China, Ukraine, Spanien – und Tee
01.10.2026 SissachSpannende Einblicke in verschiedene Länder – Vorträge im «ChinaHouse»
Im «ChinaHouse» beginnt ein abwechslungsreicher Veranstaltungsherbst. Das Programm führt von China in die Ukraine und bis an die spanische Atlantikküste. Im Zentrum stehen ...
Spannende Einblicke in verschiedene Länder – Vorträge im «ChinaHouse»
Im «ChinaHouse» beginnt ein abwechslungsreicher Veranstaltungsherbst. Das Programm führt von China in die Ukraine und bis an die spanische Atlantikküste. Im Zentrum stehen persönliche Einblicke und Begegnungen.
Janis Erne
Der Name ist Programm: Im «China-House» in Sissach finden regelmässig Veranstaltungen zur Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Geschichte des fernöstlichen Landes statt. Organisator Hinchi Kong, der mit seiner Familie in Sissach lebt, wird dabei von Christian Walsoe und Janis Erne unterstützt. Nun ist das Programm für Oktober, November und Dezember bekannt. Es richtet für einmal den Blick auch über China hinaus: und zwar in die Schweiz, die Ukraine und nach Spanien. Bei den Vortragsanlässen gehört auch die Kulinarik dazu. Im Anschluss wird jeweils ein chinesisches Drei-Gang-Menü serviert.
Den Anfang macht am Freitag, 16. Oktober, Katrin Büchenbacher mit einem Vortrag über die Widersprüche im heutigen China. Die in Wenslingen aufgewachsene Büchenbacher gehört zu den besten China-Kennerinnen im Schweizer Journalismus. Seit 2020 berichtet sie für die «NZZ» schwerpunktmässig über China, Taiwan und Südostasien. Im «ChinaHouse» beleuchtet sie die Entwicklung einer aufstrebenden Tech-Supermacht, die gleichzeitig mit einer schwächelnden Wirtschaft, geringem Binnenkonsum und hoher Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Anschliessend diskutiert sie mit Christian Walsoe über die aktuelle Lage und die Zukunftsperspektiven des Landes.
Zwei Wochen später, am 30. Oktober, berichtet «Volksstimme»-Redaktor Janis Erne über seine Erlebnisse in der Ukraine. Er verbrachte im Frühling dieses Jahres drei Monate bei der Familie seiner Frau in Tscherkassy, einer Stadt am Dnipro rund 190 Kilometer von Kiew entfernt. Von dort aus besuchte er das Umland und die ukrainische Hauptstadt. Mit verschiedenen Fotos gibt er Einblicke in ein Land, in dem der Krieg längst Teil des Alltags geworden ist – von Luftalarm und Drohneneinschlägen bis zu ganz gewöhnlichen Begegnungen und Erlebnissen. Im Nachgang des Vortrags gibt es selbstverständlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Ab Mitte November sind im «China-House» Werke der chinesischen Künstlerin Liu Ning zu sehen. Die 1984 geborene Designerin und freischaffende Künstlerin verbindet die Traditionen der klassischen chinesischen Malerei mit modernen westlichen Kunstkonzepten. Dabei beschäftigt sie sich auch mit der Frage, wo Menschen, die mit Chinas rasanter wirtschaftlicher Entwicklung aufgewachsen sind, ihr kulturelles und geistiges Zuhause finden. Die öffentliche Ausstellung «Beheimatet in der Klassik» beginnt am 14. November mit einer Vernissage und endet am 12. Dezember mit einer Finissage.
Ebenfalls am 14. November lädt Hinchi Kong zu einer vertieften Reise in die Welt des Tees. Bei der Degustation lernen die Teilnehmenden die sechs Hauptsorten und ihre unterschiedlichen Eigenschaften in Geschmack, Duft und Farbe kennen. Hinchi Kong vermittelt zudem Wissen über die botanischen Ursprünge des Tees sowie über dessen Geschichte, Verarbeitung und Zubereitung. Sämtliche Hauptteesorten können vor Ort probiert werden. Die Degustation lässt sich wahlweise mit einem chinesischen Mittagessen verbinden.
Wieso lernen Junge Chinesisch?
Am 27. November widmet sich Brigitte Koller der Frage, was heute junge Menschen in der Schweiz motiviert, Chinesisch zu lernen. Die ehemalige Vizepräsidentin des Schweizerischen Fachverbands Chinesisch unterrichtet die Sprache seit mehr als 20 Jahren als Freiwahlfach an Gymnasien in Basel und Liestal. Sie berichtet darüber, wie sich das Interesse der Jugendlichen an China und die Zahl der Lernenden über die Jahre verändert haben und wie Chinesisch heute unterrichtet wird. Thema sind zudem Austauschmöglichkeiten, Unterstützungsangebote und weitere China-Angebote an Schweizer Bildungsinstitutionen.
Zum Abschluss des Programms geht es am 4. Dezember nach Galizien in den Nordwesten Spaniens. Christian Walsoe, Co-Leiter des «China-House», wandert seit Jahren durch Südeuropa und hat dabei besonders die spanische Nordküste für sich entdeckt. Seine jüngste Tour führte ihn von Coruña entlang der Atlantikküste zum westlichsten Punkt Europas und zu versteckten Buchten und Stränden. In Sissach berichtet er über diese Reise und darüber, wie sich heute dank Apps und digitalen Karten auch abseits der bekannten Pilgerwege eigene Wanderrouten zusammenstellen lassen.
Ausser für die Ausstellung von Liu Ning wird jeweils um Anmeldung gebeten. Der Eintritt zu den Veranstaltungen inklusive des im Anschluss servierten chinesischen Essens kostet je nach Anlass 50 bis 55 Franken pro Person. Anmeldung per E-Mail an info@chinahouse-basel.ch oder telefonisch unter 062 922 44 55. Mehr Informationen auf www.chinahouse-basel.ch


