VBC Gelterkinden kehrt in höchste Regionalliga zurück
Anfang Saison hätte damit niemand gerechnet: Das junge «Damen 2» des VBC Gelterkinden schafft als Aufstiegsteam den Gruppensieg in der 3. Liga und bringt den Verein in die höchste regionale Spielklasse ...
VBC Gelterkinden kehrt in höchste Regionalliga zurück
Anfang Saison hätte damit niemand gerechnet: Das junge «Damen 2» des VBC Gelterkinden schafft als Aufstiegsteam den Gruppensieg in der 3. Liga und bringt den Verein in die höchste regionale Spielklasse zurück.
Sebastian Wirz
Am Ende war es am Freitag dann doch keine Frage der Nervosität. Zwar hatte ein nervöser Raffael Hêche, der Trainer des «Damen 2» des VBC Gelterkinden, in der Nacht vor dem letzten Spiel seiner Drittligistinnen, das über den Aufstieg entscheiden sollte, schlecht geschlafen. Aber schon Stunden vor dem Anpfiff fiel die Nervosität ab – nämlich, als das Resultat des Sm’Aesch-Pfeffingen vom Donnerstagabend durchsickerte: Die einzigen Verfolgerinnen, die den VBCG bei einer Niederlage noch hätten abfangen können, hatten selber verloren. Die Rückkehr des VBC Gelterkinden in die höchste Regionalliga stand damit schon vor dem letzten Spiel von Hêches Team fest.
Dass die jungen Gelterkinderinnen zum Abschluss den viertplatzierten KTV Basel, also auch ein Team der erweiterten Tabellenspitze, dennoch überdeutlich mit 3:0 besiegten, spricht für diese Equipe. Von 16 Spielen haben die Oberbaselbieterinnen in der nun abgeschlossenen Saison 14 gewonnen. Und das als Aufsteigerinnen aus der 4. Liga.
Dort hatten sie 13 von 14 Partien für sich entschieden und nur 8 Sätze verloren, als Kanonenfutter waren sie in der 3. Liga also nicht zu betrachten. Aber an einen Durchmarsch direkt in die 2. Liga hatte auch niemand gedacht. «Das war der Traum, aber gerechnet haben wir damit nicht», sagt Hêche. Viel eher sei es als erstes darum gegangen, sich nach dem Aufstieg zu etablieren.
Zum fünften Mal seit 2000
Der Moment, ab dem Trainer und Team sich plötzlich vorstellen konnten, dass es etwas werden könnte mit einem Spitzenplatz, kam im Dezember: «Wir haben gegen das damals noch ungeschlagene City Volley Basel die ersten beiden Sätze dominiert, die Durchgänge 3 und 4 jeweils 24:26 verloren, aber den Leader im Fünften doch noch bezwungen», blickt Hêche zurück. «Da war mir klar, dass die Top-3 auf jeden Fall in Reichweite sind.»
Der Trainer, der vergangenes Jahr Erfahrungen als Assistent im Nationalliga-A-Team von Sm’Aesch-Pfeffingen gesammelt hat, attestiert seinen Spielerinnen zugleich grosse Lernwilligkeit und Leistungsbereitschaft: «Wir haben dreimal pro Woche trainiert und zum Teil noch Trainingstage an Wochenenden veranstaltet», sagt Hêche, «wir haben gearbeitet, als würden wir nicht ‹nur› 4. und 3. Liga spielen.» In den vergangenen zwei Jahren sei das Niveau stetig angestiegen. Der Gruppensieg in der 3. Liga ist nun die Belohnung – und sozusagen das Abschiedsgeschenk an den Trainer, der erneut als Assistent eines NLA-Teams nach Aarau weiterziehen wird.
Mit dem Aufstieg kehrt der VBC Gelterkinden in die höchste Regionalliga zurück. Dort war er seit 2000 – also nach der 1.-Liga- und NLB-Zeit um die Jahrtausendwende – schon viermal, musste aber stets nach einem oder maximal zwei Jahren wieder einen Abstieg hinnehmen. Der Verein scheint sich der Herausforderung bewusst zu sein: Er hat via Instagram zu einem Probetraining eingeladen und scheint damit externen Spielerinnen nicht abgeneigt zu sein.