Durch Abschottung findet keine Entwicklung statt
29.05.2026 Waldenburg, PolitikAndrea Sulzer, Gemeindepräsidentin Waldenburg, Grüne
Im Waldenburgertal wissen wir, was es bedeutet, wenn ganze Wirtschaftszweige einbrechen: Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren und damit Bäckereien, Käsereien, Metzgereien, Restaurants und andere ...
Andrea Sulzer, Gemeindepräsidentin Waldenburg, Grüne
Im Waldenburgertal wissen wir, was es bedeutet, wenn ganze Wirtschaftszweige einbrechen: Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren und damit Bäckereien, Käsereien, Metzgereien, Restaurants und andere wichtige Begegnungsorte verschwinden. Wir kennen die Krise – und wir wissen, wie man sie Schritt für Schritt bewältigt. Wir wissen aber auch, was Hoffnung gibt: Die neue Waldenburgerbahn macht unser Tal besser erreichbar und bringt Menschen zu uns, die hier bezahlbaren Wohnraum finden. Zugleich entstehen neue Kulturangebote – etwa in Waldenburg –, die unser Zusammenleben stärken. Solche Entwicklungen sichern unseren Wohlstand. Abschottung nicht.
Genau diese Entwicklungen stellt die SVP-Initiative «10-Millionen-Schweiz» infrage. Im Waldenburgertal, in unserer Region, entscheidet diese Initiative über ganz konkrete Lebensrealitäten. Über Arbeitsplätze, über funktionierende Betriebe, über die Frage, ob es auch in Zukunft noch genügend Pflegepersonal gibt. Schon heute suchen Altersheime händeringend nach Fachkräften – Stellen bleiben unbesetzt. Was passiert erst, wenn die Zuwanderung weiter eingeschränkt wird?
Eine andere Möglichkeit, Fachkräfte zu gewinnen, liegt auf der Hand: Wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken und damit insbesondere Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Dazu gehören genügend und bezahlbare Kitas. Genau hier blockiert die SVP seit Jahren – sie bekämpft Ausbau und Finanzierung solcher Strukturen. Wer also ernsthaft von weniger Zuwanderung spricht, aber gleichzeitig die inländischen Fachkräftepotenziale von Frauen nicht freisetzt, bietet keine Lösung, sondern verschärft den Fachkräftemangel nur weiter. Diese Initiative zeigt insgesamt keine Lösungen auf, sondern reiht sich ein in die vielen Überfremdungsinitiativen, welche die SVP in den vergangenen 50 Jahren lanciert hat.
Unsere Region steht bereits unter Druck: Wir haben eine alternde Bevölkerung, Fachkräftemangel und eine fragile wirtschaftliche Entwicklung. Weniger Zuwanderung würde diese Situation noch verschärfen. Betriebe finden kein Personal mehr, Öffnungszeiten werden reduziert, Angebote verschwinden. Das Tal verliert Schritt für Schritt an Lebendigkeit.
Die SVP-Initiative – die von allen Parteien, Wirtschaftsverbänden und sogar von einem grossen Teil der SVP bekämpft wird! – verspricht Schutz, bringt aber das Gegenteil: mehr Druck, weniger Perspektiven. Diese Initiative gefährdet unseren Wohlstand ganz konkret. Wir wissen aber, wie es geht – führen wir unsere gemeinsame Entwicklung des Tals fort und stellen uns gegen die schädliche Abschottung unseres Landes.
Philipp Schoch ist genau deshalb jetzt der richtige Regierungsratskandidat: Er nimmt die Herausforderungen der Region ernst und zeigt eine klare Haltung. Er steht für stabile Rahmenbedingungen, eine starke regionale, nachhaltige Wirtschaft und eine pragmatische Politik gegen Fachkräftemangel. Er setzt damit ein wichtiges Zeichen für Offenheit, Wohlstand und Zukunftsperspektiven im Kanton.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

