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19.05.2026 Sport, Weitere SportartenSinisha Lüscher und Nick Alpiger zu stark für die Baselbieter bei deren Heimfest in Oberdorf
Gleich vier Schwinger mit Wohnort im Oberbaselbiet gewinnen am Baselbieter «Kantonalen» in Oberdorf den Kranz. Der lang ersehnte Heimsieg gelingt den Baselbietern aber nicht. ...
Sinisha Lüscher und Nick Alpiger zu stark für die Baselbieter bei deren Heimfest in Oberdorf
Gleich vier Schwinger mit Wohnort im Oberbaselbiet gewinnen am Baselbieter «Kantonalen» in Oberdorf den Kranz. Der lang ersehnte Heimsieg gelingt den Baselbietern aber nicht. Adrian Odermatt verliert den Schlussgang in letzter Sekunde.
Sebastian Wirz
Das Solothurner Kantonalschwingfest hat Sinisha Lüscher für sich entschieden. Das «Baselstädtische» am Auffahrtsdonnerstag hat Nick Alpiger gewonnen. Und beim Baselbieter «Kantonalen» am Sonntag in Oberdorf sassen am Ende gleich beide auf den Schultern ihrer Kollegen und liessen sich feiern.
Die stärksten Schwinger des Nordwestschweizer Teilverbands haben sich damit durchgesetzt. Auch in Abwesenheit von hochdekorierten Gästen, wie sie etwa vor einem Jahr in Zeglingen (Sieger: Damian Ott) oder 2023 in Ettingen (Domenic Schneider) dabei waren, gelingt es den Baselbieter Schwingern nicht, den lang ersehnten Heimsieg am eigenen «Kantonalen» zu realisieren. Dafür hätte Adrian Odermatt, der nach 2023 zum zweiten Mal im Schlussgang stand, Lüscher mit der Maximalnote besiegen müssen. In allerletzter Sekunde unterlag er dem Solothurner jedoch. Wäre es zu einem Gestellten gekommen, hätte Alpiger alleine triumphiert. So wird Lüscher auf Rang 1a und Alpiger auf 1b geführt. Für Alpiger ist es der fünfte Sieg in den vergangenen zehn Austragungen.
Vier Kränze ins Oberbaselbiet
Dahinter reiht sich auf dem alleinigen Rang 2 mit Lars Voggensperger der erste Baselbieter ein. Der Schönenbucher hat seine Serie der Ungeschlagenheit – die letzte Niederlage datiert vom 12. April – verlängert, stellte aber im Anschwingen gegen den Aargauer «Eidgenossen» Tim Roth und kam im vierten Gang gegen Kantonalkranzer Dario Christ nicht auf die Maximalnote. So fiel Voggensperger aus dem Rennen um Schlussgang und Tagessieg.
Die Baselbieter Schwingklubs dürfen sich über fünf Kränze freuen: Neben Voggensperger und Adrian Odermatt holten auch der Rothenflüher Andrj Gerber (Rang 5), Christian Brand (Pfeffingen, 7a) und Janis Schick (Läufelfingen, 8b) Eichenlaub. Schick vom austragenden Bezirksschwingklub Waldenburg ist der einzige Schwinger eines Oberbaselbieter Klubs, dem dieser Erfolg gelungen ist, aber mit Gerber (Schwingklub Liestal), Simon Schmutz (Langenbruck, Schwingklub Mümliswil-Ramiswil) und Neukranzer Damian Kehr (Lausen, Schwingklub Aarau) stehen gleich vier Kranzgewinner aus dem «Volksstimme»- Gebiet auf der Rangliste – eine wahre Seltenheit am Heimfest in Oberdorf.
Grosser Andrang
Nachdem Schmutz und Kehr im fünften Gang gegeneinander gestellt hatten, kam es zum Abschluss zu Oberbaselbieter Duellen gegen Nichtkranzer. Kehr legte dabei Daniel Weber (Ormalingen, Bezirk Sissach) auf den Rücken und konnte so über seinen ersten Kranz jubeln, den er in Basel noch knapp verpasst hatte. Simon Schmutz kannte gegen Reto Regenass (Ramlinsburg, Bezirk Waldenburg) kein Pardon, der für sich reklamieren kann, dass er alle Gänge gegen Schwinger, die noch keinen Kranz gewonnen haben, für sich entschieden hat. Ebenfalls lange im Rennen um Eichenlaub hielt sich vom selben Klub der Lausner Yanic Gysin.
Abseits des Sägemehls zeigte das «Baselbieter» vor allem eines: Schwingen ist populär und strahlt eine grosse Anziehungskraft aus. Die Veranstalter hatten sich entschieden, keine grosse Tribüne mit Sitzschalen, sondern mehrere kleinere Ränge mit herkömmlichem Gerüstbau zu stellen. Davor säumten mehrere Reihen mit Bänken den Schwingplatz mit seinen vier Ringen.
Stau an der Fritteuse
Schon am frühen Morgen und bei tiefen Temperaturen war die Oberdörfer Arena gut gefüllt. Je länger der Tag dauerte, je entscheidender die Gänge und je wärmer die Temperaturen waren, desto mehr Menschen strömten auf das Areal. Am Ende zählte das OK gut 2500 Eintritte.
Ab Mittag war der Andrang sehr gross – und die Stimmung im Festzelt ob der grossen Wartezeiten vor allem für Pommes frites unüberhörbar getrübt. OK-Präsident Michel Kuonen war sich nicht zu schade, in seiner kurze Ansprache anlässlich des Festakts darauf Bezug zu nehmen: Er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten – und legte den Besuchern nahe, weniger Kartoffeln, sondern mehr Wurst und Fleisch zu essen. Der Lacher für den auflockernden Spruch mitten im jeweils sehr klassischen Festakt war dem Präsidenten des Bezirksschwingklubs Waldenburg gewiss.












