Drei Personen teilen die Verwaltungsleitung
25.09.2026 DiegtenGemeinderat macht aus der Not, kein Multitalent zu finden, eine Tugend
Drei Fachkräfte anstatt eines klassischen Gemeindeverwalters oder einer -verwalterin: Auf dieses Führungsmodell setzt der Diegter Gemeinderat für seine Verwaltung. Diese ungewohnte Lösung ist aus ...
Gemeinderat macht aus der Not, kein Multitalent zu finden, eine Tugend
Drei Fachkräfte anstatt eines klassischen Gemeindeverwalters oder einer -verwalterin: Auf dieses Führungsmodell setzt der Diegter Gemeinderat für seine Verwaltung. Diese ungewohnte Lösung ist aus der Not geboren.
Christian Horisberger
An der Spitze der Diegter Gemeindeverwaltung ist in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung geraten. Verwalterin Claudia Hilber – ab 2019 im Amt – reduzierte nach ihrem Mutterschaftsurlaub im Juni 2024 ihr Pensum. Während ihrer Abwesenheit sprang Finanzverwalterin Karin Althaus als Gemeindeverwalterin ein. Schon bald nach ihrer Rückkehr entschied sich Hilber aus Gründen der Unvereinbarkeit von Beruf und Familie für einen Stellenwechsel.
Auf Hilber folgte ab März vergangenen Jahres Stefano Spata. Der Quereinsteiger hatte zuvor in leitender Funktion im Bad Eptingen gearbeitet. Seine Zeit als Gemeindeverwalter währte aber nur kurz: Per Ende Juli gab er die Stelle auf eigenen Wunsch wieder ab. Wieder übernahm Althaus die Verwaltungsleitung.
Der Gemeinderat schrieb die Stelle erneut aus. «Das Anforderungsprofil ist ausserordentlich hoch und Fachkräfte, die das Rüstzeug dafür mitbringen, sind rar», sagt Gemeindepräsident Niklaus Häfelfinger gegenüber der «Volksstimme». Es habe zahlreiche Bewerbungen gegeben, doch die Bewerberinnen und Bewerber hätten die geforderten Fähigkeiten, falls vorhanden, nur in Teilbereichen aufweisen können, sei es bei den Finanzen, der Personalführung oder im Politischen.
Nach den häufigen Wechseln sei es für den Gemeinderat entscheidend gewesen, der Verwaltung wieder Sicherheit zu geben, erklärt Häfelfinger. So sei man gemeinsam mit einer Beratungsfirma auf das Jobsharing-Modell gekommen. Dieses sieht gemäss einer Mitteilung im Gemeindeblatt wie folgt aus: Seit dem 1. September ist Claudia Ackermann als Gemeindeverwalterin mit Schwerpunkt -schreiberin tätig. Am 1. Oktober wird Roger Döbeli Gemeindeverwalter mit Schwerpunkt Führung und Projekte. Gemeinsam mit der bisherigen Finanzverwalterin Karin Althaus (neu: Gemeindeverwalterin mit Schwerpunkt Finanzen) werden die Neuzugänge die Aufgaben der bisherigen Gemeindeverwalterstelle in einem Jobsharing-Modell wahrnehmen. Vorhandenes Fachwissen werde somit gezielt gebündelt, gleichzeitig würden verlässliche Stellvertretungen sichergestellt, heisst es weiter. An den Stellenprozenten wird sich laut Niklaus Häfelfinger nichts ändern: Althaus behält ihr Pensum bei, Döbeli und Ackermann werden sich das bisherige Vollzeit-Verwalterpensum im Verhältnis 60 zu 40 teilen.
«Ohne Not hätten wir eine solche Lösung nicht gewählt», gesteht der Gemeindepräsident. Ihm sei bewusst, dass die Koordination der Führungspersonen untereinander eine Herausforderung sein werde. Deshalb werde das Jobsharing-Modell während der ersten Monate vom externen Beratungsbüro begleitet, um die Prozesse zu optimieren. Unter diesen Voraussetzungen ist Häfelfinger zuversichtlich, dass die Lösung funktioniert.
