hochstehend verteidigte, übernahmen die Oberbaselbieter das Spielgeschehen und Jérôme Lanz netzte nach dreieinhalb Minuten zum 1:0 ein. Lange hielt die Führung nicht und bereits dieses erste Gegentor wenige Minuten später zeigte, wie sich das Geschehen auf dem Eis an diesem Abend noch entwickeln wird.
ZS schien durch das 1:1 den Faden verloren zu haben. Dies nutzten die Solothurner aus und drangen mit einem schnellen Umschaltspiel mühelos durch die ZS-Verteidigung, wo Dominik Kucer sein Team ungedeckt in Führung schiessen konnte.
Nun funktionierte bei ZS gar nichts mehr. Das Tor von Michele Lepori stand unter Dauerbeschuss und die Oberbaselbieter hatten – sofern sie selber in den Angriff gehen konnten – mit unnötigen Puckverlusten zu kämpfen. Entgegen dieser schlechten Phase war es aber Lukas Dietrich, der sein Team mit dem 2:2 wieder ins Spiel brachte. Doch auch dieser Ausgleich hielt nur wenige Minuten, denn vier Minuten vor der ersten Pause erwischte Zuchwil Lepori aus spitzem Winkel im kurzem Eck.
Ein Tor jagt das nächste
Wie bereits zu Beginn der ersten 20 Minuten riss ZS auch im Mitteldrittel das Spieldiktat an sich. Das Heimteam erarbeitete sich Chance um Chance und dominierte das Spiel. Nicolai Gusset und Cédric Lanz versuchten sich an Weitschüssen und Denis Malik schaffte es, sich alleine durch die Zuchwiler Defensive zu kämpfen. Sie alle scheiterten aber am starken Zuchwiler Goalie.
ZS spielte stark, konnte jedoch keine Chance verwerten. So kam es dann, wie es kommen musste: Zuchwil erhöhte auf 2:4 und ZS schien seinen Schwung vom Beginn des Drittels verloren zu haben. «Das 2:4 brach uns etwas das Genick. Zwei Tore in Rückstand zu liegen und das in den Play-offs gegen ein gutes Team, ist schwierig», so Dominik Müller.
Nun ging es Schlag auf Schlag: Zuerst konnte Remo Müller ein Powerplay ausnutzen und den Anschlusstreffer zum 3:4 erzielen. 37 Sekunden später schlugen die Zuchwiler aber bereits zurück: Michael Lüdi kam frei vor Lepori zum Abschluss und die Solothurner kamen so zu ihrem fünften Treffer. Dann konnte ZS blitzschnell reagieren und setzte zum Gegenschlag an: Rony Spreyermann wurde in der Feldmitte mit einem langen Pass von Remo Hunziker angespielt und schaffte es danach, bis vor den Zuchwiler Goalie vorzudringen und die Scheibe im Tor zu versenken.
Ein Déjà-vu vom Vorjahr
Gleich zu Beginn des letzten Drittels keimte die ZS-Hoffnung auf einen Sieg nochmals auf, als Malik das 5:5 erzielte und ZS Zuchwil tief in seine Platzhälfte drängte. Das Team von Lukas Kamber hielt den Puck meist in den eigenen Reihen und suchte immer wieder Rony Spreyermann in der Tiefe – jedoch ohne Erfolg. Die Weitschüsse fanden ihren Weg ins gegnerische Tor auch nicht, der Zuchwiler Schlussmann Flavio Müller parierte alles souverän. So waren es an diesem Abend zum sechsten Mal die Zuchwiler, die trafen und einen ihrer wenigen Angriffe in dieser Spielphase erfolgreich abschlossen.
In das ZS-Pressing mischte sich Hektik, die Zeit verging rasant und es passierte das, was man in diesen letzten wichtigen Minuten am wenigsten brauchen kann: Mit Remo Müller und Noah Imhof wurden gleich zwei ZS-Spieler auf die Strafbank geschickt. Anstatt den dringend benötigten Ausgleichstreffer zu suchen, wehrten nun nur drei übrige ZS-Feldspieler alles ab, was kam, und das Heimteam überstand die zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Platz.
Was ZS zum Schluss fehlte, war Zeit. Weder das Time-out noch dass Lepori für einen Feldspieler vom Platz genommen wurde, brachte den erwünschten Ausgleich. Noch bitterer wurde es 27 Sekunden vor Abpfiff, als die Gäste mit einem «Empty Netter» ihren 7:5-Sieg besiegelten.
Diese Niederlage dürfte den Spielern und Fans wie ein Déjà-vu vorkommen. Noch immer präsent ist das Play-off-Final von vor elf Monaten, als ZS nach zwei Niederlagen gegen Zuchwil eine Aufholjagd sondergleichen hinlegte und sich so zum Zentralschweizer Meister spielte (die «Volksstimme» berichtete). Dieser Final scheint nun diese Saison nicht mehr so greifbar, wie auch schon. Von den vergangenen vier Spielen hat ZS drei verloren. Für das bevorstehende Spiel heute Abend in Zuchwil hat ZS gemäss Dominik Müller eine klare Devise: «Wir wollen, dass wir vorne Tore schiessen können. Jetzt müssen wir nur noch schauen, dass wir hinten keine mehr bekommen.»
TELEGRAMM
EHC Zunzgen-Sissach – EHC Zuchwil Regio 5:7 (2:3; 2:2: 1:2). Eisbahn: Sissach. Zuschauer: 199. Schiedsrichter: Von Allmen, Stämpfli. Tore: 4. J. Lanz (Hunziker, Gysi) 1:0; 6. Mombelli (T. Niederhauser) 1:1; 8. Kucer (Keller, Gerber) 1:2; 12. L. Dietrich 2:2; 16. T. Niederhauser 2:3; 28. Mombelli (Lüdi, T. Niederhauser) 2:4; 34. R. Müller (L. Dietrich, Hunziker) 3:4; 35. Lüdi (Mobelli, Klötzli) 3:5; 36. Spreyermann (Hunziker) 4:5; 44. Malik (Spreyermann) 5:5; 47. Mombelli (Lüdi) 5:6; 60. T. Niederhauser (Lüdi) 5:7.
Zunzgen-Sissach: Lepori; Lenz, Gysi; C. Lanz, Malik; Dörig, Gusset; Hunziker, Gyger, Bertschy; M. Niederhauser, Model, J. Lanz; Imhof, R. Müller, Gfeller; Spreyermann, L. Dietrich, D. Müller.


