Danke, Kantonsspital Baselland!
19.05.2026 PolitikErnst Schürch, Landrat SP, Rünenberg
Ende März hat die Regierung mitgeteilt, dass sie sich bei der Frage der künftigen Standorte des Kantonsspitals Baselland für die beiden bestehenden Standorte Bruderholz und Liestal entschieden hat. Sie legt ...
Ernst Schürch, Landrat SP, Rünenberg
Ende März hat die Regierung mitgeteilt, dass sie sich bei der Frage der künftigen Standorte des Kantonsspitals Baselland für die beiden bestehenden Standorte Bruderholz und Liestal entschieden hat. Sie legt dabei schlüssig dar, dass ein Neubau an einem Standort «auf der grünen Wiese» mit sehr grossen finanziellen und betrieblichen Risiken verbunden wäre und erst in rund 20 Jahren fertiggestellt werden könnte. Zudem ist der mögliche Standort «Salina Raurica» in Pratteln nicht realisierbar, weil ein recht grosser Teil des Grundstücks in den Gefahrenzonen der Verkehrsachsen der Bahn und der Strassen liegt und deshalb gar nicht überbaut werden kann. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass noch mehr Patientinnen und Patienten aus dem Einzugsgebiet des Bruderholzspitals nach Basel gehen würden, weil zum Beispiel das Unispital schneller zu erreichen wäre. Das können sich das Kantonsspital Baselland und auch der Kanton als Eigner des Spitals schlicht nicht leisten.
Im April hat nun die Beratung der Landratsvorlage in der Gesundheitskommission und parallel dazu auch in der Fi- nanzkommission begonnen. Beide Kommissionen setzen sich ausführlich, intensiv und im Detail mit den verschiedenen Fragestellungen auseinander. Resultate oder Tendenzen dürfen aufgrund des Kom- missionsgeheimnisses an dieser Stelle vor der Veröffentlichung der Kommissionsberichte nicht erwähnt werden. Meine Haltung ist aber klar: Ich stehe zum Entscheid der Regierung und werde die Vorlage mit den beiden Standorten Bruderholz und Liestal unterstützen. Alle anderen Varianten sind zu ungewiss und beinhalten zu grosse Risiken für unsere Gesundheitsversorgung und auch für die Finanzen unseres Kantons. Es ist wichtig, dass endlich entschieden wird und die Sanierungen respektive die notwendigen Neubauten an den bestehenden Standorten gestartet werden können. Das wird recht viel Geld kosten. Alle anderen Varianten wären aber noch viel teurer. Und es kann nicht wegdiskutiert werden: Wir werden im Durchschnitt immer älter. Unser Kanton ist im schweizweiten Vergleich der Kanton mit der zweitältesten Bevölkerung, Tendenz steigend. Es ist nur logisch, dass dadurch auch die Gesundheitskosten steigen.
Vor drei Wochen nun war eine Sitzung der Finanzkommission über insgesamt sechs Stunden angesetzt. Ich bin bereits mit Schmerzen im Bauch und unteren Rücken nach Liestal gereist und hatte die Hoffnung, dass sie wieder nachlassen. Das war dann nicht der Fall, und nach gut einer Stunde musste ich die Sitzung verlassen. Ironie des Schicksals: Aus der Beratung über die Zukunft des Kantonsspitals ging ich direkt in den Notfall. Dort wurde ich ohne Wartezeit vorbildlich gut behandelt. Der Übeltäter war schnell lokalisiert, ein grosser Nierenstein verursachte grosse Schmerzen. Ich wurde stationär aufgenommen und sehr gut betreut. Bereits am Nachmittag erfolgte ein erster Eingriff, sodass ich mittlerweile praktisch schmerzfrei bin. Ein grosser Dank geht an dieser Stelle an die Mitarbeitenden des Notfalls und der Urologie sowie an die Pflegenden der Station für ihre sehr gute Arbeit!
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

