Das grosse Fest kann beginnen
03.09.2026 LampenbergOriginelle «Beizli», Scheunen und viel Musik warten auf die Besucher
Es ist alles angerichtet für das Grossereignis, das in die Geschichtsbücher der «Ärbslizeller» eingehen dürfte. Während das Fest am Freitag den Einwohnern vorbehalten ist, ...
Originelle «Beizli», Scheunen und viel Musik warten auf die Besucher
Es ist alles angerichtet für das Grossereignis, das in die Geschichtsbücher der «Ärbslizeller» eingehen dürfte. Während das Fest am Freitag den Einwohnern vorbehalten ist, sind am Samstag und Sonntag alle eingeladen, zu feiern.
Elmar Gächter
«Nervös? Keine Spur. Wie sollte ich das bei diesem tollen Organisationskomitee auch sein, das alles bestens vorbereitet hat. Ich bin froh, dass das Fest bald da ist, sonst kommen noch viele kreative Ideen dazu.» So Michael Hofer, Präsident des OK, auf die Frage der «Volksstimme». Und in der Tat. Wer sich vor Augen führt, was die Lampenbergerinnen und Lampenberger für ihr Grossereignis auf die Beine stellen, kann nur staunen.
Es ist einer der letzten Samstagmorgen vor dem grossen Event, das an diesem Wochenende über die Bühne gehen wird. Rund um und im Dorfkern wird gehämmert, geputzt, geschraubt, geschliffen. Die «Ärbslizeller», wie die Bevölkerung der 580-Seelen-Gemeinde liebevoll auch genannt wird, wollen ihren Gästen etwas bieten. Aber was heisst hier «etwas»: Acht – für jedes Jahrhundert eine – teilweise verwaiste und längst von Spinnen eroberte Scheunen verwandeln sich fast wie von Geisterhand in fantasievolle «Stüblis» und Stuben, in Barlokale oder einfach in «Beizlis»; jedes mit seinem unverwechselbaren Touch und eigener Entstehungsgeschichte.
Wenn vier Brüder, allesamt im Dorf aufgewachsen, ihren Stall an der Hauptstrasse in das «Dalton’s Inn» verwandeln, spiegelt sich darin ihre frühe jugendliche Begeisterung für Lucky Luke und seine wilden Gegenspieler wider. «Wir sind alle Fans der vier Gangsterbrüder und wollen dies in unserem Saloon ‹daltonmässig› mit viel Holz sowie einem zünftigen Steak zur Geltung bringen», sagt Christian Gysin, der älteste der Brüder.
Die Familie Gysin hat vor ihrem Wohnhaus ein eigenes kleines Chalet gezimmert. Vater Jürg Gysin ist seit vielen Jahren passionierter Schafhalter und so passt der Name «Lammpistube» perfekt zu den Lamm-Hamburgern und Lamm-Würsten, auf die sich die Gäste freuen dürfen. Als familiäres Gemeinschafts- und Nachbarwerk des «Klub 6462», benannt nach den Liegenschaften Hauptstrasse 62 und 64, bezeichnet Adrian Schweizer die «Holzerschüüre» und «Saagibar», in der Älplermagronen einen heimatlichen Duft auf den Berg zaubern werden. «Wir haben uns finanziell eine schwarze Null zum Ziel gesetzt, alles andere ist ‹nice to have›. Sollte trotzdem ein Defizit entstehen, werden wir wohl auf den Rückbau verzichten und unsere Einrichtungen stehen lassen müssen», meint Schweizer schmunzelnd.
Gleich nebenan lockt die Sangria-Bar mit spanischem Charme und entsprechender südländischer Kulinarik zur Einkehr. Im Aussenbereich lädt eine Lounge, gebaut aus Holzpaletten und gepolstert mit strohgefüllten Jutesäcken aus alten Zeiten mit der historischen Aufschrift «Eidgenössische Getreideverwaltung», zum Verweilen ein. Für die kreativen Ideen und ihre Umsetzung stehen die «Montags»- Turnerinnen, eine Gruppe von aktuell 17 Frauen aus Lampenberg und Umgebung.
Gegen 10 000 Besucher erwartet
OK-Präsident Michael Hofer hebt das Engagement der verschiedenen Ortsvereine hervor. So wird der Musikverein Lampenberg die Raclette-Stube betreiben, wobei die Vereinsmitglieder eigens für das Dorffest Kartoffeln gepflanzt und geerntet haben. Präsidentin Sibylle Handschin spricht von einem tollen Miteinander, das die verschiedenen Generationen im Alter von 20 bis 80 Jahren zusätzlich zusammenschweisse. «Was da an Ideen entwickelt wurde und umgesetzt wird, ist einfach lässig.»
Laut Hofer soll das Fest ein Anlass für alle Altersgruppen werden. Der 13-jährige Luca Jenni hat sich dies zu Herzen genommen und bietet zusammen mit drei Gleichaltrigen aus dem Dorf in dem als «Jugendhütte» ausgebauten Schopf eine Chillecke für Jugendliche an. «Die Idee kam mir, weil ich an Dorffesten festgestellt habe, dass es an einem entsprechenden Angebot für uns junge Leute fehlte», begründet Luca seinen Einsatz. Als erfolgreicher Jungschwinger wird er zudem in der Schwingarena des Schwingklubs Waldenburg im Einsatz stehen.
Fast selbstverständlich kommen auch Kultur und Musik nicht zu kurz. Linard Bardill wird sich mit Kindern von Lampenberg in die Herzen der Festbesucher singen. Die Jugend Brass Band der regionalen Musikschule Liestal präsentiert ihr grosses Repertoire und die «VolXRoX» wollen ihren Mix aus erdigem Rock, mitreissendem Boogie-Woogie, Rap und sonnigen Latin-Vibes auf die grosse Festbühne bringen. Weitere musikalische Leckerbissen bieten regionale Grössen wie die Cover- und Oldies-Tanzband Rascals sowie die Lampenbergerin Michèle Bircher mit «Elle & Band». «In meinem Heimatdorf spielen zu dürfen, ist für mich eine grosse Ehre. Ich freue mich sehr.» Was sie präsentieren wird, will sie noch nicht verraten. «Lasst euch überraschen», so Bircher.
Am Sonntag begleitet der Jodlerklub Hohwacht die Jodlermesse, auf der Festmeile tanzt die Trachtengruppe Sissach und im Festzelt spielen die «Schwiizerbuebe» zu lüpfiger Volksmusik auf, bevor George und Band für einen rockigen Abschluss des Unterhaltungsprogramms sorgen.
Es ist alles angerichtet für ein grosses Volksfest. Michael Hofer und das OK erwarten gegen 10 000 Besucherinnen und Besucher. Der Freitagabend ist der Bevölkerung von Lampenberg vorbehalten. Für den OK-Präsidenten steht heute schon fest: «Ich denke, wir können Jungen und Älteren etwas Einmaliges bieten. Besonders berührt es mich, dass die ganze Bevölkerung hinter dem Dorffest steht.»
Dies sieht auch Lampenbergs Gemeindepräsidentin Charlotte Gaugler so. «Ich freue mich sehr auf die Feststimmung und darauf, Menschen zu treffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Auf zu einem fröhlichen Miteinander.»

