Das Waldenburgertal singt
25.08.2026 WaldenburgDrei Chöre begeistern das Publikum beim «Singenden Tal»
Drei Chöre, drei unterschiedliche Klangwelten und ein gemeinsames Erlebnis: Beim Chorkonzert «Singendes Tal» im Rahmen des «4. Classic Festivals Waldenburg» begeisterten Formationen aus ...
Drei Chöre begeistern das Publikum beim «Singenden Tal»
Drei Chöre, drei unterschiedliche Klangwelten und ein gemeinsames Erlebnis: Beim Chorkonzert «Singendes Tal» im Rahmen des «4. Classic Festivals Waldenburg» begeisterten Formationen aus Waldenburg und Liestal das Publikum in der reformierten Kirche.
Hanspeter Thommen
Über fast das ganze Jahr verteilt organisiert der Kulturclub Kirschgarten um das Ehepaar Beat und Anna Herbst unter dem Titel «4. Classic Festival Waldenburg» Konzertanlässe im Waldenburgertal. Den Auftakt bildete am 9. Mai ein Barockkonzert in der reformierten Kirche Waldenburg. Die Reihe findet ihren Abschluss mit einem Weihnachtskonzert am 5. Dezember in der Kirche Langenbruck.
Am vergangenen Sonntagvormittag stand ein Chorkonzert unter dem Titel «Singendes Tal» auf dem Programm. Dazu trafen sich in der voll besetzten reformierten Kirche Waldenburg drei Chöre aus der Region: aus Waldenburg der Jodlerklub Spitzeflüeli und das Vokalensemble Waldenburg, aus Liestal die weibliche A-cappella-Gruppe «Femtastix».
Alle drei Chöre zusammen begrüssten das Publikum mit einem Morgenlied. Nach der kurzen Willkommensrede machte der Jodlerklub Spitzeflüeli Waldenburg den Anfang der Einzelbeiträge. Der Jodlerklub wurde 1978 gegründet und steht unter der Leitung von Sabine Bader-Oberli. Auf der Bühne standen 3 Jodlerinnen und 16 Jodler. Nach einem «Naturjutz», einem Jodel, der ohne Worte auskommt, sang der Jodlerklub einige Jodellieder mit Text. In diesen wurde gefühlvoll eine schöne und heile Welt beschrieben, wie man das meist von Jodelliedern kennt. Das Publikum war von diesen Liedern sehr ergriffen. Nicht umsonst hatte der Jodlerklub Spitzeflüeli am vergangenen Eidgenössischen Jodlerfest in Basel mit der Höchstnote 1 abgeschlossen.
Als Übergang zur zweiten Formation, dem Vokalensemble Waldenburg, sangen die beiden Chöre gemeinsam das Lied «Shalom aleichem». Das ist Hebräisch und heisst auf Deutsch «Friede sei mit dir». Thematisch und auch sinngemäss passend kombinierten die Chöre das gleichnamige hebräische Lied mit dem schweizerdeutschen Lied «Friede wünsch ich dir».
Die acht Damen und zwei Herren des im Jahr 2018 gegründeten Vokalensembles Waldenburg übernahmen danach das Programm. Das Ensemble steht unter der Leitung von Gabriela Freiburghaus und unter dem Patronat der Reformierten Kirchgemeinde Langenbruck-Waldenburg-St. Peter. An diesem Morgen sangen sie einige kurze Lieder. Diese reichten vom 17. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit. Sie wurden auf Hochdeutsch und Schweizerdeutsch gesungen. Es waren auch Lieder von Komponistinnen und Komponisten aus der Region dabei. Den Schlusspunkt bildete der Walliser Chorklassiker «Weischus dü?».
Hohes Mass an Tonsicherheit
Beim nächsten fliegenden Wechsel sang das Vokalensemble Waldenburg zusammen mit der A-cappella-Gruppe «Femtastix» aus Liestal das mystische Lied «Evening Rise». Dabei setzten sie die Idee des Lieds gekonnt um. Es begann ganz leise einstimmig. Mit jeder Wiederholung setzte mit zunehmender Lautstärke eine neue Stimme ein. Das Lied endete mit einem sechsstimmigen Finale in Fortissimo.
Die 17 Damen von «Femtastix» bildeten unter der Leitung von Karin Hauswirth einen Höhepunkt des Konzerts. Wie alle anderen Chöre sangen sie a cappella, das heisst ohne Begleitinstrumente. Das erfordert ein hohes Mass an Tonsicherheit. Die 2018 gegründeten «Femtastix» starteten mit dem Kelly-Clarkson-Hit «Breakaway». Mit viel Tempo folgten «Sweet Dreams» von «Eurythmics» und «Poker Face» von «Lady Gaga». Diese beiden Lieder wurden kunstvoll ineinander verwoben. Besinnlich wurde es bei «The Rose» von Bette Midler. Den Abschluss dieses Konzertteils bildete «Uptown Funk» von Mark Ronson.
Als krönenden Abschluss präsentierten wieder alle drei Chöre zusammen einen besonderen Leckerbissen. Sie kombinierten vier bekannte Schweizer Volkslieder zu einem einzigen Lied. Das Publikum verlangte begeistert eine Zugabe. Leider hatten die Chöre keine solche vorbereitet. Die Liebhaberinnen und Liebhaber von Gesang wurden vertröstet auf das nächste Konzert im Rahmen des «Classic Festivals Waldenburg». Am 12. September tritt in der gleichen Kirche die Schweizer Tenorgruppe «I Quattro» auf.

