Bewährungsprobe für den Meister
01.10.2026 Sport, EishockeyVom Jäger zum Gejagten: Nach dem Meistertitel startet der EHC Zunzgen-Sissach am Samstag mit einer neuen Rolle in die Saison. Trainer Lukas Kamber macht aus den Ambitionen keinen Hehl: Der Titel soll erneut ins Oberbaselbiet.
Thomas Ditzler
Das Meister-Shirt ...
Vom Jäger zum Gejagten: Nach dem Meistertitel startet der EHC Zunzgen-Sissach am Samstag mit einer neuen Rolle in die Saison. Trainer Lukas Kamber macht aus den Ambitionen keinen Hehl: Der Titel soll erneut ins Oberbaselbiet.
Thomas Ditzler
Das Meister-Shirt der vergangenen Saison wird beim EHC Zunzgen-Sissach noch immer mit Stolz getragen. «Die Jungs haben den Triumph gebührend gefeiert», blickt ZS-Trainer Lukas Kamber auf den jüngsten Erfolg der Vereinsgeschichte zurück. Die Oberbaselbieter starten in der Rolle des Gejagten in die neue Saison.
«Ab Samstag ist der Titel Vergangenheit. Der Fokus liegt darauf, dass wir ihn wieder holen», betont Kamber. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, komme für ihn nicht infrage. Das Saisonziel Titelverteidigung liegt auf der Hand.
Für Kamber ist die Ausgangslage mit dem jüngsten Erfolg nicht anders als in den vergangenen Jahren: «Mit wenigen Wechseln haben wir noch die ähnliche Mannschaft wie vor einem Jahr. Für uns ist es vielmehr ein Weitergehen auf dem Weg, den wir letzte Saison krönen konnten.» Trotz Meistertitel sei der Erfolgsdruck noch da. «Wir kennen unsere Qualitäten. Nun gilt es, diese in Resultate umzuwandeln.» Auf den letzten Metern fehlte in den Vorsaisons die nötige Opferbereitschaft für den Erfolg. Nicht so im vergangenen Winter, als das Team diese Tugend vor allem in den Play-offs auf dem Eis zeigte.
Der Umbruch steht bevor
Er habe eine der talentiertesten Equipen – aber auch eine der ältesten, sagt der 39-Jährige. Entsprechend ist sich Kamber bewusst, dass das Team in dieser Konstellation nicht mehr lange zusammenspielen wird. «Der Umbruch wird kommen», sagt er. Erste Vorzeichen sind bereits in diesem Winter zu erkennen. Mit Sven Tschan, Marco Model, Jérôme Giess und Fabian Müller haben teils lang gediente Spieler ihren Rücktritt gegeben. Im Gegenzug stossen sechs eigene Junioren nach. Mit Julien Riva (Davos U18) und Elia Imhof (SC Bern U21 / EHC Thun) kehren zudem ehemalige ZS-Junioren zurück.
In der Offensive sei mit den Mutationen etwas an Erfahrung und Breite verloren gegangen, dafür habe das Kader gerade mit den beiden Rückkehrern in der Defensive dazugewonnen, glaubt Kamber, der seine Mannschaft ähnlich stark einstuft wie in der Meister-Saison. Die Abgänge geben den jungen Spielern die Chance, sich zu zeigen. Damit folge das Team dem Auftrag des Vorstands, weiter eigene Junioren einzubauen. Auch auf der Torhüterposition könnte es nach dem Abgang von Routinier Sven Tschan hinter dem Goalie-Duo Michele Lepori und Gianluca Scholer Einsätze für jüngere Goalies geben.
Veränderungen gab es nicht nur im ZS-Kader, sondern auch in der Liga. Mit Aufsteiger Laufen kehrt ein altbekanntes Team zurück. So kommt es zum Wiedersehen mit dem einstigen ZS-Trainer Christof Amsler, der in Laufen an der Bande steht. «Dieses Derby ist nicht nur für uns, sondern auch für die Liga ein Gewinn», sagt Kamber. Im Gegenzug musste mit dem EHC Meinisberg ein langjähriger Konkurrent die Gruppe verlassen (die «Volksstimme» berichtete). Diese Veränderungen machten die Liga unberechenbarer, sagt der ZS-Trainer. Angesprochen auf die grössten Konkurrenten im Kampf um die vorderen Plätze nennt Kamber Zuchwil und Bucheggberg: «Die restlichen Teams sind eine Wundertüte.» Hinzu kommt, dass in dieser Saison in der Qualifikation gegen jeden Gegner dreimal gespielt wird und dafür die Masterround entfällt. «Entsprechend werden die anderen Teams unser Spielsystem besser kennen», sagt Kamber und betont, dass sich im Gegenzug aber auch sein Team besser auf die Gegner einstellen könne.
Auch wenn der EHC ZS als amtierender Meister in die neue Saison startet, warnt Kamber davor, die Meisterschaft als Selbstläufer zu betrachten: «Wollen wir den Titel bestätigen, dürfen wir keinen Gegner unterschätzen.» Das gelte nicht erst in der entscheidenden Phase, sondern bereits in der Qualifikation. Am Samstag (17.30 Uhr) macht sich ZS auf der «Kunsti» gegen den SC Altstadt Olten auf den Weg zum nächsten Meister-Shirt.
ZS-Kader 2026/27
Tor: Michele Lepori (2000), Gianluca Scholer (2001), Julian Grünblatt (2007, neu von Junioren U21), Jamie Sutter (2009, neu von Junioren U18/U21).
Verteidigung: Stefan Dörig (1987), Daniel Gysi (1996), Cédric Lanz (1997),
Nicolai Gusset (1997), Gian Reto Lenz (1994), Ueli Dietrich (2000), Mattia
Di Biase (1991), Benedikt Schneider (1996), Elia Imhof (2005, neu von SC Bern
U21/EHC Thun), Julien Riva (2008, neu von Davos U18), Ryan Frey (2007, neu von Junioren U21).
Angriff: Matteo Bertschy (2000), Remo Hunziker (1992), Dominik Müller
(1995), Remo Müller (1994), Rony Spreyermann (1995), Marc Niederhauser
(1985), Silian Gyger (2001), Raoul Seiler (1994), Noah Imhof (2003), Jérôme
Lanz (1998), David Arm (2003), Aaron Bucher (2007, neu von Junioren U21),
Matej Brodnik (2008, neu von Junioren U21), Silvan Ramseier (2007, neu von
Junioren U21).
Abgänge: Sven Tschan (2. Mannschaft), Fabian Müller (2. Mannschaft),
Jérôme Giess (Rücktritt), Marco Model (Rücktritt), Lukas Wyser (pausiert),
Denis Malik (Rückkehr Heimat).
Staff: Lukas Kamber (Trainer), Oliver Kamber (Trainer), Urs Scholer
(Materialchef), Dominik Pfister (Betreuer), Deborah Bovay (Medical Support).
Weitere Teams in der 4. Liga
td. Neben dem 2.-Liga-Team ist der EHC Zunzgen-Sissach diese Saison mit der zweiten Mannschaft in der 4. Liga vertreten. In derselben Liga spielt mit dem EHC Lausen ein weiterer Oberbaselbieter Vertreter. Das erste Direktduell der beiden Teams findet am Samstag, 31. Oktober (20.15 Uhr), statt.


