Matthias Mundwiler, Gemeindepräsident Bubendorf, FDP
Wenn im September die Vereine ihre Saison wieder aufnehmen, die Proben beginnen, Trainings starten, erste Herbstanlässe geplant werden, dann läuft im Hintergrund vieles, das in der öffentlichen ...
Matthias Mundwiler, Gemeindepräsident Bubendorf, FDP
Wenn im September die Vereine ihre Saison wieder aufnehmen, die Proben beginnen, Trainings starten, erste Herbstanlässe geplant werden, dann läuft im Hintergrund vieles, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz kommt: Es ist die stille Arbeit von Menschen, die sich ohne Entschädigung für die Gemeinschaft engagieren. Eine Gemeinde wie Bubendorf lebt von diesem Engagement.
Seien es die Schützenvereine, die Musikvereine, die Turn- und Sportvereine, die Gesangsvereine, der Frauenverein, die verschiedenen Fasnachtsgruppierungen, die Naturvereine, die politischen Parteien, die Kulturvereine und viele andere mehr. Ein grosser Teil dessen, was unser Dorf ausmacht, findet nämlich nicht auf der Gemeindeverwaltung statt, sondern in Vereinslokalen, auf Sportplätzen und an Vorstandssitzungen. Letztere finden nach dem verdienten Feierabend statt.
Als Gemeindepräsident unseres schönen Dorfes sehe ich aus nächster Nähe, wie sehr sich die Gemeinde auf diese Ehrenämter verlässt, und ja, diese Arbeit ist nicht selbstverständlich. In Gesprächen mit Vereinsvorständen berichten mir engagierte Personen, dass sie zunehmend Mühe haben, Nachfolgen zu finden. Wer heute ein Präsidium oder ein Ressort übernimmt, bindet sich oft für Jahre. Eine Zeit, in der berufliche sowie familiäre Anforderungen auch nicht unbedingt kleiner werden. Das ist nicht nur in Bubendorf so, das ist eine Entwicklung, die viele Gemeinden im Kanton beschäftigt.
Die Frage, die sich daraus für die Gemeindepolitik stellt, ist durchaus berechtigt: Was ist uns dieses Engagement wert? Was tun wir konkret dafür, damit sich dieses Engagement weiterhin lohnt? Das kann eine gute Infrastruktur sein, also gut nutzbare und unterhaltene Räume und Anlagen. Es kann administrative Entlastung sein. Hier denke ich an Bewilligungsverfahren für Anlässe. Es kann aber auch schlicht die öffentliche Anerkennung sein, die über den Vereinsanlass hinausgeht.
Ich bin überzeugt, dass ein Ehrenamt nicht als gegeben angesehen werden darf. Es muss aktiv gepflegt werden. Ein Dorf, das seine Vereine verliert, verliert mehr als tolle Freizeitangebote. Ich denke an den sozialen Zusammenhalt, an Freundschaften, an Wettkämpfe, an erlebnisreiche Momente und vieles mehr.
Der Herbstbeginn ist ein guter Moment, um uns dies in Erinnerung zu rufen. Mit einem herzlichen Dankeschön an alle, die sich für unser Dorf engagieren.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.