Der Traum ist geplatzt – vorerst
16.05.2026 WaldenburgWB-Gartenbahn kann nicht beim Schwimmbad realisiert werden
Die «Play & Rail Arena» findet in Waldenburg keine Zukunft: Das geplante Bahnparadies für Kinder und Erwachsene scheitert an zonenrechtlichen Hürden. Dank einer befristeten Zwischennutzung auf dem ...
WB-Gartenbahn kann nicht beim Schwimmbad realisiert werden
Die «Play & Rail Arena» findet in Waldenburg keine Zukunft: Das geplante Bahnparadies für Kinder und Erwachsene scheitert an zonenrechtlichen Hürden. Dank einer befristeten Zwischennutzung auf dem Husmatt-Areal in Hölstein kann der Verein seinen Fahrbetrieb dennoch weiterführen.
Elmar Gächter
«Play & Rail Arena Waldenburg», oder kurz «Prawa», nennt sich der Verein der Bahnenthusiasten, der Kindern und Erwachsenen in originalgetreuen Nachbauten der Waldenburgerbahn besonderen Fahrspass bieten will. Die grossen Pläne beinhalteten eine Anlage hinter dem Schwimmbad Waldenburg mit rund 700 Metern Gleislänge, überdachtem Perron, einem Tunnel, einer massstabgetreuen Orisbrücke und einem Schuppen für die Fahrzeuge. Doch das Vorhaben scheitert an der Realität: Über einen Probelauf mit ein paar Fahrtagen auf einem provisorischen Netz hinaus kam das Projekt nicht. Im vergangenen März endete die Nutzung dieses Geländes und der Verein war gezwungen, eine Alternative zu suchen. Die Gemeinde Hölstein bietet Hand für einen vorübergehenden Standort.
«Wir fanden das Projekt stets toll, und der Platz hinter dem Schwimmbad wäre auch geeignet, aber das Vorhaben ist aus zonenplanrechtlichen Gründen hier nicht realisierbar», erklärte Waldenburgs Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer bei einem Treffen mit ihrer Amtskollegin Andrea Heger aus Hölstein sowie Vereinspräsident Matthias Bächle und Vorstandsmitglied Matthias Rieger. Der Gemeinderat Waldenburg hatte eine befristete Bewilligung für Fahrnisbauten auf dem Areal für öffentliche Bauten und Anlagen erteilt. «Hätten wir verlängert, könnte man uns Illegalität vorwerfen», sagte Andrea Sulzer im Wissen, dass die Nachbarschaft des Schwimmbads besonders kritisch hinschaut.
Provisorisches Alternative
«Prawa» hat in Hölstein einen geeigneten Platz gefunden – allerdings nur vorübergehend. Das Husmatt-Areal, auf dem früher die alte Turnhalle stand, ist grösstenteils ungenutzt. Die rund 5000 Quadratmeter grosse Parzelle ist Gegenstand einer grösseren Arealentwicklung, für deren Planung der Souverän kürzlich einen Kredit genehmigt hat. «Diese Planung geht nicht von heute auf morgen, deshalb ermöglichen wir dem Verein eine Zwischennutzung – vorläufig für ein Jahr mit der Option zu verlängern», sagte Andrea Heger.
Vereinspräsident Matthias Bächle freut sich: «Hätten wir keine Alternative gefunden, wäre unser Vorhaben gescheitert. Wir haben viel Material, das untergebracht werden muss, und die Einnahmen aus dem Fahrbetrieb sind für den Betrieb lebenswichtig.» Sowohl Bächle als auch Rieger sind dennoch enttäuscht, dass die Lösung mit Waldenburg nicht zustande kommt. Sie hatten Hunderte von Stunden in ein Baugesuch investiert – Arbeit, die sich letztlich als vergeblich erwies. «Wir mussten ins Blaue planen. Hätten wir früher gewusst, was heute klar ist, hätten wir uns viel Aufwand erspart», hält Rieger fest. Bei ihrer Kritik nehmen sie die Gemeindebehörden von Waldenburg aus, betonen aber, dass diese nicht immer gut beraten worden seien.
Bis Pfingsten werden auf dem Husmatt-Areal rund 350 Meter Schienen auf Geoflies und Schotter verlegt sein und die vom Verein in Eigenregie erstellten WB-Trieb- und Steuerwagen der 1985-Serie der «Crèmeschnitte» Klein und Gross mit luftigen Fahrten erfreuen. Das Areal wurde mit Unterstützung eines Sponsors eingezäunt und ermöglicht den Betreibern, im Gegensatz zu Waldenburg einen Fahrpreis zu verlangen. Parkplätze stehen bereit und es wird für Speis und alkoholfreien Trank gesorgt sein. «Dieser Standort ist ideal vom Gelände her und gut erreichbar, auch hinsichtlich Erschliessung. Leider verschafft er uns aber nur ein bisschen Luft und stellt keine endgültige Lösung dar», bedauert Matthias Bächle. Der Verein bleibe deshalb weiterhin auf der Suche nach einem Standort, der ihm vielleicht doch noch den Traum von einer grösseren Bahnarena ermöglicht.
Die Gemeinde Hölstein hat alle Parzellennachbarn über das Vorhaben informiert und keine Einwände erhalten. Die provisorische Anlage liegt direkt vor der Haustüre von Peter Hertenstein: «Ich unterstütze als Nachbar dieses Projekt. Die Bahnfreunde machen etwas Sinnvolles, investieren viel Zeit und Geld und ermöglichen den Kindern samt Eltern Vergnügen und Kurzweil.» Die Bahn fährt erstmals vom Pfingstsonntag bis Pfingstmontag und anschliessend jeden ersten und dritten Sonntag im Monat jeweils ab 10 Uhr.

