Das Grosse im Kleinen
17.03.2026 GelterkindenMitgliederversammlung des Vereins Marabu
Das Konzept, die Traktandenliste mit einem kulturellen Teil zu ergänzen, kommt gut an: 115 Vereinsmitglieder folgten der Einladung ins Marabu. «Hart auf Hart» ging es dabei nur im zweiten Teil mit dem gleichnamigen Satireduo zu.
...Mitgliederversammlung des Vereins Marabu
Das Konzept, die Traktandenliste mit einem kulturellen Teil zu ergänzen, kommt gut an: 115 Vereinsmitglieder folgten der Einladung ins Marabu. «Hart auf Hart» ging es dabei nur im zweiten Teil mit dem gleichnamigen Satireduo zu.
Brigitte Keller
Zusammen mit gegen 120 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben die Verantwortlichen des Vereins Marabu im vergangenen Jahr rund 220 Veranstaltungen mit insgesamt 11 000 Gästen auf die Beine gestellt. Von diesen beachtlichen Zahlen durften die beiden Co-Präsidenten Beat Richiger und Hans Buser an der Mitgliederversammlung vom vergangenen Mittwochabend berichten. Dafür wurden geschätzte 8000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Würde man diese Leistung mit einem Stundenansatz von 30 Franken quantifizieren, wie Richiger im späteren Verlauf der Versammlung aufzeigte, käme dabei die stolze Summe von 240 000 Franken heraus.
Als Einstieg in den Abend wurde den Anwesenden der neue Marabu-Imagefilm präsentiert. Dieser wirbt für das Kulturzentrum im Oberbaselbiet und dessen breit gefächertes Angebot. Realisiert werden konnte der Film, wie Buser in seiner Begrüssung ausführte, dank der grosszügigen Unterstützung durch die Basellandschaftliche Kantonalbank. Dass es durchaus Potenzial für den Film und dessen Botschaft gibt, habe ein kürzlich besuchter Anlass im unteren Kantonsteil vor Augen geführt. Nicht nur das Marabu kannten die wenigsten, es sei auch gefragt worden: «Gelterkinden, wo ist das?» Wie weiter zu vernehmen war, hat sich der Vorstand unter der Bezeichnung «Marabu2030» intensiv mit der Weiterentwicklung des Kulturzentrums in den nächsten Jahren auseinandergesetzt. Der Enthusiasmus nach der Wiedereröffnung und die Begeisterung sollen langfristig gesichert werden. Wichtige Grundlagen dafür lieferte eine Umfrage bei den Gästen. Auch die Evaluation, Entwicklung und Einführung eines neuen Planungstools, um die verschiedenen Veranstaltungen besser aufeinander abzustimmen und die Mitarbeitenden besser in die Planung einzubinden, soll dazu beitragen.
Für das Jahr 2026 wird mit etwa 10 Prozent mehr Anlässen gerechnet. Deren 227 seien Stand jetzt bereits fix eingeplant. Zusammen mit allen anderen Einnahmen ist ein Ertrag von gegen 477 000 Franken budgetiert. Mehr Anlässe bedeuten auch höhere Auslagen. Wenn sich beide Seiten die Waage halten, geht die Rechnung wie im vergangenen Jahr wiederum auf. Sämtliche Traktanden wurden gutgeheissen und genehmigt. Alle Vorstandsmitglieder stellen sich für weitere zwei Jahre zur Verfügung und wurden mit grossem Applaus für ihren Einsatz in ihrem Amt bestätigt.
Das Stück im Stück
Nach einer Pause, die zum regen Austausch beim Apéro genutzt werden konnte, ging es zum zweiten Teil des Abends über. Dafür wurde das schweizerisch-deutsche Satire- und Schauspielduo «Hart auf Hart» verpflichtet. Im Zweipersonenstück «Wollen Sie wippen?» geht es um ein Paar, das ein Zweipersonenstück geschrieben hat und es samt Regieanweisungen dem Publikum vorliest. Dessen Stück handelt von einem Paar – auch eine Deutsche und ein Schweizer –, das sich auf einem Spielplatz kennenlernt. Wo man sich jeweils gerade befand, also im Stück oder im Stück im Stück, dies nicht aus den Augen zu verlieren, benötigte die volle Aufmerksamkeit. Denn die beiden Protagonisten wechseln in Sekundenschnelle die zwei Ebenen und von tiefsinnigen Betrachtungen zu Einlagen mit ganzem Körpereinsatz. Sie philosophieren vom Kleinen im Grossen und vom Grossen im Kleinen und machen vielsagende Pausen dazwischen.
Und dann sind da ja auch noch die vielen, meist liebevollen Vorurteile, sprachlichen Differenzen und Missverständnisse zwischen Schweizern und Deutschen. Die rasante Wortakrobatik verursachte beinahe Hühnerhaut, oder – wie unsere nördlichen Nachbarn sagen würden – Gänsehaut. Und «wippen» heisst übrigens «gigampfe» und «Rüebli» sind nicht etwa Karotten, sondern Möhren.
