Die Rückkehr des Baselbieter Derbys
16.10.2026 Sport, EishockeyAufsteiger EHC Laufen empfängt Meister Zunzgen-Sissach
Christof Amsler und Andreas Keller haben den EHC Laufen zurück in die 2. Liga geführt. Sechs Jahre nach dem Rückzug der Laufentaler kommt es am Dienstag in der 2. Liga erstmals wieder zum Baselbieter Derby gegen ...
Aufsteiger EHC Laufen empfängt Meister Zunzgen-Sissach
Christof Amsler und Andreas Keller haben den EHC Laufen zurück in die 2. Liga geführt. Sechs Jahre nach dem Rückzug der Laufentaler kommt es am Dienstag in der 2. Liga erstmals wieder zum Baselbieter Derby gegen Zunzgen-Sissach.
Thomas Ditzler
Die Rückkehr des EHC Laufen in die 2. Liga sei ein Gewinn für die Meisterschaft, sagte ZS-Trainer Lukas Kamber zu Beginn der neuen Saison. Sechs Jahre nach dem freiwilligen Rückzug sind die Laufentaler auf diese Saison hin in die 2. Liga aufgestiegen. Am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) steht in der Laufner Eishalle erstmals seit langer Zeit wieder das Baselbieter Derby in der 2. Liga zwischen dem EHC Laufen und dem EHC Zunzgen-Sissach an.
Massgeblichen Anteil am jüngsten Erfolg hatte mitunter ein altbekanntes Oberbaselbieter Gesicht: Christof Amsler. Laufen-Trainer Andreas Keller hatte den 54-jährigen Tenniker auf die vergangene Saison hin als Unterstützung an die Bande zurückgeholt. «Für mich war das Kapitel Eishockey zu jenem Zeitpunkt eigentlich abgeschlossen», sagt Amsler. Für den einstigen Zunzgen-Sissach-Trainer war es nach seinen Engagements von 2012 bis 2016 und von 2017 bis 2019 eine weitere Rückkehr nach Laufen: «Meine Motivation war, nochmals mit guten Leuten eine schöne Zeit zu verbringen. Gleichzeitig war für mich klar, dass ich mein Leben nicht mehr ganz dem Eishockey unterordnen wollte», so Amsler weiter, der auch in höheren Ligen coachte und mit den Frauen der ZSC Lions 2017 Schweizer Meister wurde.
Als Trainerduo ergänzen sich Amsler und Keller perfekt. Dies zeigte sich nicht zuletzt in der vergangenen Saison, die im Aufstieg gipfelte. «Dieser war für mich völlig überraschend. Selbst an Weihnachten dachte ich noch nicht daran», blickt Amsler zurück und Keller ergänzt: «Es ist einfach alles für uns gelaufen.»
Der Coup der ersten Mannschaft sei auch für den eigenen Nachwuchs von Bedeutung, ist Amsler überzeugt. «Für die jungen Spieler im Verein ist es wichtig zu sehen, dass ihre Perspektive in Laufen künftig die 2. und nicht mehr die 3. Liga ist.» Der Verein möchte den eigenen Spielern diese Aussicht bieten, damit sie möglichst in Laufen bleiben und nicht zu anderen regionalen Klubs abwandern.
Zufriedenstellender Saisonstart
Das Interesse am EHC Laufen in der 2. Liga zeigte sich bereits im ersten Heimspiel in dieser Saison. Mehr als 250 Zuschauer verfolgten den 5:2-Erfolg gegen den EHC Rheinfelden. «Es scheint, als hätte sich ganz Laufen über den Aufstieg gefreut», meint Amsler. «Auch wenn wir das zweite Spiel gegen Zuchwil Regio verloren haben, dürfen wir mit dem Start zufrieden sein», sagt Co-Trainer Keller. Insbesondere die Leistungen in den zwei Partien geben den beiden ein gutes Gefühl für den weiteren Saisonverlauf. Umso mehr, als das Team mit Rheinfelden wahrscheinlich einen Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt schlagen konnte.
Wo das Team nach dem Aufstieg stehe, sei nach zwei Spielen noch schwierig abzuschätzen, sagt Keller: «Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, können wir mit den Teams aus der hinteren Tabellenregion sicher mithalten.» Amsler ergänzt: «Fallen bei uns die falschen Spieler aus, fehlt uns die Routine, die in dieser Liga enorm wichtig ist. Deshalb brauchen wir auch das nötige Wettkampfglück, um in der Meisterschaft bestehen zu können.»
Mit den beiden Rückkehrern Marvin Frunz und Philipp Aeppli sowie Alain Willemin verfügt Laufen über drei wichtige Leistungsträger. Sie bringen Erfahrung, Präsenz und Skorerqualitäten ins Team. «Ähnlich wie die Routiniers um Remo Hunziker bei Zunzgen-Sissach», so Amsler. Er betont jedoch, dass zahlreiche weitere Spieler im Laufner Kader eine wichtige Rolle einnehmen.
Sammelnde Eichhörnchen
Wenn am Dienstag mit dem EHC Zunzgen-Sissach der amtierende 2.-Liga-Meister in Laufen zu Gast sein wird, brauche es von allen Herz und Leidenschaft. «Wer in diesem Spiel der Favorit ist, ist klar», sagt Keller, und Amsler fügt an: «Es wäre vermessen, wenn wir sagen würden, wir wollen ZS schlagen. Unser Ziel muss es sein, uns ehrenvoll aus der Affäre zu ziehen.»
Angesprochen auf die besondere Affiche, meint Andreas Keller: «Aus unserer Sicht ist derzeit ein Duell gegen Rheinfelden spezieller, weil wir uns dort grössere Chancen ausrechnen als gegen ZS.» Aufgrund seiner Verbundenheit mit einigen Spielern sei das Aufeinandertreffen mit den Oberbaselbietern für ihn aber etwas Besonderes. Die jüngeren Akteure im Laufner Kader hätten hingegen wohl einen stärkeren Bezug zu Rheinfelden.
Für den Tenniker Christof Amsler hat das Derby gegen seinen ehemaligen Verein keinen besonderen Stellenwert mehr. Sein Engagement bei ZS liegt mittlerweile 20 Jahre zurück. Viel emotionaler sei für ihn die Rückkehr nach Laufen in der vergangenen Saison gewesen, die sich wie eine Heimkehr angefühlt habe. Dieses Gefühl verbinde er mit Sissach nicht mehr. Die Partie gegen ZS sei für ihn deshalb ein Spiel wie jedes andere.
«Wenn die Maschine ZS einmal ins Rollen kommt, wird es für uns ein schwieriger Abend», ist sich Amsler bewusst. Entsprechend müsse die Mannschaft leidenschaftlich verteidigen und versuchen, den Gegner möglichst lange in Schach zu halten. Der Fokus liege beim Aufsteiger sowieso nicht auf den Spielen gegen Zunzgen-Sissach, sondern auf jenen gegen die direkten Konkurrenten. «Wir machen es wie die Eichhörnchen im Herbst. Statt Nüssen sammeln wir jeden Punkt, den wir holen können», sagt Amsler. Ergibt sich diese Chance auch gegen ZS, nehme man die Punkte gerne. Oberstes Ziel bleibt aber der direkte Ligaerhalt und das Vermeiden einer allfälligen Ligaqualifikation. Ein sechster Schlussrang wäre für den EHC Laufen ein fantastischer Erfolg, glaubt Christof Amsler. Darauf wäre er noch stolzer als auf einen Punktgewinn im Derby gegen Zunzgen-Sissach.
EHC Laufen – EHC Zunzgen-Sissach,
Dienstag, 20. Oktober, 20.30 Uhr,
Eissport- und Freizeithalle, Laufen.



