Die WM gemeinsam erleben
19.05.2026 Sport, EishockeyPublic Viewing in Hemmiken mit Braten und Burger
In Hemmiken organisieren fünf Freunde aus der Turnszene während der Eishockey-WM ein Public Viewing. In der Alten Turnhalle bietet das Event-Team Fest- und Bar-Betrieb sowie ein Gemeinschaftserlebnis nicht nur für die ...
Public Viewing in Hemmiken mit Braten und Burger
In Hemmiken organisieren fünf Freunde aus der Turnszene während der Eishockey-WM ein Public Viewing. In der Alten Turnhalle bietet das Event-Team Fest- und Bar-Betrieb sowie ein Gemeinschaftserlebnis nicht nur für die Dorfbewohner.
Markus Graf
Tickets für die im eigenen Land stattfindenden Eishockeyweltmeisterschaft waren nur noch beschränkt erhältlich und eigentlich auch zu teuer. So gärte bei Cédric und Caroline Thommen, Andreas Grieder, Chantal Tallichet und Thomas Alispach an einem Hürlimann-Traktorentreffen Ende September 2025 die Idee eines eigenen Public-Viewing-Events. Niemand von ihnen äusserte Bedenken, und so fiel im Februar kurz vor der Fasnacht der definitive «Go-Live»-Entscheid.
Ab Montag vergangener Woche wirkten sie jeden Abend in der Alten Turnhalle. Hilfsbereite Hemmikerinnen und Hemmiker packten spontan mit an. Unverzichtbare Hilfe leistete auch der erfahrene Buusner Multimediatechniker Fabrizio Ramon. Er betonte, ihm sei es wichtig, solche Anlässe ohne grosse finanzielle Investitionen zu ermöglichen. Er war für die legale Ausstrahlung des SRF-Fernsehsignals zuständig und installierte und verkabelte die Bildschirme. Eine grosse, rund 4,5 × 2,5 Meter messende Leinwand und fünf weitere Bildschirme sorgten allerorts für einwandfreie Sicht auf das Spiel. Sogar Cédric Thommen am Grill draussen unter dem Vordach hatte einen Monitor. So konnte er das Spiel ohne das Risiko verkohlter Würste verfolgen.
Zögerliche Besucher
Ausgerüstet mit 132 Sitzplätzen in der Halle und auf der Galerie, einem zwei Sofa umfassenden Lounge-Bereich und der natürlich unverzichtbaren Bar ist die 1937 vollständig aus Holz erbaute Alte Turnhalle in diesem Ausbau eine ideale Location. Geöffnet ist die Halle ab 16 Uhr an jedem Spieltag mit Schweizer Beteiligung.
Am Freitag, dem Eröffnungstag, dümpelten die Besucherzahlen zu Beginn so vor sich hin. Das spannende Nachmittagsspiel Kanada gegen Schweden lockte nur etwa 20 Interessierte an. In erster Linie aber nicht wegen des Eishockeys, sondern wegen der Kameradschaft.
Eine Gruppe älterer Hemmiker trank ihr übliches Feierabendbier – halt nicht in der Waldhütte auf dem Schlegel, sondern im Dorf in der Alten Turnhalle. In der Lounge sitzend warteten Marla und Lara häkelnd und handyspielend auf viele Freunde und Freundinnen aus dem Dorf.
Ab circa 19 Uhr füllte sich die Halle. Einige Eltern nutzten das Public-Viewing-Angebot zum Familienausflug und fühlten sich bei WM-Braten mit oder ohne Kartoffelsalat, Fan-Burger und doppelt so grossem Spieler-Burger wohl. Vorab für jüngere Burschen brauchte es nur Bier an der Bar.
Zum Abendspiel Schweiz gegen die USA waren die meisten der 132 Plätze dann besetzt und auch an der Bar drängten sich die Besucher. Die Turnvereine Rothenfluh und Buus verlegten ihre Trainingsstunden nach Hemmiken. Die Rothenflüher reservierten im Voraus zehn Plätze. Fast der ganze Verein – mit Ausnahme der Eishockeymuffel und Ferienabwesenden – war da. Sogar eine Tröte wurde ausgepackt.
Erst ein wenig Enthusiasmus
Alle hofften auf einen Schweizer Sieg. So richtig daran glauben wollte aber niemand. Die letztjährige WM-Finalniederlage liess an einem Erfolg gegen die scheinbar übermächtige USA zweifeln. Dimitri vom TV Rothenfluh jedoch war von einem 3:1-Sieg überzeugt. Er sollte mit seiner Prognose recht behalten.
Als Pius Sutter schon nach zwei Minuten zum 1:0 einschoss, waren die Freude und der Jubel gross. Das vorentscheidende 2:0 vor der ersten Drittelspause wurde mit grossem Erstaunen, aber immer noch mit wenig sichtbaren Emotionen zur Kenntnis genommen. Die Anwesenden trauten der Sache noch nicht so ganz.
Als das 3:1 nach 60 Spielminuten und damit die gelungene Revanche für die letztjährige knappe Finalniederlage feststand, kam ein wenig Enthusiasmus auf.
Im Gegensatz zum Event-Team waren die Gäste nicht die grossen Eishockey-Fans. Die hatten eher ein Bier mit Freunden im Fokus. Sie sahen in diesem Public Viewing vielmehr einen Gemeinschaftsanlass für das 265 Einwohner zählende Hemmiken. Die Familien und die Älteren machten sich nach Spielschluss schon bald auf den Heimweg, die Jüngeren zog es an die Bar, wo es in gehobener Partystimmung weiterging.


