Bettenberg-Wissen und Lagerfeuergesang
02.06.2026 GelterkindenSommeranlass vom «Walderläbnis Gelterkinden»
Die «Geheimnisse des Bettenbergs» lockten viele Wissbegierige in den Gelterkinder Wald. Oder kamen sie eher wegen des anschliessenden Gesangs?
Kuri Wirz
Wenn das «Walderläbnis ...
Sommeranlass vom «Walderläbnis Gelterkinden»
Die «Geheimnisse des Bettenbergs» lockten viele Wissbegierige in den Gelterkinder Wald. Oder kamen sie eher wegen des anschliessenden Gesangs?
Kuri Wirz
Wenn das «Walderläbnis Gelterkinden» ruft, strömen die Leute in Scharen herbei – könnte man meinen: Am Freitagabend versammelte sich für den Anlass eine halbe Hundertschaft Leute beim Schützenhaus, und ein Heimweh-Gelterkinder war gar eigens von Biel angereist. Nach der Begrüssung durch Christine Mangold, Mitglied der Unterhaltsgruppe, wanderte das Trüppchen in den Wald unter der Führung von alt Förster Andreas Freivogel.
An verschiedenen Stationen wurde Halt gemacht, und Freivogel liess das Publikum an einigen Geheimnissen des Bettenbergs teilhaben. Wer weiss noch, dass die Buhalde, erbaut 1892, früher «Wirtschaft zum Bettenberg» hiess? Das erfuhr man in der «Munimatt», die ihrerseits den Namen den ehemaligen Gemeindemuni-Haltern verdankt, die dieses Stück Land zugesprochen bekamen. Entsprechend dazu gibts in Gelterkinden auch das «Bockmätteli», dem Halter des Gemeindegeissbocks vorbehalten, aber anderswo im Bann gelegen. An die «Munimatt» schliesst sich der letzte offizielle «Cheibacher» an, also die Stelle, wo verendete Tiere und Metzgereiabfall vergraben wurden. Dass sich die Dorfbrunnenquelle gleich unten dran befindet, wurde von einigen Zuhörern mit leichtem Nasenrümpfen quittiert.
Flurname mit Bezug auf Mord
Aber auch noch anderes wurde am Bettenberg vergraben. Mit Schaudern vernahm die Gruppe, dass eine Anna Gerster «unter den mörderischen Händen ihres Mannes» gestorben und des Nachts auf dem Bettenberg beerdigt worden sei. «Heinelis Gräbli» heisst die Stelle, wo das Opfer dieses Femizids seine erste Ruhestätte fand, entsprechend dem Dorfnamen des Mörders. Er nahm sich in Basler Haft das Leben und wurde danach «auf einer Kuhhaut durch die Stadt geschleipft», wie aus einer Sitzung des Kleinen Rats zu erfahren ist.
Weiter war von Steinbrüchen und Deponien die Rede. Dass es in Tecknau eine Seilbahn gab, war für die meisten neu. Sie diente in der Nähe des Tunneleingangs dem Abbau im dort gelegenen Steinbruch. Die Gelterkinder Steinbrüche waren kleiner. Der Referent demonstrierte zwei Hammerklingen, die an langen Stielen befestigt zur Zerkleinerung der Steine dienten.
Einige ehemalige Deponien finden sich im Gelterkinder Wald, heute alle zugedeckt. Früher wurde deren Inhalt regelmässig angezündet, um das Volumen zu verkleinern. Was allerdings alles in diesen Deponien liegt, will man zum Teil lieber nicht wissen.
Nach zwei Stunden langte das Trüppchen beim Stierenstall an, wo die Glut schon bereit war für die eingeschnittenen Chlöpfer, die später zum Bauernbrot ausgezeichnet mundeten. Auch für kühle Getränke war an diesem heissen Sommerabend gesorgt. Zur Verdauung wurde am Feuer zu Gitarrenklängen kräftig gesungen. Erst nach elf Uhr packte der Musikant seine Klampfe ein, und die letzten sichtlich zufriedenen Sangesfreudigen machten sich auf den Heimweg.

