Die Reserven schwinden
27.10.2026 LampenbergHohes Defizit belastet Gemeindekasse
steht vor schwierigen finanziellen Jahren: Die Gemeinde will den Steuerfuss erhöhen, schreibt aber weiterhin rote Zahlen. Hinzu kommen Investitionen von rund 1,8 Millionen Franken. Der Spielraum wird enger.
Pascal ...
Hohes Defizit belastet Gemeindekasse
steht vor schwierigen finanziellen Jahren: Die Gemeinde will den Steuerfuss erhöhen, schreibt aber weiterhin rote Zahlen. Hinzu kommen Investitionen von rund 1,8 Millionen Franken. Der Spielraum wird enger.
Pascal Kamber
Wie aus der jüngsten Ausgabe des Gemeindeblatts hervorgeht, rechnet die Gemeinde Lampenberg für 2027 mit einem Aufwandüberschuss von 299 461 Franken. Und dies, obwohl der Gemeinderat bereits eine Erhöhung des Steuerfusses von 62 auf 64 Prozent eingerechnet hat. Darüber entscheiden die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember. Die erwarteten Mehreinnahmen von rund 50 000 Franken reichen bei Weitem nicht aus, um das Defizit auszugleichen.
Der Fehlbetrag muss aus den vorhandenen Reserven gedeckt werden. Ende 2025 betrug der Bilanzüberschuss einschliesslich der finanzpolitischen Reserve rund 838 000 Franken. Das für 2027 budgetierte Defizit entspricht mehr als einem Drittel dieses Betrags. «Es ist eine angespannte Situation», sagt Stefan Thomann, der im Gemeinderat das Ressort Finanzen betreut. Erschwerend komme hinzu, dass die Gemeinde künftig rund 150 000 Franken weniger aus dem kantonalen Finanzausgleich erhalte. Das sei aber auch eine positive Entwicklung: «Wir gewinnen an Steuerkraft, weil wir mehr und bessere Steuerzahler haben.» Allein auf diese Entwicklung zu setzen und auf eine Verbesserung der Finanzlage zu hoffen, kommt für den Gemeinderat nicht infrage. «Das wäre nicht seriös. Darum wollen wir die Steuerfusserhöhung jetzt umsetzen», sagt Thomann.
Notwendige Investitionen
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt der Gemeinderat im Gemeindeblatt steigende Kosten bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, der Bildung sowie in den Bereichen Alter und Soziale Sicherheit. «Das sind die grossen Budgetposten. Hier haben wir relativ wenig Möglichkeiten, die Kosten zu beeinflussen», erklärt Thomann. Der geringe Spielraum bei den grossen Ausgaben bedeute nicht, dass die kleineren Posten ausser Acht gelassen würden. Rund 900 Ausgabenpositionen würden bei der Budgetierung jedes Mal detailliert geprüft und diskutiert. Eine einfache Lösung gebe es dennoch nicht. «Es gibt nicht einfach einen Knopf, auf den man drücken kann, und das Problem ist erledigt», so Thomann.
Gleichzeitig plant Lampenberg für 2027 Nettoinvestitionen von rund 1,8 Millionen Franken. Vorgesehen sind Erschliessungen am Grendelweg und an der Wildensteinerstrasse sowie Investitionen in die Abwasserinfrastruktur. Der Gemeinderat erachtet diese Vorhaben trotz der angespannten Finanzlage als notwendig für den Unterhalt und die Weiterentwicklung der Dorfinfrastruktur. Die Projekte müssen vollständig mit neuem Fremdkapital finanziert werden. Damit steigt die Verschuldung der Gemeinde.
Mit den beiden Strassen würden Wohn- und Gewerbezonen erschlossen, in denen künftig gebaut werden soll. «Wir möchten, dass dort gebaut wird. Dafür müssen wir als Gemeinde zuerst eine Vorleistung erbringen. Das ist der normale zeitliche Ablauf», erklärt Thomann. Auch bei der Abwasserinfrastruktur gehe es darum, vorausschauend zu handeln. Da der Kanton die Hauptstrasse saniere, wolle die Gemeinde die Gelegenheit nutzen, um gleichzeitig ihre Leitungen zu modernisieren.
Mittelfristig will der Gemeinderat die Finanzen mit strikter Ausgabendisziplin stabilisieren. Trotz der schwierigen Ausgangslage blickt Thomann zuversichtlich in die Zukunft. So seien für 2027 geringere Ausgaben für Sozialhilfe und Pflegeheime budgetiert als für 2026. Gleichzeitig zeichneten sich höhere Steuereinnahmen ab. Für Thomann sind das ermutigende Signale: «Es ist nicht alles dunkel.»
