Der Hof wird zum Fernsehstudio
06.10.2026 Gelterkinden«Landfrau» blickt auf intensive Drehtage mit SRF zurück
Mirjam Leuenberger ist eine der Teilnehmerinnen der «Landfrauenküche» von «SRF bi de Lüt». Das Fernsehteam hat die Gelterkinder Bäuerin auf dem Hof Aerntholden besucht. Die ...
«Landfrau» blickt auf intensive Drehtage mit SRF zurück
Mirjam Leuenberger ist eine der Teilnehmerinnen der «Landfrauenküche» von «SRF bi de Lüt». Das Fernsehteam hat die Gelterkinder Bäuerin auf dem Hof Aerntholden besucht. Die Bäuerin erzählt von ihren Erlebnissen vor der Kamera.
Lea Wieser
«Wenn mich momentan jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich jeweils ‹gut, ich habe nur ein bisschen Landfrauenstress›», sagt Mirjam Leuenberger. Tatsächlich herrscht auf dem Hof Aerntholden zurzeit reges Treiben. Um sich auf den Besuch des SRF und besonders der anderen Landfrauen vorzubereiten, haben Leuenberger und ihre Familie allerlei Vorkehrungen getroffen. Rechtzeitig zu den Dreharbeiten waren alle Fenster geputzt, das «Leuebärgli» für das Essen umgebaut und die Esel auf dem Hof frisch gestriegelt.
Bereits früh am Morgen starteten die Dreharbeiten jeweils. Am Dienstag begann der Tag mit dem Vorbereiten des «Leuebärgli». Der Duft der frisch aus dem Ofen kommenden Gipfeli und der Torten in der Vitrine erfüllte den Raum, die Kaffeemaschine war bereit für ihren ersten Einsatz an diesem Tag. Während Mirjam Leuenberger gerade die Mandelgipfeli mit hausgemachter Spezialglasur versah, filmte das Kamerateam des SRF sie dabei, um ihre Arbeit im Hofbeizli zu dokumentieren.
Während der gesamten vergangenen Wochen fanden die Dreharbeiten für Leuenbergers Folge der «Landfrauenküche» statt. Das Kamerateam begleitete die Teilnehmerin aus dem Baselbiet Tag für Tag, um alle Facetten ihres abwechslungsreichen Lebens aufzuzeichnen. «Es war eine intensive Woche – die Kamera war immer mit dabei», sagt sie.
Das SRF-Team, unter der Leitung von Redaktor Jonas Keller, sei dabei auf die Familie eingegangen. Es sei eine unterhaltsame, lustige Zeit gewesen, es habe aber auch Raum für emotionalere Momente gegeben.
Männerchor als Gaststar
Vor Wochenfrist beobachtete die «Volksstimme» die Dreharbeiten in Gelterkinden. Das Kamerateam widmete sich voll und ganz dem «Leuebärgli». Nachdem bereits die ersten Wanderer eingekehrt waren, um bei einem erfrischenden Getränk die frühherbstliche Aussicht auf die umliegenden Hügel zu geniessen, erreichte auch der Männerchor Gelterkinden den Hof Aerntholden. Jeden Mittwoch treffen sich einige von ihnen zu einem Schluck Weisswein im «Leuebärgli», plaudern und geben ein paar Lieder zum Besten.
Für den Dreh hat der Chor alle seine Mitglieder versammelt. Etwa zwanzig von ihnen trudelten pünktlich um 10 Uhr auf dem Hof ein, während der Kameramann schon längst mit der Drohne über ihnen kreiste, um ihre Ankunft aus der Luft zu filmen.
Nach einem melodischen Prosit stimmten die Männer das «Gelterkinderlied» an. Die Sängergruppe, umgeben von Wald und Wiesen, vermittelte für die SRF-Sendung ein Bild des geselligen Oberbaselbiets, wie man es auf dem Hof Aerntholden tatsächlich auch erlebt.
Generell lag der Fokus der Dreharbeiten darauf, mit der Kamera Mirjam Leuenbergers Alltag einzufangen. Von den Arbeiten auf dem Bauernhof, wie dem Austreiben der Kühe oder der Geburt eines Kälbchens, über eine Aufnahme von Mirjam und Stephan Leuenberger beim Sport bis hin zum ersten Geburtstag ihrer Tochter Malou war alles mit dabei. «Sogar auf Polizeipatrouille, meinem Job neben Mutter und Hofbeizli-Besitzerin, hat mich das Kamerateam begleitet», erzählt die Protagonistin der Sendung.
In den vergangenen Monaten war Mirjam Leuenberger jedes Wochenende bei einer anderen Landfrau zu Besuch. Diese Reise führte sie vom Thurgau über Luzern bis nach Fribourg. «Nachdem ich die Zusage für die Teilnahme an der Sendung bekommen hatte, mussten wir das erst einmal planen. Meine Kinder sind ja doch noch recht klein. Deshalb hat es mir am Anfang auch etwas Sorgen bereitet, so oft weg zu sein», sagt Leuenberger. Im Nachhinein habe sich das Mitwirken für sie aber definitiv gelohnt.
Von Landfrau zu Landfrau
«Mein Mann und ich schauen die ‹Landfrauenküche› besonders gerne, da es so interessant ist, einen Einblick in andere Bauernhöfe und ihre Produktionen zu erhalten.» Ein umso grösseres Privileg sei es deshalb für sie gewesen, bei diesen Bäuerinnen persönlich vor Ort zu sein, ihre Familien, die alle mitgeholfen haben, kennenzulernen und ihre Arbeit im Detail gezeigt zu bekommen, sagt die Gelterkinderin.
Als Frau, die nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, sei es unglaublich, zu sehen, wie viele Leute, wie viel Material und wie viel Zeit in einem Hofbetrieb stecken. Umso beeindruckender sei es, wie die Landfrauen die anderen Frauen mit hofeigenen Produkten äusserst aufwendig und mit Liebe zum Detail bekochen würden, fügt Leuenberger hinzu.
Darüber hinaus ist es für die Baselbieterin die Gemeinschaft der anderen Landfrauen, die das Erlebnis ausmacht: «Wir sind sieben Frauen – wir könnten unterschiedlicher nicht sein. Und gleichzeitig verbindet uns so viel.»
An den Samstagen hätten die Teilnehmerinnen stets eine schöne gemeinsame Zeit erlebt. Die Sendung sei zwar immer noch ein Kochwettbewerb, womit das gegenseitige Bewerten zu den Dreharbeiten gehöre. Der Wettbewerb sei jedoch in den Hintergrund geraten. «Am Schluss wird eine von uns gewinnen. Ich mag es jeder zu 100 Prozent gönnen», sagt Mirjam Leuenberger. Die «Landfrauenküche» sei kein Konkurrenzkampf, sondern eher ein Miteinander.
Der krönende Abschluss war Mirjam Leuenbergers Essen am Samstag auf dem Hof Aerntholden. Ihr Ziel sei es gewesen, die anderen Landfrauen an diesem letzten Abend von A bis Z zu verwöhnen. Einen roten Teppich habe sie ausgerollt und den Hof sowie vor allem das «Leuebärgli» mit Blumen geschmückt. «Obwohl es für mich eine grosse Herausforderung war, ein dreigängiges Menü für sechs Frauen auf die Teller zu bringen, habe ich dank der Unterstützung meiner Mutter auch das gut gemeistert», findet Leuenberger.
Die Teilnahme an der «Landfrauenküche» sei etwas vom Schönsten, was sie bis jetzt in ihrem Leben gemacht habe, schwärmt Mirjam Leuenberger. Auch wenn es zeitweise intensiv und anstrengend gewesen sei, würde sie die Erfahrung auf keinen Fall missen wollen. «Mit dem Film, der nun entsteht, können meine Familie und ich eine Erinnerung schaffen, die uns noch lange an diese Zeit zurückdenken lassen wird.»
Am 30. Oktober beginnt die diesjährige Staffel der «Landfrauenküche». Mirjam Leuenbergers Folge wird am 11. Dezember als letzte ausgestrahlt.

