Der logische Nachfolger
23.04.2026 DiegtenNiklaus Häfelfinger will Gemeindepräsident werden
Der bisherige Vizepräsident Niklaus Häfelfinger kandidiert am 14. Juni für das Amt des Gemeindepräsidenten. Als designierter Nachfolger von Ruedi Ritter möchte der 41-Jährige auf Kontinuität ...
Niklaus Häfelfinger will Gemeindepräsident werden
Der bisherige Vizepräsident Niklaus Häfelfinger kandidiert am 14. Juni für das Amt des Gemeindepräsidenten. Als designierter Nachfolger von Ruedi Ritter möchte der 41-Jährige auf Kontinuität setzen und die Entwicklung Diegtens weiter vorantreiben.
Janis Erne
Nach 20 Jahren im Gemeinderat – davon 14 Jahre als Präsident – gibt Ruedi Ritter Ende Juni sein Amt ab. Dies hat er bereits im vergangenen November bekannt gegeben. Nun ist klar, wer sein Nachfolger werden will: Niklaus Häfelfinger. Der 41-Jährige ist derzeit Vizepräsident des Gemeinderats und seit 2016 im Amt. Gegenüber der «Volksstimme» bestätigt Häfelfinger, dass er sich am 14. Juni zur Wahl zum Diegter Gemeindepräsidenten stellen wird.
Diesem Entscheid gingen viele Gedanken voraus: «Will ich das? Will das meine Familie? Ist es mit dem Beruflichen vereinbar?» All diese Fragen stellte sich Häfelfinger. Schliesslich kam er zum Schluss, dass er die Post-Ritter-Ära anpacken will. Häfelfinger wäre die logische Wahl, denn die restlichen Gemeinderatsmitglieder sind alle erst seit Kurzem im Amt oder haben deutlich weniger Routine. Christian Thomet, das Mitglied mit der zweitmeisten Erfahrung, wurde im Frühling 2023 gewählt. Zudem gab es vor rund einem Jahr einen Wechsel bei der Leitung der Gemeindeverwaltung: Stefano Spata übernahm von Claudia Hilber.
Häfelfinger sagt, die Gemeindeverwaltung mit dem Aussendienst sei gut aufgestellt: «Das Team ist hoch motiviert.» Dies sei ein Grund für ihn gewesen, Gemeindepräsident werden zu wollen. In seiner neuen Rolle – vorausgesetzt, er wird gewählt – möchte er Bewährtes stärken. «Es bringt nichts, alles auf den Kopf zu stellen. Die Gemeinde funktioniert gut», sagt er – fügt aber hinzu, dass er dort, wo Prozesse stocken, die notwendigen Anpassungen einleiten werde.
«Schritt halten»
Als Gemeinde steht Diegten vergleichsweise gut da. Die Finanzlage ist solide, der Steuerfuss sehr moderat. In jüngster Vergangenheit konnten grössere Projekte abgeschlossen werden, etwa neue Aussensportanlagen, ein Parkhaus und ein neuer Kunstrasen für den Fussballverein.
Gleichwohl steht auch das 1660-Einwohner-Dorf vor Herausforderungen. «Diegten ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Es gilt, Schritt mit dieser Entwicklung zu halten, zumal ständig neue Aufgaben für die Gemeinden hinzukommen», sagt Häfelfinger. Eine fundierte Planung, aber auch Mut zu entscheiden, seien wichtig.
Mit Blick auf den Finanzplan nennt der designierte Gemeindepräsident zwei grössere Projekte, die anstehen: zum einen die Erneuerung der Wasserversorgung, zum anderen die Sanierung der Schulliegenschaften.Wie Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, laufen solche Projekte nur erfolgreich ab, wenn die Bevölkerung frühzeitig ins Boot geholt wird. «Eine transparente Kommunikation ist daher wichtig», sagt Häfelfinger. Er sei zwar SVP-Mitglied, doch auf Gemeindeebene habe Parteipolitik keinen Platz.
Lebenserfahrung bringt der zweifache Familienvater nicht nur aus dem Gemeinderat mit, sondern insbesondere auch aus dem beruflichen Bereich. Häfelfinger ist gelernter Automatiker und studierter Maschinenbauingenieur. In seinem früheren Job als Aussendienstmitarbeiter einer deutschen Firma war er auf der halben Welt unterwegs: in 20 Ländern und auf fünf Kontinenten.
Heute arbeitet der Diegter als Fachspezialist bei der Post, wo er dafür zuständig ist, dass die Sortier- und Fördertechnik in den drei Briefzentren in Härkingen (SO), Zürich-Mülligen und Eclépens (VD) reibungslos läuft. Er ist dabei für 10 000 Motoren und 35 Kilometer Fördertechnik verantwortlich.
Verantwortung hat Häfelfinger vor zehn Jahren auch auf dem elterlichen Bauernhof übernommen. Als sich abzeichnete, dass sein Vater pensioniert wird, übernahm er den Bio-Hof in Diegten. Mit seiner Familie bewirtschaftet er ihn in Teilzeit. Die Häfelfingers betreuen Pensionspferde und betreiben Obst- und Ackerbau – mitsamt Hochstammbäumen, die andernorts zusehends verschwinden.
Der Hof, der Job und die Familie: Die Tage von Niklaus Häfelfinger sind bereits jetzt gut gefüllt. Doch für das Amt des Gemeindepräsidenten schaufelt er sich gerne Zeit frei. Dabei kann er auf die Unterstützung seiner Familie zählen, insbesondere auf die seiner Frau; dafür sei er sehr dankbar. Häfelfinger möchte dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist, etwas zurückgeben. Wie lange er das Amt ausüben möchte, lässt er offen. 14 Jahre wie bei Ruedi Ritter müssen es nicht unbedingt werden: «Das ist nicht das Hauptziel», sagt Häfelfinger und schmunzelt.
Volles Programm
je. Am 14. Juni steht dem Baselbiet ein umfangreicher Abstimmungstag bevor. Die Stimmberechtigten befinden dabei über zwei eidgenössische Vorlagen: zum einen über die «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative der SVP, welche die Zuwanderung begrenzen will, und zum anderen über eine Gesetzesänderung, die den Zugang zum Zivildienst erschweren soll. Auf kantonaler Ebene geht es um einen Verfassungsartikel für «stabile Beziehungen» mit der EU, eine Initiative zur Aufhebung des Verbots neuer Ölheizungen sowie um einen Kredit von 78 Millionen Franken für eine neue Ortsdurchfahrt in Birsfelden.
Zusätzlich wird zwischen Philipp Schoch (Grüne) und Matthias Liechti (SVP) ein Mitglied in den Regierungsrat gewählt. Und in mehreren Gemeinden werden die Präsidien neu bestimmt, etwa in Eptingen oder Diegten (siehe Artikel oben).

