Der soziale Kitt der Gesellschaft
28.08.2026 SissachDie Gemeinde vergibt erstmals einen Kulturpreis
Menschen, die das kulturelle Leben in Sissach bereichern, sollen dafür ausgezeichnet werden. Ab sofort können Kandidatinnen und Kandidaten nominiert werden. Die Preisübergabe findet im Dezember statt.
Lea ...
Die Gemeinde vergibt erstmals einen Kulturpreis
Menschen, die das kulturelle Leben in Sissach bereichern, sollen dafür ausgezeichnet werden. Ab sofort können Kandidatinnen und Kandidaten nominiert werden. Die Preisübergabe findet im Dezember statt.
Lea Wieser
Zum ersten Mal vergibt die Gemeinde Sissach in diesem Jahr einen Kulturpreis. Bis zum 30. September dürfen die Sissacherinnen und Sissacher Vorschläge einreichen. An der Einwohnergemeindeversammlung im Dezember dieses Jahres sollen die ersten Preisträger geehrt werden. Die Idee für den Preis entstand noch unter dem ehemaligen Gemeinderat Robert Bösiger und wird nun von dessen Nachfolgerin Tea Virolainen, die seit Juli im Amt als Verantwortliche für das Kulturressort ist, durchgeführt.
Zu gewinnen gibt es einen Anerkennungspreis und einen Förderpreis.
Für eine bereits bestehende, etablierte und langjährige kulturelle Leistung soll der Anerkennungspreis verliehen werden, während der Förderpreis ein vielversprechendes kulturelles Schaffen würdigen und fördern soll. «Somit können wir Vergangenes und Potenzielles zugleich honorieren», sagt Virolainen. Neben einem physischen Preis erhalten die Gewinner des Förderpreises und des Anerkennungspreises ein Preisgeld.
Fünfköpfige Jury
Für die Kandidatur gibt es diverse Vorgaben. Es können sowohl Personen als auch Vereine oder Institutionen nominiert werden. Ein klarer Bezug zu Sissach sei wichtig, sagt Virolainen. Die nominierte Person sollte also in Sissach leben oder gelebt haben, im Ort zur Schule gegangen sein oder auf andere Weise mit Sissach in Verbindung stehen. Daneben müsse die Person das kulturelle Leben im Ort bereichern. Den Begriff Kultur interpretiert Virolainen in diesem Zusammenhang sehr breit: «Der Preis richtet sich nicht nur an Kultur im Sinne von Musik, bildnerischem Gestalten, Literatur oder ähnlichem. Wenn beispielsweise eine Trachtengruppe regelmässig zu Vorstellungen in die Begegnungszone einlädt und die Leute das wertschätzen, ist das durchaus auch Kultur», findet die Gemeinderätin.
Der Kulturpreis wurde auf der Seite «Sissach aktuell» der gestrigen «Volksstimme» ausgeschrieben, welche sich ausserdem auf der Website der Gemeinde befindet. Für die Nomination einer Kandidatin oder eines Kandidaten sei es wichtig, nicht lediglich deren Namen einzusenden. «Eine Begründung für die Nomination, ein Kurzbeschrieb der Person sowie die Kategorie der Kandidatur müssen aufgeführt sein», betont Virolainen.
Die eingereichten Bewerbungen würden durch eine fünfköpfige Jury beurteilt. Bestehen wird diese aus Tea Virolainen, der zuständigen Gemeinderätin, Markus Speiser aus der Bürgergemeinde, Daniel Wüthrich, dem Präsidenten der Kulturkommission, Nikolaos Schär als Vertreter für die regionalen Medien sowie Moana Voggensperger aus der Kulturförderung des Amts für Kultur Kanton Basel-Landschaft. «Somit ist Sissach vertreten, es wird aber auch ein anderer Blickwinkel von aussen eingenommen», sagt Virolainen. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 8. Dezember dieses Jahres werden die Gewinner der beiden Kulturpreise geehrt. Ebenfalls sollen die weiteren eingegangenen Nominationen an diesem Abend mitgeteilt werden.
Eine Art Publikumspreis
Tea Virolainen wie auch Daniel Wüthrich, Präsident der Kulturkommission Sissach, ist es ein Anliegen, dass die Menschen aus dem Dorf die Kandidierenden nominieren und nicht Behörden und Kommissionsmitglieder. «Von Gemeindeseite ist die Wahrnehmung anders gefiltert, was sich nicht in der Auswahl widerspiegeln soll. Wir wollten vielmehr einen Publikumspreis schaffen.» Virolainen verspricht sich von diesem Verfahren interessante Nominationen, an die sie selbst vielleicht gar nicht gedacht hätte.
«Kultur ist der soziale Kitt der Gesellschaft», sagt Virolainen. Das Zusammenkommen von Leuten sei etwas, das heutzutage vor allem dank kultureller Anlässe geschieht. Dazu komme, dass der Kulturbereich meist mit einem schmalen Budget und viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden sei. «Neben der Kulturförderung, die Sissach ohnehin betreibt, möchten wir deshalb eine Möglichkeit kreieren, Kulturschaffende auch angemessen zu honorieren», so Tea Virolainen.
Nominierungen können bis zum 30. September mit einer Begründung, einem Kurzbeschrieb und der angedachten Preiskategorie per E-Mail an tea.virolainen@sissach.ch gesendet werden.
