Die Gemeinde hat der Hauptnutzerin den Mietvertrag gekündigt
Weil der bisherige Mietbetrag zu tief sei, fordert die Gemeinde Waldenburg mehr Geld von der reformierten Kirchgemeinde. Diese stellt sich quer. Neue Verhandlungen dürften folgen.
Janis ...
Die Gemeinde hat der Hauptnutzerin den Mietvertrag gekündigt
Weil der bisherige Mietbetrag zu tief sei, fordert die Gemeinde Waldenburg mehr Geld von der reformierten Kirchgemeinde. Diese stellt sich quer. Neue Verhandlungen dürften folgen.
Janis Erne
Der Gemeinderat hat in Waldenburg der reformierten Kirchgemeinde Langenbruck-Waldenburg-St. Peter den Vertrag für die Nutzung der Kirche vorsorglich auf Ende Jahr gekündigt. Grund dafür ist der aus Sicht der Gemeinde zu tiefe Mietzins. «Der Zins ist seit etlichen Jahren nicht kostendeckend», sagt Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer auf Anfrage. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler subventionierten die Nutzung der Kirche zu einem Teil. Dazu muss man wissen: Die Kirche in Waldenburg befindet sich im Eigentum der Einwohnergemeinde – eine im Baselbiet einzigartige Konstellation.
Aus finanziellen Gründen wollte der Gemeinderat den Mietzins erhöhen. Konkrete Zahlen nennt Sulzer nicht, doch laut Informationen der «Volksstimme» handelt es sich um etwa eine Verdoppelung des bisherigen Betrags. Für den Gemeinderat unerwartet lehnte die Kirchgemeinde dieses Vorhaben ab und akzeptierte stattdessen die Kündigung des Mietvertrags. Dass die Kündigung ausgesprochen wurde, bestätigt Michel Degen, Präsident der Kirchgemeinde Langenbruck-Waldenburg-St. Peter. Weiter möchte er sich zum Fall derzeit nicht äussern.
Kirchgemeinde kann ausweichen
Dass die Kirchgemeinde die Kündigung akzeptiert hat, dürfte auch daran liegen, dass sie über Alternativen verfügt. Sie führt ihre Aktivitäten auch in den Kirchen in Oberdorf und Langenbruck durch. Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer bedauert die Situation: «Es wäre schade, wenn in Waldenburg keine Gottesdienste oder andere kirchliche Veranstaltungen mehr stattfinden würden. Das ist nicht im Interesse des Gemeinderats.» Entsprechend signalisiert sie Gesprächsbereitschaft: «Wir sind offen und wollen gemeinsam mit der Kirchgemeinde eine Lösung finden.» Dafür bleiben noch rund acht Monate Zeit.
Mittelfristig strebt der Waldenburger Gemeinderat einen Verkauf der Kirche an, wobei noch kein Interessent in Sicht ist. Ein Verkauf würde die Gemeindefinanzen etwas entlasten. Diese waren über Jahre defizitär. Inzwischen ist es Andrea Sulzer und dem Gemeinderat gelungen, das Budget wieder in die schwarzen Zahlen zu führen – dank zahlreicher kleiner Anpassungen. Dass nicht alle finanzpolitischen Entscheide populär sind, zeigt das Beispiel der Kirche.