Die «Knospe» im Aufwind
13.03.2026 SissachGeneralversammlung von «Bio Nordwestschweiz» genehmigt Statuten
Der Verein Bio Nordwestschweiz blickt auf ein ruhiges, aber richtungsweisendes Jahr zurück. In Zukunft will der Verein den Biolandbau in der Region weiter stärken und politisch noch besser vernetzen.
...Generalversammlung von «Bio Nordwestschweiz» genehmigt Statuten
Der Verein Bio Nordwestschweiz blickt auf ein ruhiges, aber richtungsweisendes Jahr zurück. In Zukunft will der Verein den Biolandbau in der Region weiter stärken und politisch noch besser vernetzen.
Elmar Gächter
Der Verein Bio Nordwestschweiz mit seinen rund 330 Aktivmitgliedern setzt sich dafür ein, den biologischen Landbau im Kanton Solothurn sowie in den beiden Basel zu fördern und zu vernetzen. Bei der Generalversammlung in der Aula des Ebenrain-Zentrums standen vor allem die statutarischen Geschäfte im Mittelpunkt. Die Rechnung 2025 und das Budget 2026, beide mit positiven Zahlen, wurden von den rund 30 Teilnehmenden einstimmig genehmigt. Ebenfalls unbestritten waren die von Co-Präsidentin Simone de Coulon erläuterten revidierten Statuten, die neu auch die Aufnahme von Passivmitgliedern ermöglichen. Künftig muss der Anteil der nach Bio Suisse Richtlinien zertifizierten Betriebe im Verein mindestens 67 Prozent betragen.
Gute Lösungen anbieten
Co-Präsidentin Manuela Lerch stellte ihren Rückblick 2025 unter den Titel «Ruhige Gewässer mit klarem Weitblick». Wichtige Entscheidungen seien umgesetzt worden: So wird nur noch Schweizer Futter verfüttert und der Kraftfutteranteil bei den Wiederkäuern ist auf fünf Prozent reduziert. Ab 2026 werden alle männlichen Küken aufgezogen und als Nahrungsmittel verwendet. Die Bio-Landwirtin aus Läufelfingen betonte ausserdem, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten zu Knospenprodukten greifen. Neben dem langjährigen Vertragspartner Coop habe nun auch die Migros die Knospe auf ihren Schweizer Bioprodukten implementiert, auch bei Lidl und Aldi finde man vermehrt Schweizer Bioprodukte. Weitere Anstrengungen seien notwendig, um Bioprodukte stärker in die Küchen der Gemeinschaftsgastronomie zu bringen. Dem Trend, den veganen Weg als Allgemeinlösung für Klima und Tierwohl anzusehen, will der Verein entgegenwirken, «denn wir können als Schweizer Biobetriebe auch beim Klima und in Tierschutzbereichen sehr gute Lösungen anbieten», so Lerch.
Die Mensa des Ebenrain-Zentrums geht bereits in diese Richtung. Laut Ebenrain-Leiter Christoph Böbner verarbeite die Küche bereits heute bis zu 95 Prozent Bioprodukte. Wie er weiter festhielt, liege der Anteil der rund 850 direktzahlungsberechtigten Betriebe im Baselbiet, die nach Biorichtlinien bewirtschaftet werden, mit rund 22 Prozent leicht über dem schweizerischen Durchschnitt. Der Ebenrain hat zudem mit seinem Schulgutsbetrieb Pionierarbeit geleistet, gilt er doch als erster Biobetrieb in der Schweiz. Ausserdem umfasst der Lehrplan an der landwirtschaftlichen Schule im Zusammenhang mit der neuen eidgenössischen Bildungsverordnung künftig auch die Biotierhaltung.
Präsident Urs Brändli und Laura Spring, Verantwortliche Politik bei Bio-Suisse, dem Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe, äusserten sich zur Rolle in Bundesbern. «Als kleine Gruppe sind wir nicht in der gemütlichen Lage, gross Vorschläge zu machen, was wir alles für den Biolandbau anstreben, sondern müssen uns eher verteidigen», so Spring. Um zu verhindern, dass dem Bio-Landbau Gelder gekürzt werden, ist für Brändli klar: «Wir brauchen Allianzen, ohne uns deswegen zu verleugnen.» Beide erwähnten den Bauernverband, mit dem Bio Suisse von einer konfrontativen in eine kooperative Phase übergegangen sei.

