Drei Frauen sorgen für Wirbel
06.10.2026 KulturBei der «Fricktaler Bühne» laufen die Proben für «Hello, Dolly!»
Bis zur Premiere von «Hello, Dolly!» am 10. Oktober bleibt nicht mehr viel Zeit. Neben dem Geschäftsmann Horace Vandergelder und seinen Angestellten sorgen drei Frauen für ...
Bei der «Fricktaler Bühne» laufen die Proben für «Hello, Dolly!»
Bis zur Premiere von «Hello, Dolly!» am 10. Oktober bleibt nicht mehr viel Zeit. Neben dem Geschäftsmann Horace Vandergelder und seinen Angestellten sorgen drei Frauen für reichlich Verwirrung auf der Bühne.
Marcel Hauri
Für das rund 100-köpfige Ensemble der «Fricktaler Bühne» beginnt die entscheidende Phase der Vorbereitungen – hinter den Kulissen ebenso wie auf der Bühne. Im Mittelpunkt des Musicals von Jerry Herman stehen die Solistinnen und Solisten, die mit Missverständnissen, Konflikten und Verwechslungen für Wirbel sorgen.
Der Blick richtet sich auf drei Solistinnen: Sarina Weber spielt die Hutmacherin Irene Molloy, Andrea Suter und Anna Gössi teilen sich die Rolle ihrer Assistentin Minnie Fay.
Die Hutmacherin Irene Molloy führt in New York ein eigenständiges Hutgeschäft und gilt als erste Heiratskandidatin für den Geschäftsmann Horace Vandergelder. Natürlich kommt alles anders als geplant. Die in Olten wohnhafte Sarina Weber wird im Kurbrunnensaal in diese Rolle schlüpfen. Die Mezzosopranistin ist eine Künstlerin zwischen Stimme, Bewegung und Fashion. Ihr Weg zur «Fricktaler Bühne» erfolgte wie in vielen anderen Fällen über Jeanne-Pascale Künzli, die ab dem 10. Oktober die Rolle der Dolly spielen wird.
Sarina Weber durfte bei der boxopera-Produktion Carmen die Titelrolle singen, während Jeanne-Pascale Künzli die Micaëla verkörperte. Sie blickt zurück: «Die Zusammenarbeit mit ihr hat so viel Spass gemacht, dass ich offenbar keinen allzu schlechten Eindruck hinterlassen habe.» Als Künzli sie später fragte, ob sie an der «Fricktaler Bühne» die Irene Molloy übernehmen möchte, musste sie nicht lange überlegen. So führte ihr Weg zur «Fricktaler Bühne».
Weber freut sich auf die Proben und die 21 Vorstellungen im Kurbrunnensaal. Sie hofft auf kreative Begegnungen und viel Freude am gemeinsamen Musizieren und Spielen. Einige Mitwirkende kennt sie bereits von früheren Produktionen, andere wird sie neu kennenlernen. Sie ist überzeugt, dass das Ensemble in den kommenden Wochen zusammenwachsen und eine Aufführung auf die Bühne bringen wird, die auch das Publikum begeistert.
Auf ihre Rolle der Irene Molloy konnte sie sich bereits vorbereiten. «Ich durfte in einer früheren Produktion bereits Minnie Fay spielen. Damals konnte ich Irene Molloy aus nächster Nähe beobachten und jetzt darf ich selbst in ihre Hüte schlüpfen. Das Spannende am Schauspiel ist für mich, andere Facetten zu entdecken und herauszufinden, wer man auf der Bühne alles sein kann.» Dass es nun endlich losgeht, freut sie ganz besonders. «Ich liebe diesen Moment, wenn aus vielen einzelnen Menschen langsam ein Ensemble wird und eine Geschichte zum Leben erwacht.» Und natürlich freue sie sich darauf, «Hello, Dolly!» neu zu entdecken inklusive aller Verwechslungen und Überraschungen.
Auch Andrea Suter aus Liestal und Anna Gössi aus Solothurn können den Start in wenigen Tagen kaum erwarten. Sie verkörpern in einer Doppelbesetzung die Rolle der Minnie Fay, einer etwas naiven und quirligen Assistentin der Hutmacherin Irene Molloy. Minnie Fay ist so aufgeregt und gesprächig und muss die Welt ausserhalb ihrer Heimatstadt erst noch entdecken. Andrea Suter spielt nach «Die lustigen Weiber» (2019) bereits zum zweiten Mal bei der «Fricktaler Bühne» mit.
«Die ‹Fricktaler Bühne› hat eine tolle Tradition von hochstehenden, guten Produktionen. Nicht nur auf, auch hinter der Bühne treffe ich hier immer eine schöne Stimmung an», sagt Suter. Die Leute schauen sich alle Vorstellungen, auch die fünfzehnte, am Monitor an und freuen sich über Gelungenes und Lustiges. Dieser Zusammenhalt, das berühre sie sehr. Sie geht aber auch mit Respekt an ihre neue Herausforderung, ist doch Musical nicht ihr Spezialgebiet: «Musical zu singen, ist für mich eine grosse Premiere. Ich singe neben Oper, Lied und Kirchenmusik seit Neuestem wieder Chanson, und ich habe grossen Spass daran, stimmlich bisweilen ‹über den Hag zu fressen›».
Dass solche Möglichkeiten an sie herangetragen werden, sei ein grosses Geschenk, und sie versuche, damit sorgsam umzugehen und ihr Bestes zu geben, sich von der Musik so inspirieren zu lassen, dass die Stimme stilistisch den Weg finde. Und: Muskelkater erwarte sie auch, wahrscheinlich werden viel Tanz und Bewegung in den Szenen sein.
Mit Minnie Fay hat sich Suter bereits intensiv beschäftigt. Wie ihre Figur sei auch sie einst eher ein «Landei» gewesen. Ihren ersten Besuch in New York habe sie als überwältigend erlebt. «Zum Glück kam damals noch kein Barnaby Tucker um die Ecke – das wäre zu viel gewesen», sagt sie lachend. Auf der Bühne wird sie ihm nun doch begegnen.
Am meisten freut sie sich auf die Musik, die Energie und auf viele bekannte Gesichter aus früheren Produktionen. Einen besonderen Wunsch hat sie ebenfalls: «Es würde mich freuen, wenn ich den schönsten Hut aus dem Hutgeschäft tragen dürfte. Ich mag schöne Schuhe und schöne Hüte.»
Die zweite Minnie Fay spielt Anna Gössi aus Solothurn. Auch sie kennt die «Fricktaler Bühne» bereits. Im Jahr 2021 sang sie bei Jeanne-Pascale Künzli für die Operette «Im weissen Rössl» vor und erhielt die Rolle des Klärchens Hinzelmann.
Nun freut sie sich auf viele schöne Momente vor und hinter der Bühne. An ihrem Beruf schätzt sie besonders, immer wieder in neue Rollen schlüpfen zu können. Manche Figuren lägen einem aufgrund des eigenen Typs besonders gut – und bei Minnie Fay sei das ihrer Ansicht nach der Fall.
Wie die Figur letztlich wirke, hänge jedoch auch davon ab, wie die Regie sie anlege. Gössi lässt sich deshalb gerne überraschen: «Ich freue mich darauf, mich ganz in die Rolle hineinzugeben.»
Diese Vorschau publizieren wir in Zusammenarbeit mit der «Neuen Fricktaler Zeitung».

