Frau Kaufmann, der Regierungsrat bestätigt mit Zahlen, was Sie befürchtet haben: Das Tal verliert Arbeitsplätze und das BIP schrumpft. Hat Sie das Ausmass – insbesondere der BIP-Rückgang von über 10 Prozent – überrascht?
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Frau Kaufmann, der Regierungsrat bestätigt mit Zahlen, was Sie befürchtet haben: Das Tal verliert Arbeitsplätze und das BIP schrumpft. Hat Sie das Ausmass – insbesondere der BIP-Rückgang von über 10 Prozent – überrascht?
Andrea Kaufmann: Mich überrascht weniger die Entwicklung als die Deutlichkeit der Zahlen. Der Bericht bestätigt, dass das Waldenburgertal wirtschaftlich besondere Herausforderungen hat. Gerade deshalb war mir dieses Postulat wichtig. Jetzt haben wir eine fundierte Grundlage – nun müssen wir die Chancen konsequent nutzen.
Der Kanton nennt vor allem Plattformen, Austauschformate und Vernetzungsprojekte. Kritiker könnten sagen: Das ist viel Reden und wenig Handeln. Was fehlt denn aus Ihrer Sicht ganz konkret?
Ich begrüsse, dass konkrete Projekte angestossen wurden. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Wirkung entfalten. Das Waldenburgertal braucht sichtbare Fortschritte – starke KMU, neue Arbeitsplätze und gute Perspektiven für die nächste Generation.
Im Bericht heisst es, entscheidend seien letztlich Gemeinden, Vereine, Verbände, Unternehmen und Private im Tal selber. Teilen Sie diese Einschätzung – oder nimmt der Kanton die Region damit zu stark selber in die Pflicht?
Die Entwicklung des Waldenburgertals ist eine gemeinsame Aufgabe. Gemeinden, Unternehmen und Vereine leisten bereits heute enorm viel. Der Kanton muss dabei ein verlässlicher Partner sein und dort unterstützen, wo eine Region alleine an ihre Grenzen kommt.
Wo müsste aus Ihrer Sicht zuerst etwas Sichtbares passieren: bei Arbeitsplätzen, Gewerbeflächen, Tourismus, Fachkräften, Verkehr oder bei der Innovationsförderung für KMU?
Mein Ziel ist, dass die Menschen auch künftig im Tal wohnen und arbeiten können. Deshalb haben für mich gute Arbeitsplätze und starke KMU Priorität. Wenn die Wirtschaft stark ist, profitieren letztlich das ganze Tal und alle Generationen.
Der Regierungsrat will Ihr Postulat abschreiben. Verschwindet dann nicht auch der politische Druck, der nötig wäre, damit aus den vielen Absichtserklärungen tatsächlich Taten werden?
Nein. Der Bericht ist für mich kein Schlussstrich, sondern ein Startpunkt. Ich werde mich auch im letzten Jahr meiner Landratstätigkeit mit voller Überzeugung dafür einsetzen, dass aus den angekündigten Massnahmen konkrete Verbesserungen für das Waldenburgertal entstehen.
Interview tho.