Dritter Anlauf für Landverkauf
23.06.2026 OberdorfGemeinderat will Talweg-Parzelle veräussern
kam. Wenn die Oberdörfer Einwohnerinnen und Einwohner heute Abend ihre Gemeindeversammlung abhalten, dürfen sie sich einmal mehr mit dem Landverkauf der gemeindeeigenen Parzelle am Talweg befassen. Wie aus den ...
Gemeinderat will Talweg-Parzelle veräussern
kam. Wenn die Oberdörfer Einwohnerinnen und Einwohner heute Abend ihre Gemeindeversammlung abhalten, dürfen sie sich einmal mehr mit dem Landverkauf der gemeindeeigenen Parzelle am Talweg befassen. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, beantragt der Gemeinderat, die erwähnte Parzelle im Bieterverfahren zu verkaufen. Es ist das nächste Kapitel einer langen Geschichte. Bereits im Juni 2025 berieten die Stimmberechtigten ein erstes Mal über die Vorlage. Mit 29 Nein- zu 26 Ja-Stimmen lehnten sie den Verkauf denkbar knapp ab. Kurz darauf wurde dem Gemeinderat mitgeteilt, dass das Grundstück zwischen dem Mittleren Weg und dem Vogelackerweg – das direkt unterhalb der Parzelle 1400 liegt – verkauft werden soll. Aufgrund der geänderten Ausgangslage beschloss der Gemeinderat, das Geschäft an der Einwohnergemeindeversammlung im Oktober nochmals auf die Traktandenliste zu setzen. Auf Antrag eines Stimmberechtigen entschied die Versammlung jedoch, nicht darauf einzutreten. Seine Begründung: Noch an der Juni-Versammlung sei ein solcher Verkauf abgelehnt worden.
Trotzdem nahm das Geschäft Anfang dieses Jahres wieder Fahrt auf. Auf der Gemeindeverwaltung traf ein Antrag ein, abermals an einer Gemeindeversammlung über den Landverkauf zu beraten – und so die im Oktober verpasste Diskussion nachzuholen. Deshalb unterbreitete der Gemeinderat den Stimmberechtigten im vergangenen März einen Antrag zur Erheblicherklärung, der mit 211 Jazu 23 Nein-Stimmen deutlich gutgeheissen wurde. Laut Gemeindepräsident Piero Grumelli hat das nichts mit Zwängerei zu tun: «Das war der einzig mögliche Mittelweg. Wir hätten das Geschäft auch ohne eine Erheblicherklärung vor die Versammlung bringen können. Dann hätte es aber so ausgesehen, als würden wir frühere Entscheide nicht akzeptieren. Das ist definitiv nicht der Fall.»
Willkommener Geldsegen
So kommt es, dass Oberdorf innert Jahresfrist ein drittes Mal zum Verkauf der Talweg-Parzelle einen Beschluss befassen will. Das im Antrag festgehaltene Bieterverfahren sieht ein Startgebot bei 650 Franken pro Quadratmeter vor. Mit Blick auf die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde ist Grumelli nicht unglücklich über das Vorgehen: «Ein Verkauf könnte uns rund 1 Million Franken in die Kasse spülen und würde unser Fremdkapital reduzieren.» Die Möglichkeit, das Land im Baurecht zu verkaufen, erachtet Grumelli als weniger sinnvoll: «Der Betrag, den wir jedes Jahr erhalten würden, bringt uns in der aktuellen Situation nicht viel.»
Stattdessen könnte seine stark verschuldete Gemeinde den aus einem direkten Verkauf resultierenden Geldsegen für anstehende Investitionen nutzen – zum Beispiel für das Wasserwerk z’Hof. Die Nachbargemeinde Niederdorf hat der hälftigen Beteiligung bereits am 15. Juni zugestimmt, während Oberdorf noch auf die Aufarbeitung der Vorgänge wartet, die zur denkbar knappen Rückweisung des 4,6-Millionen-Projekts im vergangenen Mai geführt haben. Der Bericht der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission zur Prüfung des Projektierungskredits wird heute Abend ebenfalls behandelt. Ausserdem präsentiert der Gemeinderat das geänderte Verwaltungs- und Organisationsreglement sowie die Jahresrechnung, die einen Gewinn von 2,18 Millionen Franken ausweist. Und er beantragt einen Kredit über 75 000 Franken für die Erstellung der Ableitung von Oberflächenwasser am Talweg.
