Berufsbildung zum Anfassen bei rund 40 Unternehmen
Am Berufsinformationsanlass informieren regionale KMU am Montag Jugendliche über ihre beruflichen und schulischen Möglichkeiten. Angesprochen sind insbesondere die 7. und 8. Klassen der Sekundarschulen Oberdorf und ...
Berufsbildung zum Anfassen bei rund 40 Unternehmen
Am Berufsinformationsanlass informieren regionale KMU am Montag Jugendliche über ihre beruflichen und schulischen Möglichkeiten. Angesprochen sind insbesondere die 7. und 8. Klassen der Sekundarschulen Oberdorf und Reigoldswil.
Willi Wenger
Veranstaltungsleiter Daniel Tschudin aus Waldenburg erwartet zusammen mit den Schulen aus Oberdorf und Reigoldswil zum Berufsinformationsanlass, der am Montag in Oberdorf stattfindet und seit zehn Jahren als Berufsbild-Tischmesse durchgeführt wird, gegen 170 Schüler. Diese werden begleitet von ihren Lehrpersonen und auch ihren Eltern. Das Ziel der Veranstaltung sei es, so Tschudin, das Vorstellen der hiesigen Berufe und jener, die im Waldenburger- und Fünflibertal erlernt werden können. «Wir bieten hier Lehrstellen in rund 40 Berufen an», sagt Tschudin. Er legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den Ausbildungsbetrieben wegen ihrer Standorte vielfach um «Lehrorte der kurzen Wege» handle. Das sei ein Vorteil, sagt auch Spengler-Lehrling Flynn Röthlisberger, den die «Volksstimme» zusammen mit Lehrmeister Tschudin auf einer Baustelle in Oberdorf besucht hat.
Im Vordergrund stehen am Berufsinfoanlass am Montag ab 18.30 Uhr in der Dreifachturnhalle in Oberdorf Informationen über unterschiedliche Berufsbilder sowie die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, Kontakte zu regionalen Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern zu knüpfen. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler sei in aller Regel gross, sagt Tschudin. Solche Kontakte seien vielfach das A und O für ihre berufliche Zukunft. «Wertvoll sind in Anwesenheit der Eltern zudem auch die spannenden Gespräche, auch ausserhalb des Ausbildungsthemas», so Tschudin. «Ich freue mich auf den Anlass», begründet Tschudin seine Motivation für das Mitmachen als Veranstaltungsleiter.
Was die Schüler bewegt
Die Schülerinnen und Schüler werden gut vorbereitet teilnehmen. Sie wählen bereits vor ihrem Besuch drei Berufe aus, für die sie konkret Fragen vorbereiten. Zu den Hauptanliegen der künftigen Lehrlinge gehörten laut Tschudin immer wieder Fragen zum Lohn, zu den Ferien, zu den Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Lehre sowie zur Möglichkeit einer Berufsmaturität. Kompetent Auskunft zu diesen Fragen geben Lehrmeister und Berufsbildner. Sie stellen auch das notwendige Informationsmaterial zur Verfügung.
Die angehenden Auszubildenden absolvieren letztlich eine Ausbildung mit dem Ziel, das Eidgenössische Berufsattest (EBA) oder aber die höhere Stufe, das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ), zu erlangen. «EBA-Absolventinnen und -Absolventen schliessen nach ihrer Ausbildung vielfach einen weiteren Lehrvertrag ab, der zum EFZ führt», sagt Tschudin, dessen Firma seit 150 Jahren als Spenglerei und Sanitärunternehmen geführt wird. Und: Dabei hat die Tschudin AG Dutzende Lehrlinge ausgebildet und alle durch die Lehrabschlussprüfung beziehungsweise das heutige Qualifikationsverfahren gebracht.
Die beiden veranstaltenden KMU hoffen, dass im Nachgang zum Berufsinformationsanlass Schülerinnen und Schüler vom Angebot von Schnupperlehren – diese dauern beispielsweise bei der Tschudin AG immer zwei Wochen am Stück – Gebrauch machen sowie «am Ende des Tages» Lehrverträge abgeschlossen werden können. Eines der dazu notwendigen Elemente sei ein gutes Verhältnis zwischen den Eltern, dem Lehrbetrieb und dem Lehrling. Das sei entscheidend und unverzichtbar, sagt Daniel Tschudin aus langjähriger Erfahrung, aber auch als einstiger Chefexperte seines Berufsfelds im Kanton.