Bubendörfer Defensivkonzept erfolgreich
29.09.2026 Sport, Fussball2. Liga: FC Bubendorf – FC Gelterkinden 2:0 (1:0)
Der FC Bubendorf kehrt zum Siegen zurück. Im Oberbaselbieter Derby wählt Trainer Mischa Schäublin eine sehr defensive Taktik, die sein Team perfekt umsetzt. Gelterkinden seinerseits verpasst in der Schlussphase zweimal äusserst knapp ...
2. Liga: FC Bubendorf – FC Gelterkinden 2:0 (1:0)
Der FC Bubendorf kehrt zum Siegen zurück. Im Oberbaselbieter Derby wählt Trainer Mischa Schäublin eine sehr defensive Taktik, die sein Team perfekt umsetzt. Gelterkinden seinerseits verpasst in der Schlussphase zweimal äusserst knapp den Ausgleich.
Heinz Degen
Die Aussagen des Bubendörfer Trainers vor dem Spiel zur Marschroute, die er seiner Mannschaft für das Derby gegen den FC Gelterkinden mitgegeben hat, lassen am Samstag bereits erahnen, was für ein Spiel zu erwarten ist: «Wir wollen heute das Risiko minimieren, heisst, in der Defensive jegliche Fehler vermeiden und dem Gegner keine einfachen Tore schenken», sagt Mischa Schäublin.
So ziehen sich die Gastgeber dann tatsächlich von Beginn weg tief in die eigene Hälfte zurück und überlassen den Gelterkindern Ball und Spieldiktat. Gelingt ihnen ein Ballgewinn, versuchen die Bubendörfer schnell umzuschalten, was in der Anfangsphase nicht schlecht gelingt, indem in diesen Situationen immer wieder die rechte Seite mit dem schnellen Boas Tschopp forciert wird. Genauso entsteht in der 21. Minute das 1:0: Tiefer Lauf von Tschopp, flache Hereingabe, den ersten Abschlussversuch kann Jannis Lüthy noch blocken, doch Fabian Frey verwertet den Abpraller zur Führung.
Für Peter Sprenger, den Trainer Gelterkindens, ist es eine spezielle Partie, hat er doch früher die zweite Mannschaft des FC Bubendorf trainiert und war beim FCB als Seniorenspieler aktiv. Eigentlich wollte er von seinen aktuellen Schützlingen eine verbesserte und schnellere Defensiv-Offensiv-Bewegung nach Ballgewinn sehen. Zu solchen Situationen kommt es aber kaum, denn nach der Führung verstärken die Einheimischen die Defensive noch krasser. Oft steht «Sturmspitze» Frey als vorderster Mann knapp 30 Meter vor dem eigenen Tor.
Gelterkinden lässt den Ball zwar gut zirkulieren, versucht auch immer wieder über ganz aussen zur Grundlinie zu kommen, doch klar ersichtlich ist, dass die Gelterkinder ein Spiel mit dermassen hohem Ballbesitz noch kaum absolviert haben. Trotzdem machen sie es gar nicht schlecht. Angetrieben vom omnipräsenten Gian Vaterlaus, der über 90 Minuten ein unglaubliches Laufpensum absolviert, kommen sie nach Ablauf einer halben Stunde zu zwei ausgezeichneten Möglichkeiten. Erst scheitert Gian Vaterlaus mit einem Kopfball an der Latte, dann vergibt Oliver Dudler eine Kapitalchance.
Einbahnfussball ohne Torchancen
Bubendorf seinerseits hat kurz vor der Pause die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen. Doch Gian Vaterlaus klärt spektakulär auf der Torlinie. Das ist es aber dann tatsächlich mit der Bubendörfer Offensivherrlichkeit. Erst in der 84. Minute (!) verzeichnen die Gastgeber den nächsten Abschluss. Da die Gäste in der zweiten Halbzeit aber bis in die Schlussphase trotz klarer Überlegenheit auch kaum zu Abschlüssen kommen, da die zündenden Ideen und die Präsenz im Sechzehner fehlen, plätschert die Partie lange so vor sich hin.
Dies ist ganz im Sinn von Schäublins Mannen. Beinahe geht der Defensiv-Plan dann aber doch noch schief: Denn in den letzten Minuten und Sekunden hat Gelterkinden noch zwei aufgelegte Möglichkeiten. Erst flitzt eine Direktabnahme von Gian Vaterlaus noch knapp am Gehäuse vorbei. Dann verhindert Viorel Trüebs Scheitern, als er den Ball in der Nachspielzeit aus kürzester Distanz im Tor hätte unterbringen können, den – verdienten – Ausgleich. So ist es am Ende Bubendorf, das in der Person von Boas Tschopp mit der letzten Aktion den Sieg definitiv festmacht.
Mischa Schäublin ist die Erleichterung nach Spielschluss anzusehen. «Ich weiss, viele Zuschauer haben sich heute sicher gefragt: Was spielen die für einen Fussball? Doch nach den vergangenen verlorenen Spielen, gab es diesmal nur eine Devise: Kein Gegentor, egal wie! Nun wissen die Spieler immerhin, dass sie zu Null spielen können», sagt Schäublin, «und der Trainer weiss, dass sein Team einen vorgegebenen Plan umsetzen kann.» Mit einer Redewendung zusammengefasst: Der Zweck heiligt die Mittel.
Ganz anders ist die Gemütslage beim Gelterkinder Trainer Peter Sprenger. Er trauert den vergebenen Grosschancen nach und hadert: «Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft und müssen uns nach dem ersten und vielleicht einzigen Fehler in der Defensive geschlagen geben. Das ist sehr bitter.»
TELEGRAMM
FC Bubendorf – FC Gelterkinden 2:0 (1:0). Sportplatz: Brühl. Zuschauer: 300. Schiedsrichter: Ante Palesko. Assistenten: Hüseyin Kaba, Amine Soukari. Tore: 21. Frey 1:0; 90.+3 Tschopp 2:0.
Bubendorf: Hasler; Jnglin (76. Schärli), Simon (88. Bloch), Bader, Schöpfer; Wyttenbach, Brügger; Spivachenko, Richner (79. Gaudin), Tschopp; Frey (81. Lohner).
Gelterkinden: Lüthy; Weber (60. Burkhardt), Belser, Grieder, Buess (86. Tschopp); G. Vaterlaus, Spinella (26. Hammernick); Dudler (60. A. Vaterlaus), Wüthrich (83. Trüeb), Binjas; Geneto (46. L. Martin).
Bemerkungen: 33. Kopfball von G. Vaterlaus an die Latte. Verwarnungen: 60. Buess, 90. Schöpfer.


