Danke an alle, die sich engagieren
02.10.2026 PolitikStefan Thomann, Gemeinderat-Vizepräsident Lampenberg, SVP
Unser Bundesstaat ist weltweit einzigartig. Die Kombination seiner tragenden Prinzipien wie direkte Demokratie, Föderalismus, Konkordanz oder Miliz findet sich so nirgendwo. Jedes einzelne dieser ...
Stefan Thomann, Gemeinderat-Vizepräsident Lampenberg, SVP
Unser Bundesstaat ist weltweit einzigartig. Die Kombination seiner tragenden Prinzipien wie direkte Demokratie, Föderalismus, Konkordanz oder Miliz findet sich so nirgendwo. Jedes einzelne dieser Prinzipien macht aus der Schweiz seit 1848 das Land, das wir lieben und das uns Sicherheit und Wohlstand verspricht.
Das Milizprinzip gehört zu den charakteristischsten Merkmalen des schweizerischen politischen Systems. Es bedeutet, dass öffentliche Ämter und politische Funktionen nebenberuflich und nicht als hauptberufliche Tätigkeit ausgeübt werden. Der Staat soll nicht von einer politischen Berufsklasse geführt werden. Bürger engagieren sich für die Allgemeinheit und bringen dabei ihre Erfahrungen aus Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Landwirtschaft oder Gesellschaft ein. Jeder Bürger ist neben seinem Beruf auch Staatsbürger. Doch geht das Milizprinzip weit über die Politik hinaus.
Dieses Jahr haben zahlreiche Gemeinden im Oberbaselbiet ihren 800. Geburtstag gefeiert. Wir erinnern uns an die Dorffeste von Oltingen, Tenniken, Läufelfingen oder Lampenberg. Ich selber durfte als Bindeglied zum Gemeinderat über Monate der Arbeit des Organisationskomitees in meiner Wohngemeinde über die Schultern schauen. Acht engagierte Lampen- bergerinnen und Lampenberger haben sich in unzähligen Sitzungen und am Fest selber wortwörtlich Tag und Nacht für das Gelingen unseres Dorffestes eingesetzt – dies neben ihrer Arbeit, neben ihren Familien und neben ihren weiteren sozialen und anderen Verpflichtungen. Unzählige weitere Lampenberger haben genauso in monatelanger Vorarbeit Beizli, Attraktionen und Erlebnisse vorbereitet. Und es hat sich gelohnt: Während dreier Tage konnte unser Dorf fast 10 000 Besucher begeistern – dies dank der freiwilligen Arbeit so vieler Personen, die sich für die Gemeinschaft eingesetzt haben.
Dieses ungezwungene, selbstverständliche Sich-Einsetzen fürs Gemeinwesen auch aus einem Verantwortungsgefühl heraus ist gelebtes Milizprinzip. Dieses ist nicht nur ein Organisationsmodell, sondern auch Teil eines umfassenderen Staatsverständnisses: Der Staat lebt vom aktiven Engagement seiner Bürger und nicht primär von einem professionellen Beamtenoder Politikerapparat.
Natürlich hat das Milizprinzip seine Herausforderungen: Die Aufgaben wie die Geschäfte in einem Gemeinderat werden immer komplexer und zeitintensiver. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und freiwilligem Engagement für die Gemeinschaft wird schwieriger. Entsprechend wird es zunehmend anspruchsvoll, genügend Personen für Behörden, Vereine, Kirche oder Armee zu finden. Doch überwiegen die Stärken bei Weitem – etwa am Beispiel der Politik: Milizpolitiker bleiben aufgrund der Bürgernähe im Alltag verankert. Die Erfahrungen aus Wirtschaft und Gesellschaft fliessen direkt in die Politik ein. Und es entsteht weniger leicht eine abgeschottete politische Elite (Machtbegrenzung).
In dem Sinne ein grosses Danke an alle, die sich fürs Gemeinwesen einsetzen, sei es in der Politik, der Feuerwehr, Vereinen, der Armee – oder bei der Organisation eines Dorffestes.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

