Drei wollen in den Gemeinderat
27.10.2026 LangenbruckEine Frau und zwei Männer kandidieren für die Nachfolge von Hector Herzig
Am 29. November entscheidet die Langenbrucker Stimmbevölkerung über die Nachfolge des verstorbenen Gemeindepräsidenten Hector Herzig im Gemeinderat. Drei Personen haben ihre Kandidatur ...
Eine Frau und zwei Männer kandidieren für die Nachfolge von Hector Herzig
Am 29. November entscheidet die Langenbrucker Stimmbevölkerung über die Nachfolge des verstorbenen Gemeindepräsidenten Hector Herzig im Gemeinderat. Drei Personen haben ihre Kandidatur angekündigt, darunter ein ehemaliger Gemeinderat. Sie stellen sich und ihre politischen Anliegen vor.
Elmar Gächter
Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Hector Herzig am 27. Juni verstorben. Er gehörte seit 2004 dem Gemeinderat von Langenbruck an und stand der Gemeinde seit 2008 als Präsident vor. Die Ersatzwahl für den vakanten Gemeinderatssitz findet am 29. November statt.
Bis zum gestrigen Redaktionsschluss haben sich drei Personen für die Nachfolge beworben: Marliese Kronenberg-Lerjen, Stefan Müller und Claudio Rossi. Während Marliese Kronenberg-Lerjen und Stefan Müller erstmals in die Exekutive einziehen würden, verfügt Claudio Rossi bereits über Erfahrung im Gemeinderat. Er gehörte der Behörde von 2018 bis Ende 2021 an. Die drei Kandidierenden sind zwischen 59 und 65 Jahre alt.
Claudio Rossi sieht insbesondere beim Wasserversorgungsnetz, bei den Gemeindefinanzen und bei der Kommunikation des Gemeinderats Handlungsbedarf. Stefan Müller möchte mit seiner Kandidatur Verantwortung für die Gemeinde übernehmen und etwas bewegen. Marliese Kronenberg-Lerjen wiederum will sich für das Gemeinwohl einsetzen, gemeinschaftliche Werte stärken und das Zusammenleben in der Gemeinde fördern.
Dass sich gleich drei Personen für einen einzigen Sitz bewerben, ist auch für Christian Burkhardt aussergewöhnlich. Er lebt seit einem halben Jahrhundert in Langenbruck und war hier sowohl als Gemeinderat als auch als Gemeindeverwalter tätig. An grössere Schwierigkeiten, freie Gemeinderatssitze zu besetzen, kann er sich nicht erinnern. Eine wichtige Rolle hätten dabei auch die Neuzuzüger gespielt, die wegen des Ökozentrums nach Langenbruck gezogen seien. «Daraus ist etwas entstanden, das bis heute anhält. Man findet stets Leute, die fähig und willens sind, sich für die Allgemeinheit einzusetzen», sagt Burkhardt. Bedauern äussert er hingegen darüber, dass sich die jüngere Generation kaum für ein solches Amt zur Verfügung stelle. «Wir hätten genügend junge Leute, die sich bestens für ein solches Mandat eignen würden», ist er überzeugt.
Eine stille Wahl ist ausgeschlossen. Es können sich weitere interessierte Einwohnerinnen und Einwohner bewerben.
Marliese Kronenberg-Lerjen
Marliese Kronenberg-Lerjen steht im 65. Altersjahr und bezeichnet sich selbst als lebensfrohe Frau. Sie ist seit 38 Jahren verheiratet und lebt seit 1996 zusammen mit ihrem Mann Hans-Peter im eigenen Haus in Langenbruck.
Nach ihrer Ausbildung zur Verkäuferin EFZ arbeitete sie während 18 Jahren in den Migros-Filialen Liestal und Bubendorf. Sie führte zusammen mit ihrem Mann während 11 Jahren selbstständig das «Milchhüsli» in Diegten, bis sie dieses 2006 aufgaben. Heute ist sie pensioniert, arbeitet jedoch weiterhin Teilzeit in ihrem erlernten Beruf.
Marliese Kronenberg-Lerjen engagierte sich im Samariterverein, der inzwischen aufgelöst wurde, und ist Mitglied des Frauenvereins. Sie ist überzeugt, dass Vereine einen wichtigen Beitrag zum Wohl und Zusammenhalt eines Dorfs leisten. Als parteilose Gemeinderätin möchte sie sich für das Gemeinwohl einsetzen, gemeinschaftliche Werte stärken und das Zusammenleben in der Gemeinde fördern. Es ist ihr Anliegen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten und Verantwortung für eine hohe Lebensqualität der Bevölkerung zu übernehmen.
Stefan Müller
Der 59-jährige Stefan Müller ist verheiratet und lebt seit mehr als 30 Jahren mit seiner Frau und zwei erwachsenen Söhnen in Bärenwil. Nach seiner Ausbildung zum Automechaniker hat er sich zum eidg. dipl. Leiter Facility-Management and Maintenance HFP weitergebildet. In dieser leitenden Funktion ist er bis heute tätig.
Abgesehen von seiner Mitarbeit in einer Beschaffungskommission für ein Feuerwehrfahrzeug war Stefan Müller bisher in keinem öffentlichen Amt tätig. Er ist ausgebildeter Feuerwehroffizier und war zudem Kommandant einer Betriebsfeuerwehr.
In Jodlerkreisen ist er jedoch bestens bekannt. Er ist langjähriges und nach wie vor aktives Mitglied des Jodlerklubs Oberer Hauenstein sowie Dirigent des Jodlerklubs Bärgbrünneli Koppigen.
Mit seiner Kandidatur möchte er dazu beitragen, dass die Bevölkerung eine echte Auswahl hat. Als Parteiloser will er sich für die Weiterentwicklung der Gemeinde einsetzen und anstehende Herausforderungen pragmatisch und zielgerichtet angehen. Dabei kann er sich verschiedene Ressorts vorstellen, in denen er seine beruflichen Erfahrungen gewinnbringend für Langenbruck einsetzen kann. Sein Credo: «Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen.»
Claudio Rossi
Claudio Rossi steht im 60. Altersjahr, ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und Grossvater von drei Enkelkindern. Seit etwas mehr als elf Jahren wohnt er im Passdorf. Er ist gelernter uniformierter Postbeamter und hat sich zum Personalfachmann weitergebildet. Bis heute arbeitet er als Personalleiter und führt daneben eine eigene Firma in der Immobilienbranche.
Während nicht ganz einer Amtsperiode gehörte Rossi bis Ende 2021 dem Gemeinderat von Langenbruck an. Dieses Amt musste er jedoch aufgeben, weil sich die zeitlichen Anforderungen des Mandats mit seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr vereinbaren liessen. Nun plant er, sich schrittweise aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Er ist Mitglied der SP und würde sich freuen, erneut ein Gemeinderatsmandat übernehmen zu dürfen.
Zu den Gründen für seine erneute Kandidatur befragt, äussert Rossi seine Unzufriedenheit mit der Arbeit des aktuellen Gemeinderats. Insbesonderse bei dringenden Geschäften geht es seiner Meinung nach zu langsam vorwärts. Dabei spricht er vor allem das veraltete Wasserversorgungsnetz an. Darüber hinaus sieht er Handlungsbedarf bei den Gemeindefinanzen. Er findet ferner, dass der Gemeinderat seine Kommunikation nach aussen verbessern müsse.



