Der grosse Abstimmungssonntag naht
26.02.2026 PolitikAdrian Ammann, Gemeindepräsident Känerkinden, parteilos
Schon bald sind die ersten zwei Monate im neuen Jahr vorbei und uns steht ein grosser Abstimmungssonntag vor der Tür. Am 8. März dürfen wir über vier eidgenössische, fünf ...
Adrian Ammann, Gemeindepräsident Känerkinden, parteilos
Schon bald sind die ersten zwei Monate im neuen Jahr vorbei und uns steht ein grosser Abstimmungssonntag vor der Tür. Am 8. März dürfen wir über vier eidgenössische, fünf kantonale Abstimmungen und in Känerkinden auch noch über die Neubesetzung des vakanten Gemeinderatssitzes abstimmen. Haben Sie den Überblick noch? Keine Angst – ich werde mich hüten, hier eine Abstimmungsempfehlung abzugeben.
Das Wahl- und Abstimmungskuvert ist so dick wie selten. Die Broschüren und Zettel sind vielfältig. Doch beginnen wir mit dem «Einfacheren». In Känerkinden dürfen wir über die Besetzung des vakanten Gemeinderatssitzes abstimmen. Drei Kandidaten haben sich für diesen einen Sitz zur Verfügung gestellt. Ja, liebe «Volkstimme», schlecht recherchiert. In der Ausgabe vom 20. Februar steht «keine Kandidaten», obwohl sich bereits seit Längerem drei Kandidaten zur Verfügung stellen. Ob die Wahl dadurch einfacher wird, werden wir sehen. Ich freue mich auf jeden Fall auf unser neues Mitglied im Rat.
Doch nun zum «Komplizierteren». Haben Sie den Überblick, um was es alles bei den Abstimmungen geht? Vier eidgenössische Abstimmungen stehen zur Debatte. Bei einer gibt es noch einen Ge- genvorschlag. Bargeld, SRG, Klima und Heiratsstrafe: Tönt alles sehr einfach. Ich glaube, über die SRG-Initiative hat man sicher am meisten gehört – es geht dabei ja auch um das Hören und Sehen. Und doch fragt man sich, was denn der Service public kosten darf. Ich weiss nicht, wie viele Zuschauer die Olympia-Übertragungen geschaut haben. Doch günstig waren diese sicher nicht. Ich fand es super, wie einfach ich die vielen Informationen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ja, das kostet halt auch etwas.
Bei der Heiratsstrafe bin ich natürlich betroffen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich Lust habe, zwei Steuererklärungen auszufüllen und unser Gemeinsames in jeder Erklärung aufzuteilen. Aus irgend einem Grund haben wir uns ja dazu entschlossen, gemeinsam durch die Welt zu gehen.
Bei den kantonalen Vorlagen sieht es noch etwas komplizierter aus. Fünf Vorlagen mit je zwei Gegenvorschlägen. Also «ja», «nein» und «vielleicht». Okay, das dritte lassen wir weg. Beim «vielleicht» gehört ein Kreuz hin. Spannend finde ich Vorlagen, bei denen ich das Gefühl habe: «Um Himmels willen – wieso brauchen wir für das ein Gesetz»? Bei der Tempo-30-Initiative geht es mir ein wenig so. In den Gesetzen ist bereits klar geregelt, wo die Umsetzungen und die Verantwortlichkeiten liegen. Ich persönlich bin ein Freund von klaren Verantwortlichkeiten. Als Gemeindepräsident kämpfe ich immer wieder dagegen, dass der Kanton uns dreinredet und uns zusätzliche Kosten brummt. Also sollten wir im Gegenzug das gleiche tun. Die Hoheit der Kantonsstrassen liegt beim Kanton. Er bezahlt auch dafür, wie wir für unsere Gemeindestrassen aufkommen.
Gespannt bin ich auf die Beteiligung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Auch wenn es vielleicht etwas viel und kompliziert ist, möchte ich an dieser Stelle trotzdem an alle appellieren: Nutzen Sie Ihr Recht, Ihre Meinung sagen zu dürfen.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

