Das Wahrzeichen wird saniert
22.01.2026 WaldenburgStiftung muss mehrere Hunderttausend Franken auftreiben
Die Gemeinde Waldenburg geht die Sanierung ihres Wahrzeichens, Schloss Waldenburg, an. Die Weichen dafür haben die Bürgerund die Einwohnergemeinde bereits gestellt, jetzt geht es um die Planung der Restauration und die ...
Stiftung muss mehrere Hunderttausend Franken auftreiben
Die Gemeinde Waldenburg geht die Sanierung ihres Wahrzeichens, Schloss Waldenburg, an. Die Weichen dafür haben die Bürgerund die Einwohnergemeinde bereits gestellt, jetzt geht es um die Planung der Restauration und die Geldbeschaffung.
Christian Horisberger
Alt und morsch ist das Gemäuer Und sein Unterhalt ist teuer. Darum schont es, helft mit Gaben Dann sollt ihr Freude für beides haben.
Ein Schild mit dieser Aufschrift und darunter ein Einwurfschlitz für Münzen wurde wohl schon vor Jahrzehnten an einer Mauer des Schlosses Waldenburg befestigt. Aber nie in den knapp 100 Jahren seit der ersten grossen Sanierung in den 1930er-Jahren war das Schloss dringender auf Geld angewiesen als jetzt. Denn die Waldenburg «bröckelt dahin», wie die «bz Basel» kürzlich treffend geschrieben hat.
Mauerstücke, die im Frühling 2025 von der Ringmauer abplatzten und zu Boden stürzten, bewogen den Gemeinderat im April, den Zutritt zum Schlossturm zu sperren. Wer sich seither die 175 Höhenmeter vom «Stedtli» zum Schloss auf den «Rehag» genannten Felsgrat hochkämpft, wird des grandiosen Ausblicks übers obere Baselbiet beraubt: Der Zugang zum Turm ist mit einem gut verankerten Metallgitter gesperrt. Um dem Betretungsverbot Nachdruck zu verleihen, liess der Gemeinderat zusätzlich eine schriftliche Warnung anbringen. «Lebensgefahr!», «strengstens verboten» und «keine Haftung bei Missachtung» heisst es auf dem Dokument aus dem Gemeindehaus.
Am Schluss seines Schreibens merkt der Gemeinderat an, dass er mit Fachspezialisten an einer Lösung arbeite. Diese hat bereits erste Konturen erhalten. Die Einwohnergemeinde und die Bürgergemeinde Waldenburg haben an ihren Budget-Gemeindeversammlungen Ende 2025 einem Fahrplan für die Gesamtsanierung und Aufwertung der Ruine zugestimmt. Zu diesem Zweck soll eine Stiftung gegründet werden, in welche die Bürgergemeinde als Eigentümerin des Schlosses 150 000 Franken eingeschossen hat. Dies ist der Betrag, den ein Vorprojekt für die Schlosssanierung kosten dürfte.
Der Gemeinderat hatte bereits im Jahr 2017 den Zustand der Ruine eingehend prüfen lassen. Aufgrund der bereits vorhandenen und durch Witterung, Frost und Bewuchs zu erwartenden weiteren Schäden empfahl der beauftrage Fachmann, Jakob Obrecht, die Ruine mittelfristig sanieren zu lassen. Aus finanziellen Gründen hatte die klamme Gemeinde das Dossier jedoch in die Schublade gesteckt.
Geld beschaffen
Kernaufgabe der Stiftung ist das Auftreiben von Geld für die Sanierung der schwächelnden Schlossmauern. Fachmann Obrecht schätzte die Kosten in der «bz» auf 2 bis 3 Millionen Franken. Christoph Reding, Burgenexperte bei der Archäologie Baselland, schliesst sich dieser Annahme an. Die Bürgergemeinde als Eigentümerin des historischen Bauwerks muss längst nicht für den vollen Betrag aufkommen. Aber sie muss vorlegen: Nur wenn die Stiftung 25 Prozent der Sanierungskosten – mindestens eine halbe Million Franken – aufgetrieben hat, steuert der Bund weitere 25 Prozent und der Kanton 50 Prozent bei.
Die Ermittlung der genauen Kosten wird Gegenstand des Vorprojekts sein. Darin enthalten ist nicht nur die bauliche Ertüchtigung der Mauern des um 1200 errichteten und 1798 zerstörten Schlosses. Sondern auch die bessere Vermittlung des geschichtlichen und kulturellen Werts der Ruine: «Schloss Waldenburg soll als regionales Wahrzeichen erhalten und als Ausflugsziel aufgewertet werden», hielt der Gemeinderat in seiner Vorlage zum Schloss-Traktandum in diesem Zusammenhang fest. Vergleichbare Vermittlungsprojekte – Tafeln oder einen Audioguide – gebe es bei der Farnsburg, die von 2019 bis 2023 umfassend saniert worden ist.
Archäologe Reding hofft, dass die Arbeiten so bald wie möglich in Angriff genommen werden können. Es sei wichtig, dass das Schloss als kulturelles Erbe des Kantons erhalten und als Wahrzeichen Waldenburgs wieder öffentlich zugänglich ist. Er macht sich aber keine Illusionen darüber, dass die Einwohnerund die Bürgergemeinde, die Stiftung, Ingenieur und Archäologie einige Zeit brauchen, um die Grundlage dafür zu schaffen. Der «bz» nennt er einen Zeitrahmen von einem bis zwei Jahren.

