Der «Ebenrain» im Wandel
25.08.2026 SissachVernissage zur Ausstellung zum 250. Geburtstag des Schlosses Ebenrain
Die Vernissage mit historischen Fotografien des Schlosses Ebenrain bildet am Donnerstag den ersten Höhepunkt des Jubiläums. Die Bilder am Originalstandort ermöglichen einen direkten Vergleich mit der ...
Vernissage zur Ausstellung zum 250. Geburtstag des Schlosses Ebenrain
Die Vernissage mit historischen Fotografien des Schlosses Ebenrain bildet am Donnerstag den ersten Höhepunkt des Jubiläums. Die Bilder am Originalstandort ermöglichen einen direkten Vergleich mit der Gegenwart.
Jürg Gohl
Sissach findet aus dem Feiern nicht heraus. Vor einem Jahr noch beging die Gemeinde ihren 800. Geburtstag, und zugleich feierte die Kirche ihr 500-jähriges Bestehen. Und schon geht es weiter: Das Schloss Ebenrain, erbaut von einem Basler Seidenband-Fabrikanten, wird in diesem Jahr 250 Jahre alt. Wohl wurde dieses Jubiläum bereits mit ersten öffentlichen Führungen und einem Matinee-Konzert eingeläutet, doch übermorgen Donnerstag folgt der erste Höhepunkt: eine Plakat-Ausstellung mit dem Titel «Gestern und heute – 250 Jahre Schloss Ebenrain».
Dabei werden historische Fotografien – die älteste stammt aus dem Jahr 1894 – an ihrem Originalschauplatz, also am Ort, an dem sie entstanden sind, gezeigt. Sie wurden vergrössert und auf Plakate aufgetragen und erlauben so einen direkten Vergleich von damals mit der Gegenwart. Dabei helfen auch aktuelle Aufnahmen der Fotografin Barbara Jung. Ein erstes Plakat ist gleich beim Eingangstor aufgestellt, der Grossteil im Schloss-Innenhof und eines in der Allee im Süden des «prächtigen Anwesens», wie es im Begleittext bezeichnet wird.
Alte Bilder aufgestöbert
Die Künstlerin und Projektorganisatorin Kitty Schaertlin hat die Ausstellung im Auftrag des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, Natur und Ernährung konzipiert und kuratiert. Dazu begab sie sich zuerst auf die Suche nach historischen Bildern. Fündig wurde sie in den Staatsarchiven Baselland und Basel-Stadt, im Kantonsmuseum, in Archiven von Zeitungen wie der «Volksstimme» und der «bz Basel», bei der Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatschutz Sissach, bei der ETH-Bibliothek und bei Heinz Spinnler aus Tecknau.
Dem Sammler historischer Postkarten und Fotografien war es einst gelungen, an das Familienalbum von Maurice Touchard zu gelangen. Dies war der Sohn des einstigen Ebenrain-Besitzers Charles Philippe Touchard (1844 – 1930). «Eine Fundgrube», sagt die Sissacherin und hebt die Hilfsbereitschaft all dieser Stellen hervor, ihre Trouvaillen zur Verfügung zu stellen. Aus früheren Jahren gebe es wohl zahlreiche Zeichnungen des Schlosses, aber nur wenige Fotografien, sagt sie.
Das Anwesen, das in der Zeit des Zweiten Weltkriegs umfassend saniert, aber äusserlich nicht verändert wurde, steht seit 1951 im Besitz des Kantons. Der neue Eigner stattete es mit stilgerechten Möbeln aus und restaurierte es von 1986 bis 1989, wie der Sissacher Thomas Lüthi in seinem Begleittext zur Ausstellung schreibt.
Vernissage mit Schlossherrn
Selbst innerhalb des Kantons kam es noch zu einem Besitzerwechsel, als das Schloss von der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion wegen des angegliederten Landwirtschaftlichen Zentrums in die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion wechselte. Damit darf sich Thomi Jourdan, der aktuelle Regierungspräsident, als Schlossherr des Ebenrains bezeichnen. So wird er an der Vernissage von übermorgen Donnerstag um 18 Uhr neben Veranstalterin Kitty Schaertlin im Schlosshof die zweite Begrüssungsansprache halten. Nach der Vernissage ist die Ausstellung bis zum 30. April 2027 jeden Tag rund um die Uhr geöffnet.
Und Kitty Schaertlin? Sie hat im vergangenen Jahr mit dem Konzert beim Bützenen-Schulhaus im Sissacher Jubiläumsjahr gemäss «Volksstimme» den «heimlichen Höhepunkt» gesetzt und nun mit der aktuellen Ausstellung nachgedoppelt. Ebenfalls im «Ebenrain» fand bereits 2023 unter ihrer Federführung eine Skulpturenausstellung statt. Im nächsten Jahr veranstaltet sie am 19. Juni das nächste Freilicht-Konzert, und erneut ist dabei das Neue Orchester Basel der Hauptdarsteller.
