Die Energiewende kommt nicht voran und ist zu teuer!
27.03.2025Zum Interview «Die Energiewende kommt voran» mit Thomas Tribelhorn in der «Volksstimme» vom 20. März, Seite 9
Dass Thomas Tribelhorn, der Geschäftsführer der Adev Energiegenossenschaft aus Liestal, die SVP und Teile der FDP nicht versteht bzw. deren ...
Zum Interview «Die Energiewende kommt voran» mit Thomas Tribelhorn in der «Volksstimme» vom 20. März, Seite 9
Dass Thomas Tribelhorn, der Geschäftsführer der Adev Energiegenossenschaft aus Liestal, die SVP und Teile der FDP nicht versteht bzw. deren Argumente für ihn unverständlich sind, ist klar, denn sein «Business-Case» ist auf Subventionen abgestützt. Doch wer bezahlt diese Subventionen? Der Stromkonsument und der Steuerzahler.
Schauen Sie mal Ihre Stromrechnung vom Jahr 2024 an: 64 Prozent der Gesamtrechnung sind Abgaben und Gebühren, und nur 36 Prozent bezahlen Sie für die bezogene Arbeit, sprich für die Kilowattstunden. Wir amortisieren das Stromnetz bereits zum zweiten Mal. Als der Bundesrat die Netze den Elektrizitätswerken «wegnahm» und an Laufenburg, heute «Swissgrid», übertrug, erfolgte die Übergabe eines alten Netzes ohne die Abschreibungen. Wir schreiben also ein abgeschriebenes Netz ein zweites Mal ab.
Ohne Subventionen funktioniert die Energiewende nirgendwo auf der Welt, auch in der Schweiz nicht. Eine PV-Anlage ist ohne Subventionen nicht amortisierbar. Wenn ein System, auch nach der Anschubfinanzierung, nicht selbsttragend wird, dann soll der Staat die Subventionen subito einstellen.
Mit den dünnsten Energieformen und deren bescheidenen Verfügbarkeit, also dem Sonnenlicht (ca. 1000 h/a) und dem Wind (ca. 2500 h/a), will man einen Teil der Bandenergie – jenen der Kernkraftwerke (KKW) – ersetzen. Die CO2-emittierenden fossilen Energieträger sind damit noch nicht ersetzt. Scheinbar sind die Finanzmittel in der Schweiz unbeschränkt verfügbar, dass man sich zwei Systeme leisten will.
Wenn Sonne und Wind ihre Dienste versagen, soll weiterhin Strom aus der Steckdose fliessen – nur woher soll der Strom kommen? Eben aus dem zweiten Versorgungssystem, heute bestehend aus Kern- und Wasserkraftwerken. Der Ausbau der Wasserkraft ist auf maximal 8 Prozent möglich, und die KKW werden abgestellt. Wie weiter mit der neuen Religion?
Mittlerweile ist auch alt ETH-Präsident, Professor L. Guzzella, der Meinung, dass wir die Energiewende so nicht schaffen. Seine Aussage wäre von deutlich grösserem Gewicht gewesen, als alt Bundesrätin Doris Leuthard den Ausstieg aus der Kernenergie beschloss und die Energiewende einläutete. 40 Franken pro Kopf und Jahr sollte der Umstieg kosten. Richtig, wie die SVP damals schon vorgerechnet hatte, sind es 3000 Franken und mehr. Ohne moderne KKW ist die CO2-Neutralität nicht zu schaffen.
Stoppen der untauglichen Energiewende (Energiestrategie 2050) und zurück zur zahlbaren Energieversorgung ist die Devise – oder wollen wir mit der Abwanderung unserer Industrie die Deutschen noch überholen? Wer auf Eigenversorgung machen will: Kein Problem, aber selbst bezahlen und nicht nach mehr Subventionen schreien.
Für Photovoltaik bedeutet das: netzunabhängige Wechselrichter-Batterien-Netzfreischaltung. Nur so kann man den Eigenbedarf ohne Netzanschluss bewerkstelligen. Eine Einschränkung während eines Blackouts wäre von Nöten, wenn die Batteriekapazität zu gering ausgelegt ist. Was müsste im Falle eines Blackouts im Haushalt noch funktionieren? Tiefkühlschrank, Kühlschrank und ein wenig Licht. Bei Ölheizungen benötigt man 100 W und einen nicht leeren Öltank, damit das Haus beheizt werden kann. Dass der Notvorrat in genügender Menge vorhanden ist, versteht sich von selbst. Kochen kann man mit Gas und Rechaud.
Andi Trüssel, Elektroingenieur HTL, Landrat SVP, Frenkendorf
