Dramatischer Final ohne Happy End
21.04.2026 Sport, UnihockeyGrossfeld: Waldenburg Eagles verpassen den Aufstieg in die 2. Liga
Im entscheidenden fünften Spiel um den Aufstieg in die 2. Liga unterliegen die Waldenburg Eagles in einem Hitchcock-Final vor eigenem Publikum dem SC Laupen nach 4:0-Führung noch in der Verlängerung. Damit ...
Grossfeld: Waldenburg Eagles verpassen den Aufstieg in die 2. Liga
Im entscheidenden fünften Spiel um den Aufstieg in die 2. Liga unterliegen die Waldenburg Eagles in einem Hitchcock-Final vor eigenem Publikum dem SC Laupen nach 4:0-Führung noch in der Verlängerung. Damit verbleiben sie in der 3. Liga Grossfeld.
Sander van Riemsdijk
Die Enttäuschung bei den Spielern der Waldenburg Eagles war am Sonntag grenzenlos. Als der SC Laupen im fünften und entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die 2. Liga in der Verlängerung das «Golden Goal» zum 5:4-Sieg erzielte, konnte kaum jemand in der voll besetzten Dreifachhalle in Oberdorf begreifen, was sich da gerade abgespielt hatte.
Am wenigsten die Eagles selbst. Lange hatten sie wie sichere Sieger ausgesehen, nach zwei Dritteln und mit einer spielerisch ausgezeichneten Leistung hochverdient und diskussionslos mit 4:0 geführt. Der SC Laupen wollte von Anfang an aus einer gesicherten Defensive starten und versuchte, mit schnellen Vorstössen zum Erfolg zu kommen. Als die Baselbieter aber nach zehn Minuten im ersten Drittel so richtig Fahrt aufnahmen, war es um den Widerstand der Gäste aus Bern schnell geschehen. Die Eagles waren dem Gegner in allen Belangen überlegen, es spielte nur die Heimmannschaft.
In den direkten Spielzügen mit zielgerichteten Kombinationen war klar erkennbar, über welche Qualitäten dieses Team verfügt, wenn man es spielen lässt. Kurz vor der ersten Pause belohnten sich die Eagles für ihre Leistung mit drei Toren innert dreier Minuten, und als Leon Niederhauser in der 8. Minute im zweiten Drittel mit einem technischen Kabinettstück auf 4:0 erhöhte, dachten viele, dass das Spiel entschieden sei. Zu gross war die Dominanz der Gastgeber.
Mit diesem 4-Tore-Vorsprung ging es in die zweite Pause. Was dann im letzten Drittel folgte, war an sportlicher Dramatik kaum zu überbieten. Die Berner hatten mit dem Mut der Verzweiflung ihre defensive Taktik aufgegeben, standen nun viel höher und griffen die Eagles bereits in deren eigener Platzhälfte konsequent und aufsässig an. Darauf fand die Heimmannschaft überhaupt keine Antwort.
Als die Gäste in der 43. Minute den ersten Gegentreffer zum 1:4 erzielten, machte sich in den Reihen der bis dahin souverän aufspielenden Eagles plötzlich Nervosität breit. Die spielerische Überlegenheit war verschwunden. Kapitän Oliver Dürrenberger erklärte sich den Einbruch so: «Wir haben nicht das gleiche Engagement gezeigt wie in den ersten beiden Dritteln. Plötzlich hat sich beim ersten Gegentreffer Angst breitgemacht und wir gerieten in eine Negativspirale.»
Die Berner spürten, dass trotz des grossen Rückstands noch etwas möglich war. Jetzt waren sie es, die das Spielgeschehen bestimmten, und sie drückten die Eagles in ihre eigene Verteidigungszone. Mit zwei Toren verkürzten sie auf 3:4 und, als vier Minuten vor Schluss eine Zweiminutenstrafe gegen die Eagles ausgesprochen wurde, erzielten die Berner in Überzahl den Ausgleich zum 4:4. Damit hatten sie das Momentum auf ihrer Seite. Bereits in der ersten Minute der Verlängerung schossen sie das Golden Goal zum 5:4.
Die Eagles waren in den ersten zwei Spielen in der «Best of five»-Serie als Sieger vom Platz gegangen, nun stehen sie drei Spiele später mit leeren Händen da und müssen ihre Aufstiegsambitionen für diese Saison begraben. Eagles-Trainer Michael Spitteler vergrub nach Spielende das Gesicht tief in den Händen und rang nach Worten. Als er sich einigermassen gefasst hatte, sah er trotzdem einige Lichtblicke im Spiel seiner Mannschaft: «Auf der Leistung in den ersten beiden Dritteln können wir für die Zukunft aufbauen. Da einige ältere Spieler aufhören, werden wir jüngere Spieler in das Team einbauen.» Spitteler schaute in der dunklen Stunde der Niederlage bereits wieder vorwärts: «Wir sind trotz dieser Niederlage auf dem richtigen Weg.»
TELEGRAMM
Eagles – SC Laupen 4:5 n.V. (3:0; 1:0; 0:4; 0:1). Halle: Oberdorf. Tore: 16. Infanger 1:0; 18. Frei 2:0; 19. Hirschi 3:0; 25. Niederhauser 4:0; 43. Aeschlimann 4:1; 46. Schwarz 4:2; 49. Scheidegger 4:3; 56. Schwarz 4:4; 61. Aeschlimann 4:5. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Waldenburg, 1-mal 2 Minuten gegen SC Laupen.

